Henning Venske

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Henning Venske (2014)

Henning Venske (* 3. April 1939 in Stettin) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Moderator und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Henning Venske entstammt einer pommerschen Familie und wuchs nach der Flucht zu Kriegsende in Minden in Ostwestfalen auf. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Regula Venske ist seine Schwester. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und Geschichte. Ein Studium der Theaterwissenschaft brach er ab. Seine Schauspielerausbildung erhielt er an der Max-Reinhardt-Schule Berlin, sein erstes Bühnenengagement hatte er 1961 am Theater am Kurfürstendamm.

Es folgten bis 1967 weitere Engagements als Schauspieler und Regieassistent in Berlin − mit Regisseuren wie Fritz Kortner, Boleslaw Barlog, Hans Lietzau und Samuel Beckett. Am Thalia-Theater in Hamburg arbeitete er 1967/68 mit Regisseuren wie Hans Deppe, Peter Mosbacher und Ullrich Haupt.

In den 1970er-Jahren begann Venskes Arbeit als freiberuflicher Schauspieler, Regisseur, Moderator und Autor beim Fernsehen und im Hörfunk (NDR). Von 1971 bis 1974 moderierte er die Fernsehsendung Musik aus Studio B. Auch Sendungen wie Sesamstraße und Rollen im Tatort machten ihn einem breiteren Publikum bekannt. Auf der Bühne ging er in dieser Zeit u.a. mit Papa, Charly hat gesagt… auf Tournee.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde Venske Chefredakteur der Satirezeitschrift Pardon. Er veröffentlichte unter dem Pseudonym Arne Piewitz 1983 ein illustriertes Erwiderungsbuch mit dem Titel Ich war der Märchenprinz als fiktive Antwort auf Svende Merians Buch Der Tod des Märchenprinzen. Mit dem Stern-Redakteur Günter Handlögten zusammen schrieb er vier Bücher über Wirtschaftskriminalität. Für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft wirkte er als Autor und Regisseur und trat bisweilen auch mit ihr auf. Außerdem schrieb er Kinderbücher sowie deutsche Liedtexte für die niederländische Rockgruppe Bots (LP Aufstehn, 1980).

Bis heute arbeitet Venske regelmäßig als Sprecher und Moderator. Zudem gibt er im Hamburger Kabarett Alma Hoppes Lustspielhaus regelmäßige Monats- und Jahresrückblicke zum besten (Venskes Monats-/Jahresschauer). Seit September 2009 tourt er darüber hinaus mit Jochen Busse und dem Programm Inventur durch den deutschsprachigen Raum.[1]

Henning Venske lebt mit seiner Frau Hilde in Hamburg. Sein Sohn Nicolaus starb 2006 im Alter von 45 Jahren, dessen Zwillingsschwester Louise 2009 im Alter von 47.[2]

Am 29. März 2009 bekam Venske im Rahmen der 15-Jahre-Gala des Alma Hoppe-Lustspielhauses in Hamburg durch Kultursenatorin Karin von Welck die Biermann-Ratjen-Medaille des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen.[3] 2010 erhielt er zusammen mit seinem Partner Jochen Busse den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis. 2012 folgte ebenfalls gemeinsam mit Jochen Busse der Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises[4], Laudator war dabei Dieter Hildebrandt. Seit 2012 tourt Venske mit seinem Solo Das wird man ja wohl noch sagen dürfen und mit seinem neuen Partner Kai Magnus Sting mit dem Programm Gegensätze.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1974 Morddeutscher Buntfunk (Langspielplatte)
  • 1975 Mit Elegance (Langspielplatte)
  • 1976 Als die Autos rückwärts fuhren (Langspielplatte)
  • 1979 Trutz Blanker Hohn - ein Friesical von Henning Venske und Hein Hoop - Musik von Lonzo Westphal (Langspielplatte)
  • 1979 Krawumm oder: Es war einmal (Langspielplatte)
  • 1981 Als die Autos rückwärts fuhren, ISBN 3-7976-1262-1
  • 1981 Hein Hoop; Henning Venske - Grimmige Märchen : In Hoch- und Plattdeutsch - ISBN 3-921860-10-5
  • 1983 Ist Ludwig Puhlnase ein garstiges Ungeheuer?, ISBN 3-7976-1312-1
  • 1984 Das kleine Punk., ISBN 3-7976-1407-1
  • 1984 Feine Gesellschaft. Ihre Bank. Unser Geld. Nachrichten aus dem Bankensumpf, ISBN 3-921909-33-3
  • 1984 Dreckiger Sumpf. Vertrauliche Aufzeichnungen und Bekenntnisse aus der Provinz, ISBN 3-921909-02-3
  • 1988 Die deutsche Arbeit. Bibliothek der deutschen Werte, Satire, ISBN 3-426-02728-3
  • 1990 Der Schmutz aus dem Nest, ISBN 3-463-40137-1
  • 1994 Mäxchen oder Wie ein Max entsteht, mit Ernst Kahl, ISBN 3-929007-20-7
  • 1996 Dreckiger Sumpf II. Wilhelms wahnsinnige Erben. ISBN 3-929017-72-5
  • .... Gerhard Schröders geheimes Tagebuch, Satire, ISBN 3-492-22663-9
  • 1999 Briefe aus dem Regierungslager, Satire, ISBN 3-492-23106-3
  • 2006 Spätlese Trocken, Kabarett, ISBN 3-89667-297-5
  • 2008 Als die Autos rückwärts fuhren, Neuauflage des Original-Hörspiels, EAN 4260147770129 Label: highscoremusic.com
  • 2011 Lallbacken: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen, Westend, ISBN 3938060557.
  • 2014 Es war mir ein Vergnügen. Eine Biografie. Westend, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-86489-051-2.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Tourdaten
  2. Cora Stephan: Shit rauchen gegen die Wurstfresser, Rezension in: FAZ, 25. Oktober 2014, S. 10
  3. Hamburger Abendblatt am 30. März 2009: Hohe Auszeichnung für Henning Venske
  4. Bayerischer Kabarettpreis 2012: Ehrenpreis für Busse & Venske

Weblinks[Bearbeiten]