Henri Christophe

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Henri Christophe als Heinrich I.

Henri Christophe (* 6. Oktober 1767 auf Grenada; † 8. Oktober 1820 in Milot, Haiti) war von 1811 bis 1820 als Heinrich I. (frz: Henri I.) König von Nord-Haiti.

Christophe wurde als Sklave auf Grenada geboren und kam früh nach Saint Domingue, wo er in einem Hotelrestaurant arbeitete und die Freiheit gewann. Er beteiligte sich an der Haitianischen Revolution gegen die Franzosen 1793 und arbeitete sich bis 1802 zum Brigadegeneral empor. Zusammen mit Alexandre Pétion führte er 1805 den Aufstand gegen Jean-Jacques Dessalines an. 1806 ließ er Dessalines ermorden. Darauf kämpfte er mit Pétion um die Alleinherrschaft, bis sie 1808 das Land so teilten, dass Christophe den von der überwiegend schwarzen Bevölkerung bewohnten nördlichen Teil erhielt. Diesen verwandelte er 1811 in eine erbliche Monarchie und ließ sich 1811 als Heinrich I. zum König ausrufen, der Süden wurde eine Mulatten-Republik unter Präsident Pétion.

Christophe versuchte, durch die Errichtung von Prachtbauten, allen voran seine Residenz Sans Souci, und die Etablierung eines von ihm ernannten Adels einen feudalen Staat zu schaffen. Obwohl er sein Augenmerk auf die Förderung von Bildung und die Schaffung eines Rechtssystems, des Code Henry, legte, blieb er ein unbeliebter Herrscher, der einem Staatsstreich zuvorkam, indem er sich am 8. Oktober 1820 mit einer silbernen Kugel selbst erschoss.

Literatur[Bearbeiten]

  • C. L. R. James: Die schwarzen Jakobiner. Toussaint L’Ouverture und die Unabhängigkeitsrevolution in Haiti. Pahl-Rugenstein, Köln 1988, ISBN 978-3-76090911-0
  • Erwin Rüsch: Die Revolution von Saint Domingue (Übersee-Geschichte. Band 5). Hamburg 1930
  • Franz Sundstral: Aus der schwarzen Republik. Der Neger-Aufstand auf Santo Domingo oder die Entstehungs-Geschichte des Staates Haiti. Leipzig 1903
  • Alejo Carpentier: Das Reich von dieser Welt. Suhrkamp, Berlin 2012 (1. dt. Aufl. 1964), ISBN 978-3518240137
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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