Henkell & Co. Sektkellerei

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Henkell & Co. Sektkellerei KG
Das Logo der Henkell & Co.-Gruppe
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1832
Sitz Wiesbaden
Umsatz 677,6 in Mio. € (2012)
Branche Schaumweinproduktion, Spirituosenproduktion
Website [1]

Die Henkell & Co. Sektkellerei KG ist ein deutsches Unternehmen für Sekt, Wein und Spirituosen mit Sitz in Wiesbaden und gehört seit 1986 zur Dr. August Oetker KG.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und frühe Jahre[Bearbeiten]

Das Henkell Stammhaus in Wiesbaden
Eingangsbereich Marmorsaal

1832 gründet Adam Henkell die Weinhandlung Henkell & Cie in Mainz. 25 Jahre später lässt er in der Mainzer Walpodenstraße eine „Champagnerfabrik“ bauen und ist damit einer der Ersten in Deutschland, der die Technik beherrscht, aus Wein Sekt herzustellen. Unter der Leitung Otto Henkell I. wird 1894 die Marke Henkell Trocken geprägt, 1898 als eine der ersten Marken in Deutschland amtlich geschützt. 1909 zieht Henkell & Co in das Henkell-Schlösschen in Wiesbaden-Biebrich. In den Jahren von 1900 bis 1920 wurde die Marke Henkell Trocken sehr stark beworben. So erschienen regelmäßig großformatige Anzeigen zum Beispiel in der Jugend oder im Simplicissimus. Für die Gestaltung der Anzeigen wurden Künstler wie Thomas Theodor Heine, Lucian Bernhard, Gino von Finetti oder Adolf Münzer beauftragt. Auch das Henkell-Schlösschen war in der für Lucian Bernhard typischen Gestaltungsweise Gegenstand etlicher ganzseitiger Reklameanzeigen.

Otto Henkell und Ludwig Stollwerck gelten als die Erfinder der Gemeinschaftswerbung, die sie ab etwa 1900 einsetzten. Damit wurden erstmals Marketingmaßnahmen von Unternehmen einer Branche gemeinschaftlich entwickelt und finanziert.

1935 entwickelt Henkell & Co den Pikkolo und lässt auch diese Marke eintragen. Ab 1936 war der „Schwarze Herr“ im Stil eines Scherenschnitts viele Jahre das Erkennungszeichen von Henkell Trocken.

Expansion[Bearbeiten]

1975 übernahm das Unternehmen die Sektkellerei Carstens KG. Es folgten weitere Übernahmen und Firmenanschlüsse. Im Jahr 1986 verkaufte Otto Henkell die Kellerei an den Unternehmer Rudolf-August Oetker, der bereits 1958 die Söhnlein Rheingold Sektkellerei übernommen hatte. Nachdem sich zunächst die Sektkellerei Henkell & Co. und die Söhnlein Rheingold KG eigenständig entwickelt hatten, fusionierten die einstigen Konkurrenten 1987 zu den Henkell & Söhnlein Sektkellereien mit Sitz in Wiesbaden-Biebrich. Beide Unternehmen wurden bis 2009 weitergeführt und in der Muttergesellschaft Henkell & Söhnlein Sektkellereien konsolidiert.

Henkell & Söhnlein Sektkellereien tat den ersten Schritt hin zu einer europäischen Getränkegruppe, als im Jahr 1988 die Akquisition von Scharlachberg, Österreich, unter Ausklammerung des gleichnamigen Weinbrandes erfolgte. Henkell & Söhnlein, Österreich, wurde mit nunmehr eigener Sektherstellung in Wien und eigener Spirituosenabfüllung in Salzburg gegründet. 1992 übernahm man die Hungarovin, Budapest, den ungarischen Marktführer für Sekt; 1995 erwarb das Unternehmen die Aktienmehrheit an der Kurpfalz Sektkellerei in Speyer. 1996 wurde die Henkell & Söhnlein Polska, Warschau gegründet, 1997 die Deinhard Sektkellerei KG in Koblenz übernommen und die qualifizierte Mehrheit an der Vinpol in Toruń, Polen erworben. 1999 übernahm die Gruppe die qualifizierte Aktienmehrheit an der Bohemia Sekt Českomoravská vinařská, Starý Plzenec, Tschechien, 2000 die Aktienmehrheit an der slowakischen Schaumweinfirma Hubert J.E. in Sereď. Im gleichen Jahr wurde Gratien & Meyer in Saumur, Frankreich gekauft. 2003 übernahm Henkell & Söhnlein Vertrieb und Markenrechte für die Sektmanufaktur Menger-Krug in Deidesheim und die S.C. Astese Production, Bukarest, Rumänien. 2004 kamen die Marken Kupferberg Gold und Scharlachberg Meisterbrand hinzu. 2006 erfolgte die Übernahme der Spirituosenmarken Der Gute Pott und Stern-Marke von der A. Racke GmbH & Co, Bingen. Im Oktober 2007 expandierte das Unternehmen weiter mit der Übernahme der in Kiew ansässigen Sektkellerei Kijewskij Sawod Schampanskich Win Stolitschnij. Im Mai 2008 übernahm Henkell & Söhnlein Sektkellereien das italienische Traditionsunternehmen Mionetto. Die Spumante und Frizzante aus dem Hause Mionetto wurden schon mehrfach auf internationalen Weinmessen ausgezeichnet. Zum 1. Januar 2009 wurde die Henkell & Söhnlein Sektkellereien nach mehreren Verschmelzungen zur Henkell & Co. Sektkellerei umfirmiert.[1]

Tochterunternehmen[Bearbeiten]

Zum Konsolidierungskreis der Henkell & Co. Sektkellerei KG gehören folgende Tochterunternehmen: Deinhard KG, Sektkellerei Kupferberg, Kurpfalz Sektkellerei GmbH, Fürst von Metternich Sektkellerei GmbH, Schloss Johannisberger Weingüterverwaltung GbR, Menger- Krug Sektkellerei GmbH, Gorbatschow Wodka KG, Scharlachberg Weinbrennerei GmbH und H.H. Pott Nfgr. Vertriebsgesellschaft mbH.[2] Im Ausland gehören der Gruppe an: Henkell & Co. Sektkellerei Ges.m.b.H (Österreich), Törley Sektkellerei Kft. (Ungarn), Vinpol Sp. Z o.o. (Polen), Bohemia Sekt a.s. (Tschechien), Hubert J.E. s.r.o. (Slowakei), Alfred Gratien S.A.S., (Frankreich), S.C. Angelli Spumante & Aperitive s.r.l. (Rumänien), die Kiewer Sektkellerei (Ukraine), die Minonetto S.p.A. (Italien) sowie Copestick Murray, Wiltshire (GB).

Unternehmensdaten[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 erzielte Henkell & Co. einen Umsatz von 677,6 Millionen Euro, davon 326,6 Millionen Euro in Deutschland und 351 Millionen Euro im Ausland. 2012 beschäftigte das Unternehmen 2.040 Mitarbeiter, davon 547 im Inland und 1.493 im Ausland. Die Geschäftsführung besteht aus Sprecher Dr. Andreas Brokemper (Internationales Geschäft und Controlling), Eberhard Benz (Produktion und Einkauf) sowie Frank van Fürden (Verkauf, Marketing und Logistik).

Marken[Bearbeiten]

Marken: Henkell-Sekt und Fürst von Metternich Sekt
  • Sekt: Henkell-Sekte, Adam Henkell, Menger-Krug, Fürst von Metternich, Deinhard, Kupferberg (Sekt), Lutter & Wegner, Carstens Bio Sekt, Söhnlein Brillant, Rüttgers Club, Schloss Rheinberg, Schloss Biebrich, Cantor Alkoholfrei Sparkling, Ukrainskoye.
  • Champagner: Alfred Gratien, Champagne Veuve Emille
  • Prosecco: Prosecco Yello, Francesco Yello, Mionetto
  • Crémant: Gratien & Meyer
  • Cava: Cavas Hill
  • Wein: Balaton, Deinhard
  • Spirituosen: Batida, Cardenal Mendoza, Fürst Bismarck, Jacobi 1880, Kuemmerling, Mangaroca Cachaça, Pott, Scharlachberg Meisterbrand, Stern Marke, Wodka Gorbatschow

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Firmen-Chronik
  2. Henkell übernimmt Rum-Marken von Racke

50.0535788.24422Koordinaten: 50° 3′ 12,9″ N, 8° 14′ 39,2″ O