Henry Beaufort, 3. Duke of Somerset

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Henry Beaufort, 3. Duke of Somerset (* 26. Januar 1436;[1]15. Mai 1464) war einer der wichtigsten militärischen Kommandanten des Hauses Lancaster, während der englischen Rosenkriege. Er wird manchmal als der zweite Herzog von Somerset gezählt, da der Titel für seinen Vater, nach dem Tod seines Onkels, neu geschaffen worden war.[2] Er hatte auch die nachgeordneten Titel 5. Earl of Somerset, 2. Marquess of Dorset und 2. Earl of Dorset inne.

Familie[Bearbeiten]

Somerset war der Sohn von Edmund Beaufort, 2. Duke of Somerset und Lady Eleanor Beauchamp, Tochter von Richard Beauchamp, Earl of Warwick. So war er Cousin von Margaret Beaufort, Richard Neville, Earl of Warwick und ein Onkel von Henry Stafford, Duke von Buckingham.

Er selbst war unverheiratet und hinterließ keine legitimen Kinder. Er hatte einen unehelichen Sohn von Joan Hill, Charles Somerset, 1. Earl of Worcester (*um 1460 – † 15. März 1526)[3] (später legitimiert), von denen die Grafen und Markgrafen von Worcester abstammen und später die Herzöge von Beaufort hervorgingen, welche derzeit die letzten männlichen Nachkommen der Plantagenets sind sowie die des zweiten Haus der Grafen von Anjou.

Leben[Bearbeiten]

Somerset kämpfte in der ersten Schlacht von St Albans (1455), wo er schwer verwundet wurde und sein Vater im Kampf gegen Truppen von Richard Plantagenet getötet wurde. Diesen machte er für den Tod des Vaters verantwortlich. Zusammen mit seiner Herkunft aus einem Zweig der Familie der Lancaster führte dies dazu, dass sich Somerset auf die Seite der Gegner der Plantagenets stellte. Zusammen mit anderen Adeligen wollte er Rache nehmen und plante unter anderem einen Hinterhalt gegen Richard Neville, Earl of Salisbury und dessen gleichnamigen Sohn den Earl of Warwick. Auf Vermittlung Heinrich VI. kam es zur Versöhnung und Somerset wurde zum Gouverneur von Calais ernannt, kehrt aber bereits 1460 zurück.

Er war der wichtigste Kommandant bei Siegen der Anhänger des Hauses Lancaster bei der Schlacht von Wakefield (1460), in der Richard Plantagenet und der Earl of Salisbury besiegt und getötet wurden. Er hatte auch das Kommando in der zweiten Schlacht von St Albans (1461) aber auch in der Niederlage in der Schlacht von Towton (1461) gegen Edward IV. , woraufhin er vom Schlachtfeld floh und nach Schottland ging.

Von Schottland aus reiste er nach Frankreich, um über Hilfe zu verhandeln. Stattdessen wurde er jedoch eine Zeit lang inhaftiert. Von dort reiste er nach Flandern und über Schottland zurück nach England. Von Königin Margarete von Anjou wurde ihm die Burg Bamburgh. Nach einer Belagerung musste er die Burg übergeben. König Edward IV. begnadigte ihn am 10. März 1462, mit dem Ziel einige der Kommandanten aus dem Lager der Lancaster für sich zu gewinnen und gab ihm seine Ländereien und Titel zurück.

Für das nächste Jahr blieb Somerset Edward ergeben. Er nahm an seinen Hof teil und beriet ihn militärisch. Aber Ende des Jahres 1463 wechselte er wieder auf die Seite Lancasters. Er eilte nach Norden und begann mit der Aushebung von Truppen. Er hielt die im äußersten Norden von England gelegenen Landstriche bis Mai 1464, bis er in der Schlacht von Hexham geschlagen wurde. Später geriet er in einer Scheune in Gefangenschaft und wurde noch am selben Tag enthauptet. Er wurde in Hexham Abbey beigesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Weblink; andere Quellen geben als Datum April 1436 (Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961) oder Anfang 1436 (Oxford Dictionary of National Biography) an
  2. Powicke & Fryde: Handbook of British Chronology. Second Edition, London, 1961, S. 449.
  3. siehe Weblink

Literatur[Bearbeiten]

  • John A. Wagner: Encyclopedia of the Wars of the Roses. ABC Clio, 2001, ISBN 1-85109-358-3, S. 25f.

Weblinks[Bearbeiten]