Henry Edward Manning

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Henry Edward Kardinal Manning, Foto
Henry Edward Manning mit 82 Jahren
Henry Edward Manning

Henry Edward Manning (* 15. Juli 1808 in Totteridge; † 14. Januar 1892 in London) war ein englischer katholischer Theologe und Kardinal. Von 1865 bis zu seinem Tod war er Erzbischof von Westminster.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Manning wurde als Sohn des einflussreichen Parlamentsabgeordneten und Unternehmers William Manning in Totteridge, einem nördlichen Vorort von London, geboren und im anglikanischen Glauben erzogen. Er absolvierte sein Studium an der Universität Oxford und wollte zunächst nach dem Vorbild seines Vaters eine politische Karriere einschlagen, entschloss sich aber dann, anglikanischer Geistlicher zu werden. Manning erhielt nach seinen Weihen eine Pfarrstelle und heiratete 1833, seine Frau Caroline verstarb aber bereits nach wenigen Jahren. Manning gehörte in Oxford den Kreisen der High Church an und wurde durch die Theologie John Henry Newmans beeinflusst, mit dem er später immer wieder Konflikte austrug. Aufgrund seiner Fähigkeiten galt er bereits früh als aussichtsreicher Kandidat für eine Karriere in der anglikanischen Hierarchie, er wandte sich jedoch zunehmend dem Katholizismus zu.

Als im Jahre 1850 in der Kirche von England zusehends die objektive Wirksamkeit der Sakramente in Zweifel gezogen wurden, entschloss sich Manning zur Konversion und wurde 1851 in die katholische Kirche aufgenommen, im gleichen Jahr auch zum Priester geweiht. 1865 wurde er Erzbischof von Westminster. 1875 wurde er in den Kardinalsstand (Titelkirche: Santi Andrea e Gregorio al Monte Celio) erhoben und nahm an der Wahl Papst Leo XIII. im Jahre 1878 teil, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Manning galt als ausgesprochener Ultramontanist und strenger Verfechter des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit. In England initiierte er den Bau der Westminster Cathedral und veranlasste den Ausbau des katholischen Bildungswesens. Auch setzte er sich für die Umsetzung der katholischen Soziallehre ein. 1889 wurde durch seine Vermittlung der große Streik der Londoner Dockarbeiter beendet. Unter der Bezeichnung „Poor men’s Cardinal“, also der Kardinal der armen Leute, war er im Volk bekannt. Vor allem unter den besitzlosen katholischen Einwanderern aus Irland genoss er große Hochachtung. Außer der Westminster-Kathedrale ließ er mehrere weitere Schulen, Klöster und Kirchen erbauen. „Den größten offenen Erfolg hatte seine soziale Tätigkeit für die Würde der Arbeit und des Arbeiters, gegen die Wohnungsnot der Städte und Kinderarbeit in den Fabriken, gegen Alkoholismus und sittliche Verseuchung” (Matthias Laros im LthK, 1. Auflage, Bd. 6, Sp. 856).[1]

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

(in chronologischer Folge)

  • Alfons Bellesheim: Henry Edward Manning ; Cardinal-Erzbischof von Westminster (1808–1892), Kirchheim, Mainz 1892
  • Edmund Sheridan Purcell: Life of Cardinal Manning, Archbishop of Westminister. Macmillan, London 1895
    • Bd. 1: Manning as an Anglican.
    • Bd. 2: Manning as a Catholic.
  • Adrian Lüchinger: Päpstliche Unfehlbarkeit bei Henry Edward Manning und John Henry Newman. Ökumenische Beihefte zur Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie, 40. Universitätsverlag, Fribourg 2001 ISBN 3-727813482

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henry Edward Manning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kardinal Manning
Vorgänger Amt Nachfolger
Nicholas Patrick Stephen Kardinal Wiseman Erzbischof von Westminster
1865 - 1892
Herbert Kardinal Vaughan