Hengsberg

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der österreichischen Gemeinde, zur bayerischen Einöde siehe Egglham, zum Stadtteil von Pirmasens siehe Hengsberg (Pirmasens).
Hengsberg
Wappen von Hengsberg
Hengsberg (Österreich)
Hengsberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leibnitz
Kfz-Kennzeichen: LB
Fläche: 17,7 km²
Koordinaten: 46° 52′ N, 15° 26′ O46.86944444444415.433333333333351Koordinaten: 46° 52′ 10″ N, 15° 26′ 0″ O
Höhe: 351 m ü. A.
Einwohner: 1.395 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8411, 8403, 8504
Vorwahl: 03185
Gemeindekennziffer: 6 10 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hengsberg 4
8411 Hengsberg
Website: www.hengsberg.at
Politik
Bürgermeister: Johann Mayer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9
5
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Hengsberg im Bezirk Leibnitz
Allerheiligen bei Wildon Arnfels Ehrenhausen Empersdorf Gabersdorf Gamlitz Gleinstätten Gralla Großklein Heiligenkreuz am Waasen Heimschuh Hengsberg Kitzeck im Sausal Lang Lebring-Sankt Margarethen Leibnitz Leutschach an der Weinstraße Oberhaag Ragnitz Sankt Andrä-Höch Sankt Georgen an der Stiefing Sankt Johann im Saggautal Sankt Nikolai im Sausal Sankt Veit in der Südsteiermark Schwarzautal Straß-Spielfeld Tillmitsch Wagna Wildon SteiermarkLage der Gemeinde Hengsberg im Bezirk Leibnitz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hengsberg ist eine Gemeinde mit 1395 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Steiermark.

Geografie[Bearbeiten]

Hengsberg liegt südlich von Graz am Ausläufer des Buchkogel im Bezirk Leibnitz im österreichischen Bundesland Steiermark.

Katastralgemeinden und Ortschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden.
Ortschaften (Einwohnerzahlen von 2011) sind:

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 1951 wurde Flüssing, am 1. Jänner 1970 wurden Schönberg an der Laßnitz (mit Kehlsdorf und Matzelsdorf) und Schrötten an der Laßnitz (mit Leitersdorf) eingemeindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (alphabetisch): Dobl-Zwaring, Lang, Preding, St. Nikolai im Sausal und Wildon.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Freybüchel, um 1820,
lith. J.F. Kaiser

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 892 (Hengistfeldon). 1045 schenkte König Heinrich III. dem Erzbischof Balduin das königliche Kammergut Leitersdorf an der Laßnitz, gelegen in der Markgrafschaft Gottfrieds und im Forst Sausal (predium quale visi sumus Liutoldasdorf habere, in comitatu Gotefridi marchionis et foresto Susel iuxta litus Losnicae fluminis situm).[1]

Der Name „Schrötten“ wird von einer Rodung (mhd. schrôt „abgeschnittenes Stück, Klotz“, auch als Sammelbegriff verwendet für Baumstrünke; mhd. schrôten „(ab)hauen, (ab)schneiden“) abgeleitet.[2]

Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848, die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Seit 2009 bildet die Gemeinde zusammen mit den Gemeinden Lang, Lebring-St. Margarethen, Stocking, Wildon und Weitendorf die Kleinregion Kulturpark Hengist. (Bei der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden der Großteil der Gemeinde Stocking und die Gemeinde Weitendorf ab 2015 mit der Marktgemeinde Wildon zusammengeschlossen.)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 2014 hatte die Gemeinde 1395 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung[3]
Jahr Ew. Jahr Ew. Jahr Ew.
1869 1323 1923 1323 1971 1150
1880 1480 1934 1278 1981 1156
1890 1366 1939 1400 1991 1185
1900 1338 1951 1167 2001 1398
1910 1311 1961 1134 2011 1390

Religionen[Bearbeiten]

Hengsberg war eine Urpfarre seit etwa der 1. Hälfte des 9. Jhdts., Mutterpfarre seit etwa dem 13. Jhdt. mit den Pfarren Wundschuh, Wildon, Preding, Lang und St. Margarethen. Das Gebiet der Pfarre Hengsberg umfasst heute alle Ortschaften der Gemeinde Hengsberg sowie Lichendorf in der Gemeinde Wildon und Lamberg in der Gemeinde Dobl-Zwaring.

Nach der Schaffung des evangelischen Friedhofes und dem Bau eines Totenhauses mit Glockenturm kam es zur Errichtung des evangelischen Christus-Kirchleins und dessen Einweihung am 5. Juni 1933.

Politik[Bearbeiten]

Nach dem Rücktritt des langjährigen Bürgermeisters Robert Baumann wurde vom Gemeinderat am 15. Februar 2007 Johann Mayer (ÖVP) zum neuen Bürgermeister gewählt. Der Gemeinderat setzt sich nach den Wahlen von 2010 wie folgt zusammen: 9 ÖVP, 5 SPÖ, 1 FPÖ

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen, ein in goldenem Schild auf grünem Dreiberg steigender Rappenhengst, wurde der Gemeinde am 11. September 1961 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hengsberg

Museen[Bearbeiten]

Im Jahre 1976 wurden bei der Renovierung der Pfarrkirche Reste der Burgfundamente und eine Gruft entdeckt. Diese Funde sind gemeinsam mit anderen aus der Umgebung (Römerzeit) in dem unter der Kirche befindlichen Hengistburg-Museum ausgestellt.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche zum Hl. Laurentius ist ringförmig von der Mauer des einstigen Friedhofes umgeben und hat einen mächtigen, viergeschossigen Turm mit der beachtlichen Höhe von 72 Metern. Der quadratische Turm mit Spitzhelm trägt fünf Glocken, die 1924 angeschafft wurden.
  • Gemeindeamt in der ehemaligen Volksschule
  • Volksschule im ehemaligen Klostergebäude

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Das Waldgebiet am Buchkogel im Grenzbereich des Murfeldes und des Leibnitzerfeldes in den Gemeinden Wildon, Lebring-St. Margarethen, Lang und Hengsberg wurde zum „Naturschutzgebiet Wildoner Buchkogel“ erklärt. Damit sollen die naturnahen Buchenwaldbestände und die artenreichen Pflanzenvorkommen dieses Gebietes geschützt werden. Zu diesen Pflanzen gehören Rotbuche, Wolfs-Eisenhut, Breitblatt-, Schmalblatt- und Purpur-Waldvöglein, Maiglöckchen, Alpenzyklame, Illyrisch-Krokus, Seidelbast, Ständelwurz, Hundszahnlilie, Hecken-Nieswurz, Frühlings-Knotenblume, Türkenbund-Lilie, Groß-Zweiblatt, Vogelnestwurz, Weiß-Waldhyazinthe, Erd-Primel, Wald-Veilchen, Hain-Veilchen.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird von der Schröttenstraße L 601 durchzogen, wegen der starken Frequenz wird diese von einem Rad-/Gehweg begleitet. Die Pyhrn Autobahn A 9 tangiert die Gemeinde im Nordosten, eine Halbanschlussstelle von und nach Richtung Graz am Kehlsberg ist geplant.
Die Gemeinde liegt am bereits eröffneten Teilabschnitt der im Bau befindlichen Koralmbahn. Die 2010 eröffnete Bahnhaltestelle „Hengsberg“ ermöglicht ein Zusteigen zu den Zügen der  S6  Richtung Graz oder Wies-Eibiswald (über Deutschlandsberg).

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Anton Lienhart (* 1939), Altbürgermeister

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik Preding
  2. Fritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung „Indogermanistik“ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000. ISBN 3-7011-0026-8. S. 251.
  3. Statistik Austria: Einwohnerentwicklung (PDF; 36 kB) bei Statistik Austria (abgerufen am 8. Jänner 2015)
  4. Bezirkshauptmannschaft Leibnitz: Verordnung des Bezirkshauptmannes von Leibnitz vom 16. Dezember 2013 über die Erklärung des Waldbestandes am Wildoner Buchkogel zum Pflanzenschutzgebiet. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 20. Dezember 2013. Jahrgang 2013, 51./52. Stück. ZDB-ID 1291268-2 S. 722–723.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hengsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien