Henry Büttner

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Henry Büttner (* 12. November 1928[1] in Wittgensdorf) ist ein deutscher Karikaturist, der besonders durch seine Arbeiten für die Zeitschrift „Eulenspiegel“ in der DDR populär wurde. Büttner arbeitete nach einer Malerlehre als Dekorateur und Schildermaler. 1954 erschien in der Silvesternummer des „Eulenspiegels“ die erste gedruckte Karikatur von ihm. Seit 1958 lebt er als freischaffender Karikaturist und Pressezeichner (seit einigen Jahren nicht mehr aktiv) in seinem Geburtsort Wittgensdorf bei Chemnitz. - Er schuf ca. 10.000 Zeichnungen.

Stil[Bearbeiten]

Die Karikaturen Büttners sind äußert schlicht gehalten, auf die Kernaussagen reduziert. Der Federstrich besteht aus Linien und Strichen, beinahe skizzenhaft. Der künstlerische Wert der Darstellungen ergibt sich aus ihrer zwischenmenschlichen Aussagekraft, die mit minimalem zeichnerischen Aufwand erreicht wird. Meist karikierte Büttner den kleinbürgerlichen, übervorsichtig-misstrauischen oder sonderbar umständlichen Zeitgenossen. Bis auf wenige Ausnahmen sind häuslich-private Szenen des menschlichen Zusammenlebens dargestellt, die jedoch satirische Anspielungen auf gesellschaftliche Zusammenhänge enthalten können. Heinz Knobloch meinte, dass man sich an Büttners Zeichnungen halten möge, wenn man im nächsten Jahrhundert Auskunft über das unsere zu erhalten wünscht. [2]

Privates[Bearbeiten]

Henry Büttner lebte und lebt sehr zurückgezogen. Eine der wenigen bekannten Tatsachen ist seine Wertschätzung für Schopenhauers Philosophie.[1] Dass er sich als Person aus der Öffentlichkeit heraushielt, veranlasste die Verleger im Vorwort von Gesellschaftsspiele (1980) zu der Mutmaßung, dass es Henry Büttner möglicherweise gar nicht gebe, dies nur ein Künstlername sei, oder sich hinter Henry Büttner eine Genossenschaft mit staatlicher Beteilung zur Befriedigung des Inlandbedarfs an Humor verberge. Oder ein Karikaturencomputer, der von irgendwelchen nicht näher zu bestimmenden Institutionen zur Herstellung eines gesellschaftlich-moralischen Gleichgewichts programmiert wird. Damit entlarvt sich das Vorwort selbst als eine Satire auf die damals allumfassende Zentralplanwirtschaft und jenes unzureichend ausgeprägte Verständnis für Privatsphäre.

Werke[Bearbeiten]

  • Humor aus linker Hand 1958
  • Scherzo curioso 1965
  • Der Mann mit dem runden Hut 1973
  • Bravo, da capo, Berlin 1978
  • Mahlzeit! 1979
  • Gesellschaftsspiele, Berlin 1980
  • Unsere Menschen in Protzendorf 1981
  • Capriccio curioso 1983
  • Oma, Opa, Onkel, Tante, Mama, Papa, Katze, Hund und andere nützliche Leute 1984
  • Unsere Hausherren von morgen 1985
  • Patente + Talente 1986 (mit Hansgeorg Stengel)
  • Das gute Beispiel, Berlin 1988
  • Krampflos in die nächste Runde, Berlin 1990
  • Das dicke Büttner-Buch, Berlin 1995
  • Männer sind auch Menschen 2001

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Henry Büttner: „Jubiläumsrede auf Büttner-Papier“. In: Eulenspiegel. 40. Jg., Nr. 11/93, S. 56.
  2. Henry Büttner: Gesellschaftsspiele. Eulenspiegel Verlag Berlin, 1980, 2. Auflage 1986, S.6