Henner Huhle

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Henner Huhle (2011)

Henner Huhle (* 30. Januar 1937 in Halle (Saale)) ist ein ehemaliger Sportlehrer, Studienrat und Fechtmeister. Er war Vizemeister der DDR im Geräteturnen. Huhle schrieb mehrere Bücher über sportliche und korporationsstudentische Themen.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Huhle besuchte ab September 1942 die Volksschule in Alsleben und Jessen, ab 1950 das Melanchthon-Gymnasium in der Lutherstadt Wittenberg und ab 1951 die Lucas-Cranach-Oberschule in Wittenberg-Piesteritz. Am 17. Juni 1953 nahm er am Volksaufstand teil, machte 1955 Abitur uns floh drei Wochen danach, am 16. August 1955, aus der DDR nach Mülheim an der Ruhr. Dort absolvierte er eine Lehre als Elektroinstallateur, die er 1958 mit der Gesellenprüfung abschloss. Nach einem Lehrgang zur Anerkennung der Hochschulreife für Abiturienten aus der SBZ in Wuppertal nahm er das Studium der Sportwissenschaften und Mathematik in Köln auf. Während seiner Studienzeit trat er in die akademische Landsmannschaft Macaria im CC ein. Sein Studium schloss er am 10. Januar 1962 mit der Diplomprüfung in den Sonderfächern Volleyball, Fechten, Schwimmen, Turnen und Tanz ab. 1965 bestand er an der Deutschen Sporthochschule in Köln auch die Prüfung als staatlich geprüfter Schwimmmeister. 1966 folgte ein Studium in Geographie (Abschluss 1976). Seit 1. Mai 1962 arbeitete Huhle am Hansagymnasium Köln, sowie weiteren Gymnasien in Essen und Köln. Seit 1979 ist er Beamter auf Lebenszeit. Huhle ist Oberleutnant der Reserve und Mitglied der Re-Union der Luftwaffe e. V. und der Re-Union der Marine.

Außer seiner beruflichen Tätigkeit war Huhle immer ehrenamtlich sportlich tätig, erwarb verschiedene Scheine und Berechtigungen und war als Sportfunktionär tätig. Schon 1953 bestand er die Schiedsrichterprüfungen im Handball und Fußball. 1954/55 erwarb er das Sportabzeichen in Bronze, Silber und Gold der DDR. 1955 errang er den zweiten Platz bei den Meisterschaften im Geräteturnen der DDR. Nach der Flucht in die Bundesrepublik war er von 1956 bis 1958 Schülerturnwart der Mülheimer Turngemeinde von 1856, von 1957 bis 1958 Ausbilder der DLRG Mülheim/Ruhr. 1958 machte er die Vorturnerprüfung des Deutschen Turnerbunds. 1958 war er Teilnehmer am Deutschen Turnfest in München. 1959 erhielt er den Lehrschein der DLRG Mülheim/Ruhr. 1959/60 war er Assisistent für DLRG an der Deutschen Sporthochschule. 1960/61 war er Oberligaspieler der Volleyball-Mannschaft der Deutschen Sporthochschule. Am 27. November 1960 war er Spieler beim Länderspiel Deutschland-Holland im Korfball.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten]

Henner Huhle beim Grätschsprung

Seit dem 1. Mai 1962 arbeitete Huhle als Sportlehrer am Hansagymnasium Köln. Er war Leiter der Arbeitsgemeinschaften und Neigungsgruppen (Schießen, Kunstspringen, Schwimmen, DLRG, Turnen und Volleyball.) So war er 1968 Schiedsrichterwart der Deutschen Volleyballjugend. Als Trainer der Volleyballmannschaft des Hansagymnasiums nahm er seit 1965 15mal an Landesmeisterschaften, 9mal an Deutschen Meisterschaften und 3mal am Turnier Jugend trainiert für Olympia in Berlin teil. 1966 bis 1968 war er stellvertretender Jugendwart der Westdeutschen Volleyballjugend und gleichzeitig Spielwart der Westdeutschen Volleyball Jugend. 1967 legte er die staatliche Schwimmmeisterprüfung ab. Von 1968 bis 1969 war er Schiedsrichterwart der Deutschen Volleyball Jugend und 1968 bis 1973 Prüfer für Schiedsrichter im Volleyball an der Sportschule der Bundeswehr in Sonthofen. 1969 wurde er Betreuer der Auswahlmannschaft der Deutschen Volleyball und Jugend–Bundestrainer. Im gleichen Jahr legte es die Schiedsrichterprüfung A (Bundesliga) ab. Seit 1970 war er Mitglied der Prüfungskommission des Verbandes der Fechtmeister (VdF). Am 20. Oktober 1970 erhielt er die Ehrenurkunde des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen für besondere Leistungen im Schulsport. Ab 1971 war er Skilehrer des Bayerischen Skiverbandes und begann mit dem Bergsteigen. Ebenfalls ab 1971 war er außerdem 23 Jahre Fechtamtsleiter des Coburger Conventes. Bei den XX. Olympischen Spielen in München 1972 war er Schiedsrichter und außerordentlicher Bundestrainer. Ab März 1973 war er 23 Jahre lang Leiter der Segelfluggemeinschaft der Kölner Gymnasien (Flugschein A, B und C). 1975 wurde er Dozent für Methodik am Gesamtseminar für Lehrerfortbildung in Köln. 1976 legte er die Prüfung zum Diplom-Fechtmeister ab.

Sein Hauptwerk als Autor im Bereich des Sportes ist ein zwischenzeitlich mehrfach neu aufgelegtes Lehrbuch über Volleyball.

Arbeit als Studentenhistoriker und Verbandsfunktionär[Bearbeiten]

Huhle wurde im Sommersemester 1959 bei der Landsmannschaft Macaria Köln im Coburger Convent aktiv, und wandte daher neben dem Volleyball seine Aufmerksamkeit besonders dem Fechten zu.

1969 wurde er Mitglied des Prüfungs- und Lehrausschusses des Verbandes der Fechtmeister VdF als CC-Beauftragter in der Arbeitsgemeinschaft Andernach (AGA). 1965 bis 1972 war Huhle Schriftführer der Studentengeschichtlichen Vereinigung des CC, von 1971 bis 1994 Fechtamtsleiter des CC und von 1973 bis 1994 AHCC-Beauftragter für Fechtangelegenheiten. 1975 rief er die Fechtchargiertentagungen ins Leben (über 50 Tagungen leitete er selbst). 1976 legte er die Diplom-Fechtmeisterprüfung ab und wurde 1981 Präsident des VdF und 1985 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Andernach. Alle offiziellen Piktogramme (Schlägerfechten mit Korb und Glocke: Paukant, Paukant und Sekundant, zwei Paukanten und zwei Sekundanten) wurden von Huhle entwickelt und eingeführt. Von August bis November 1987 organisierte er im Historischen Museum in Frankfurt am Main im Rahmen der Ausstellung „500 Jahre Fechtmeister in Deutschland“ eine Ausstellung aller Fechtwaffen, insbesondere der akademischen Fechtwaffen. Im Juli 1989 war Huhle der erste Fechtmeister, der auf Einladung der damals neu entstehenden DDR-Studentenverbindungen in die DDR reiste, um in seiner Geburtsstadt Halle Unterricht im akademischen Fechten zu erteilen. Zu diesem Zweck schmuggelte er Klingen und weitere Waffenteile inklusive Schutzausrüstung teilweise im Kofferraum des eigenen Kraftwagens über die innerdeutsche Grenze. Er gründete am 23. Juli 1989 illegal die „Akademische Fechtgemeinschaft Halle/Leipzig der DDR" in Halle.

Huhle erhielt 1989 die Auszeichnung „Die Stadt Coburg dankt“ durch den Coburger Oberbürgermeister Karl-Heinz Höhn. Im Januar 1990 wurde die erste gesamtdeutsche Consenioren-Tagung in Berlin durchgeführt. Am 23. September 1990 organisierte Huhle den ersten und einzigen Mensurtag auf dem Boden der DDR. 1994 wurde Huhle von der Jahrenshauptversammlung des Verbandes der Fechtmeister zum Ehrenpräsidenten ernannt. 1994 wurde Huhle auf Beschluss des CC-Tages zum Ehrenfechtamtsleiter des CC ernannt. 1995 Verlieh der Convent Deutscher Akademikerverbänd (CDA) für seine Verdienste um das Korporotionsstudententum die „Fabricius Medaille“. Seit der Tagung 1964 in Altdorf nimmt Huhle an den Studentenhistorikertagungen teil. Seine Hauptwerke als Autor im Bereich des akademischen Fechtens sind das mehrfach neu aufgelegte Buch: Die Entwicklung des Fechtens an Deutschen Hochschulen und- 500 Jahre Fechtmeister in Deutschland. 10 Jahre lang leitete Huhle in Zusammenarbeit mit dem BGS-Coburg die Seminare „Denken an die deutsche Einheit“

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Sportpädagogik[Bearbeiten]

  • Die Entwicklung des Fechtens an Deutschen Hochschule. Diplomarbeit an der Sporthochschule in Köln. WS 1961/62
  • Volleyball, Technik – Taktik – Regeln. Falkenverlag 1975, Niederhausen Taunus ISBN 3-8068-0351-X
  • Geschichte des Volleyballs. Falkenverlag 1975; ISBN 3-8068-0351-X
  • Der frontale Angriffsschlag im Volleyball. Wissenschaftliche Staatsarbeit am staatl. Bezirksseminar Köln 1976
  • Der frontale Angriffsschlag im Volleyball. Auszug und bildliche Ergänzung zum „frontalen Angriffsschlag“ und mathematisch/physikalische Beweisführung. Selbstverlag 1978
  • Die Entwicklung des Volleyballspiels im Bereich der Schule am Beispiel NRW, 1976
  • Neue methodische Aspekte bei der Vermittlung des frontalen Schmetterschlages. Lehre + Praxis des Volleyballspiels, 3. Jahrgang, Nr. 4/Juli 1979

Studentengeschichte[Bearbeiten]

  • Die Entwicklung des Fechtens an Deutschen Hochschulen. Auszug und gleichzeitig Ergänzung aus der Diplomarbeit der DSHS Köln. In: Historia Academica Nr. 5; Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des CC 1964, Druck: Heinrich Fink GmbH+Co Stuttgart
  • Die moderne Schlägermensur. 1965
  • Das Fechten nach 1945 und die Reformversuche. In: Deutsche Sängerschaft, Weimarer CC 70 vom 5. Sept 1965
  • Fechten – Ja aber wie? 1972
  • Gedanken zur Entwicklung des Schlägerfechtens. In: CC-Blätter 87 (1972), Sondernummer Pfingsten 72
  • Akademische Fechtgemeinschaften. In: CC-Mitteilungen, Nr. 35, April 1975
  • Ein einheitlicher Schlägercomment? In: CC-Mitteilungen, Nr. 39, April 1976
  • Die Geschichte des studentischen Fechtens. In: CC-Blätter März und April 1978
  • Unser Fechten – Entwicklung und Zweck. In: Mensur – was solls, Stuttgart 1984, 17–19
  • Geschichte des Verbandes der Fechtmeister (VdF). 1984 im Liederheft – 100 Jahre VdF, 1984 Großheirat
  • Fechten im CC. In: Klaus Wöhner, Coburg und sein Convent, Coburg 1986
  • Allgemeiner Mensur –Comment. VdF und AGA, Köln 1986, Neudruck 1997
  • 500 Jahre Fechtmeister in Deutschland. Ältester privilegierter Berufsverband Frankfurt, Historisches Museum in Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-923420-08-0
  • Fechtschule des Schlägerfechtens, mit Günter Rupp, Köln 1987
  • Nichts verändert das Fechten so, wie der Komment. In: Einst und Jetzt 34 (1989)
  • Zu dieser Zeit – kaum zu glauben. Die illegale Gründung einer schlagenden Verbindung in Der DDR. In: Einst und Jetzt 36 (1991)
  • CODEX. Grundsätze für freiwillig vereinbarte Fechtfolgen. Köln 1993
  • Auf der Suche nach einem Ziegenhainer. Waffenstudentisches Ehrenwort in der DDR. In: SK Studenten Kurier 2/2005
  • Die präwendalen Couleuriker und die Rudelsburger Allianz. Eine Geschichte der Studentenbewegung in Mitteldeutschland vor der Öffnung der Mauer bis zur Gründung der Rudelsburger Allianz. Edwin Ferger Verlag 2006, ISBN 9783931219338

Politischer Poet, Schriftsteller und Literat[Bearbeiten]

Gedichtbände:

  • Als Rufer der deutschen Einheit
  • „Deutschland“ Dez. 89
  • „Deutschland“? Köln, Frühjahr 1992
  • Ist es nicht so?
  • Alsleben – Zyklus
  • Jessner Gedichte

Kurzgeschichten:

  • Jess’ner Schulfestgeschichten (4)
  • Jess’ner Lautejungen (5)
  • Jessner Schul u. Heimatfestverein e. V. Stadt Jessen
  • Elbe-Elster Anzeiger usw.
  • Alslebener Geschichten

Lieder:

  • In Köln am Ring do steht…
  • Lasst uns wieder glauben an das Vaterland
  • „Das Coburglied“: Im Herzen uns’res Vaterlands
  • Das Mauerlied: Der Krieg der ging verloren…

Literatur:

  • Literatur von und über Henner Huhle im Katalog der deutschen Nationalbibliothek
  • Friedhelm Golücke – Verfasserlexikon zur Studenten- und Hochschulgeschichte- Köln 2004
  • Who is Who Germany - 14. Edition, Berlin 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henner Huhle – Sammlung von Bildern