Hemmingen (Württemberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hemmingen
Hemmingen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hemmingen hervorgehoben
48.8661111111119.0319444444444327Koordinaten: 48° 52′ N, 9° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 327 m ü. NHN
Fläche: 12,34 km²
Einwohner: 7270 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 589 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71282
Vorwahl: 07150
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Münchinger Straße 5
71282 Hemmingen
Webpräsenz: www.hemmingen.de
Bürgermeister: Thomas Schäfer (CDU)
Lage der Gemeinde Hemmingen im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild

Hemmingen ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hemmingen liegt im Herzen des Strohgäus zwischen 270 und 384 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Hemmingen gehören das Dorf Hemmingen und die Häuser Hagmühle, Rohrsperg und Sägmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Dollingen, Hochstetten und Hofstetten.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Hemmingen 1682, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Im Jahre 991 wurde Hemmingen erstmals urkundlich erwähnt. Hemmingens Geschichte wurde viele Jahrhunderte dadurch geprägt, dass die Herrschaft über den Ort zwischen dem Adel von Schloss und Gutshof und der württembergischen Landesherrschaft geteilt war. Nach dem Aussterben der Herren von Hemmingen waren zunächst die Nippenburger und danach die Familie Varnbüler Ortsherren.

Hemmingen gehörte zunächst zum Oberamt Leonberg, später zum Landkreis Leonberg und kam 1973 im Zuge der Kreisreform zum Landkreis Ludwigsburg.

Religionen[Bearbeiten]

Bis zur Reformation gehörte Hemmingen zum Bistum Speyer und war dem Landkapitel Grüningen im Archidiakonat Trinitatis[3] unterstellt.

Die evangelische Kirchengemeinde Hemmingen hat heute gut 3000 Mitglieder. Die Gottesdienste werden in der Laurentiuskirche abgehalten.

Die katholische Kirchengemeinde Hemmingen besteht aus etwa 1900 Gemeindegliedern. Sie bildet mit Münchingen eine Gemeinde und eine Seelsorgeeinheit mit Korntal (dort Pfarramt). Seit 1959 besitzt die katholische Kirchengemeinde die eigene Kirche St. Georg mit Gemeindezentrum.

Auch eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche existiert in Hemmingen. Zudem leben hier rund 400-500 Moslems.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 54,33 % (2009: 55,29 %)
 %
40
30
20
10
0
39,51 %
32,61 %
22,99 %
4,89 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,46 %p
-2,73 %p
-1,54 %p
-0,19 %p

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:

  • CDU: 7 Sitze (+1)
  • FW: 6 Sitze (-1)
  • SPD: 4 Sitze (±0)
  • FDP: 1 Sitz (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Heinrich Rathfelder (1922–1985) war von 1948 bis 1978 Bürgermeister in Hemmingen. Ihm folgte Werner Nafz (* 13. April 1944; FW), der das Amt vom 12. März 1978 bis zum 11. März 2010 innehatte. Seine Amtszeit lief altersbedingt aus. Als Nachfolger wurde am 7. Februar 2010 Thomas Schäfer (* 11. Januar 1982; CDU) gewählt und am 12. März 2010 in sein Amt eingeführt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt in Gold einen aufrecht gestellten blauen Rost mit abwärts weisendem Griff. Der Rost ist das Märtyrerattribut des Hemminger Kirchenpatrons, des Heiligen Laurentius. Die Gemeindeflagge ist blau-gelb und wurde am 15. April 1980 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Chöre[Bearbeiten]

Der 1946 gegründete Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde ist ein eigenständiger Verein und hat derzeit ca. 40 aktive Mitglieder.

Seit 1952 existiert der Spielmanns- und Fanfarenzug Hemmingen e. V., der bereits größere Auslandstouren bestritten hat (z. B. 2003 auf Einladung Chinas beim „Shanghai International Arts Festival“).

Sport[Bearbeiten]

In Hemmingen gibt es mehrere Sportvereine. Die GSV Hemmingen bietet verschiedene Breitensportarten an, unter anderem Fußball, Handball, Tennis und Tischtennis. In den Abteilungen Handball und Schwimmen existiert eine Partnerschaft mit dem TSV Schwieberdingen. Bekannte ehemalige Sportler der GSV sind Fußballprofi Serge Gnabry (Arsenal London), sowie die Handballprofis Maike März, Dinah Eckerle (beide Thüringer HC), Sanja Vlahovic (SG BBM Bietigheim) und Marcus Rominger (zuletzt Rhein-Neckar-Löwen). Im Schützenverein Hemmingen wird Schießsport betrieben.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Laurentiuskirche ist das älteste Gebäude im Dorf und liegt in der Ortsmitte am Marktplatz und neben dem Schloss. Der Kaiserstein (Hemmingen) ist ein rund sechs Meter hoher Stein südlich von Hemmingen bei 9° 2′ 10″ östlicher Länge und 48° 51′ 30″ nördlicher Breite in Württemberg, der an den Besuch Kaiser Wilhelms I. 1885 im Schloss von Hemmingen erinnert. Er gehört zu den höchsten Gedenksteinen in Baden-Württemberg. Ursprünglich zierte ein Metall-Adler die Spitze. Am Fluss Glems steht die denkmalgeschützte Hagmühle.

Jugend[Bearbeiten]

Die Gemeinde betreibt das Jugendhaus Astergarten unter hauptamtlicher Leitung.

Die evangelische Jugend Hemmingen (ejh) wurde 2007 als selbständiges Jugendwerk innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde gegründet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Zug der Strohgäubahn im Bahnhof Hemmingen

Seit 1906 gibt es die Strohgäubahn, die werktags im Halbstundentakt und am Wochenende im Stundentakt zwischen Hemmingen und Korntal verkehrt. Im Endausbau verkehrt die Strohgäubahn zwischen Ditzingen-Heimerdingen und Korntal. Sie gehört als Linie R61 zum Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart und wird vom Zweckverband Strohgäubahn, zu dem der Landkreis Ludwigsburg und die Anliegerkommunen Ditzingen, Hemmingen, Schwieberdingen und Korntal-Münchingen gehören, betrieben. Außerdem gibt es die Buslinien 501, 502, 534 und 651, die jeweils in die nächsten größeren Ort fahren, wie Feuerbach, Ludwigsburg und Leonberg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Küenle Antriebssysteme GmbH und Co. KG, mit etwa 100 Mitarbeitern
  • Helukabel GmbH, Hersteller von Kabeln und Leitungen

Bildung[Bearbeiten]

Hemmingen verfügt über eine eigene Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Gemeinsam mit Schwieberdingen wird dort eine Realschule betrieben.

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Das Strom- und Gasnetz in der Gemeinde wird von der EnBW Regional AG betrieben. Das Hemminger Trinkwasser ist Mischwasser von der Landeswasserversorgung und der Strohgäu-Wasserversorgung. Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100 %-igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hemmingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 453–455
  3. Das Archidiakonat Trinitatis war in die Landkapitel Weil der Stadt, Grüningen (heute Markgröningen) und Vaihingen an der Enz unterteilt.
  4. http://www.wahlen.kdrs.de/AGS118027/118027g.htm