Henriette Hertz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Henriette Hertz (* 6. Januar 1846 in Köln; † 9. April 1913 in Rom) war eine deutsche Mäzenin und Kunstsammlerin.

Henriette Hertz entstammte jüdischen kleinbürgerlichen Verhältnissen; ihr Vater hatte sich mit seiner Familie 1844 als Kaufmann und Pferdehändler in Köln niedergelassen. Henriette Hertz war nach den Eintragungen das erste in Köln geborene Kind. Von ihren 16 Geschwistern überlebten sieben die Kindheit.

Bekannt ist Henriette Hertz vor allem durch die Gründung des ersten Instituts für Kunstgeschichte in Rom, der Bibliotheca Hertziana, und deren Stiftung als Vermächtnis an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG). In ihrem Kodizill vom 21. März 1913 übereignete sie der KWG den von ihr im Jahr 1904 erworbenen Palazzo Zuccari, den gesamten Bestand ihrer Bibliothek (Einrichtung, Bücher, Manuskripte, Fotografien etc.) sowie ein in Wertpapieren angelegtes Stiftungskapital von 12.500 £ zur Finanzierung des Instituts und 50.000 Lire zur Erweiterung der Bibliothek. Henriette Hertz wollte mit der Gründung der Bibliotheca Hertziana im Palazzo Zuccari die Forschung zur römischen Kunstgeschichte, speziell der Renaissance vorantreiben.

Eine enge Freundschaft verband sie mit dem Philosophen und Indologen Paul Deussen (1845–1919).

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Florens Deuchler: Henriette Hertz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 714 f. (Digitalisat).
  • Julia Rischbieter: Henriette Hertz - Mäzenin und Gründerin der Bibliotheca Hertziana in Rom. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-515-08581-6.
  • Günter Schwabe: Henriette Hertz (1846–1913). In: Rheinische Lebensbilder. Bd. 17, hrsg. von Franz-Josef Heyen, Köln 1997, S. 141–166.
  • 100 Jahre Bibliotheca Hertziana. Band 1: Die Geschichte des Instituts 1913 – 2013; Band 2: Der Palazzo Zuccari und die Institutsgebäude 1590 – 2013, Hirmer Verlag, München 2013, ISBN 978-3-7774-9051-9.