Henry B. Sloman

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Henry Brarens Sloman (* 28. August 1848 in Kingston upon Hull; † 24. Oktober 1931 in Hamburg)[1] war ein Hamburger Unternehmer und Bankier. Schon vor und nach dem Ersten Weltkrieg galt er als bedeutender Importeur von Chile-Salpeter aus seinen eigenen Minen.

Nachdem der Vater von Henry Brarens Sloman sein gesamtes Vermögen während des Krimkrieges verloren hatte, schickte er seinen Sohn und seine Tochter Harriet zu den wohlhabenden Verwandten nach Hamburg. Nach Beendigung einer Schlosserlehre beschloss Henry im Jahre 1869 nach Chile auszuwandern, auf Anraten seines Jugendfreundes Hermann Fölsch, dessen Vater auch das nötige Reisegeld lieh. Durch seinen Freund bekam er auch eine Anstellung in Iquique und arbeitete später als Geschäftsführer für Fölsch & Martin.[2] Nach 22 Jahren machte er sich 1892 in Chile selbständig mit seiner ersten Salpeter-Fabrik „Gute Hoffnung“ in Tocopilla. 1898 kehrte er als reicher Mann nach Hamburg zurück. In der im Jahre 1912 erschienen Rangliste der Reichsten Hamburger ist Sloman mit einem Vermögen von rund 60 Millionen Mark und einen jährlichen Einkommen von rund 3 Mio. Mark als mit Abstand vermögendste Person in Hamburg auf Rang 1 gelistet.[3] 1924 gründete Henry Brarens die Finanzbank AG aus der später die Sloman Bank KG wurde. 1976 wurde sie mit dem Bankhaus Hardy & Co. GmbH zur Hardy-Sloman Bank GmbH fusioniert. 1981 wurde diese von der Deutschen Länderbank übernommen, welche heute wiederum der UBS Deutschland AG gehört.

Er war der Bauherr des 1924 fertiggestellten Chilehauses in Hamburg und des Jagdschlosses Bellin in Mecklenburg.

Familiengeschichte[Bearbeiten]

Das Sloman-Schloss Bellin in Mecklenburg-Vorpommern (im Jahr 2010)

Der Urgroßvater der Hamburger Familie, William Sloman, zog 1791 mit seiner Frau und seinen acht Kindern vom britischen Great Yarmouth in die Hansestadt. Bereits 1793 gründete er seine Firma, die Reederei Sloman, die noch heute als älteste Reederei Deutschlands existiert. 1850 ließ sein Sohn Robert Miles Sloman in London das erste deutsche Dampfschiff für den Transatlantik-Verkehr bauen, die „Helena Sloman“. Er war ein Großonkel von Henry Brarens Sloman, dessen Eltern John und Alaine Sloman waren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hamburgisches Geschlechterbuch, Band 10, (Deutsches Geschlechterbuch Band 128), Limburg an der Lahn 1962; S. 261
  2. Dokumentarfilm "Weißes Gold"
  3. Rudolf Martin (Hrsg.): Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in den drei Hansastädten (Hamburg, Bremen, Lübeck), Berlin 1912; Seite 1

Literatur[Bearbeiten]

  • Arne Cornelius Wasmuth: Hanseatische Dynastien, Verlag Die Hanse, Hamburg 2001, ISBN 3-434-52589-0.
  • Hildegard von Marchthaler: Die Slomans. Geschichte einer Hamburger Reeder- und Kaufmannsfamilie. Hrsg. von R. Sloman, 2. Aufl., Christians, Hamburg 1939.