Henry Howard, Earl of Surrey

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Henry Howard, Earl of Surrey, Ölgemälde von Hans Holbein d. J., 1542

Henry Howard, Earl of Surrey (* 1516 in Hunsdon, Hertfordshire; † 19. Januar 1547 im Tower of London) war ein englischer Adeliger und Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Howard war der älteste Sohn von Thomas Howard, 3. Duke of Norfolk, und dessen zweiten Gattin, Lady Elisabeth Stafford, Tochter von Edward Stafford, 3. Duke of Buckingham. Als sein Vater am Hofe des englischen Königs Heinrich VIII. bestimmenden Einfluss ausübte, wurde er zum Statthalter von Boulogne in Frankreich ernannt. 1546 wurde er mit seinem Vater verhaftet und ungerechtfertigterweise des Hochverrats angeklagt. Er und sein Vater hätten angeblich geplant, nach dem Tode Heinrichs VIII. zunächst die Vormundschaft von Prinz Eduard VI. zu übernehmen und schließlich nach dessen Ermordung sich selbst zu Königen Englands erheben zu lassen, da sie ja durch ihre Vorfahren ebenfalls königliches Blut besaßen. Als Indiz für diese Behauptung diente das von Howard in sein persönliches Wappen aufgenommene Wappen Eduards des Bekenners (von dem er abstammte), dessen Gebrauch allerdings als Privileg galt, das "nur dem Könige dieses Reiches" zustand. Allerdings war einem Vorfahren Howards der umstrittene Gebrauch des Wappens schon 1473 ausdrücklich gestattet worden. Trotzdem verurteilte man Vater und Sohn wegen Hochverrates zum Tode. Am 19. Januar 1547 wurde Howard enthauptet. Sein Vater sollte am 28. Januar 1547 das gleiche Schicksal erleiden, doch zufällig starb an diesem Tag Heinrich VIII. Dessen Nachfolger, Eduard VI., wandelte die Todesstrafe in eine Gefängnisstrafe um.

Howards Gedichte erschienen 1557 zusammen mit denen Thomas Wyatts. Seine Übersetzung von Vergils „Aeneis“ wurde zur selben Zeit veröffentlicht.

Bemerkungen[Bearbeiten]

  • Zu Henrys berühmten Verwandten gehörten auch seine Cousinen Anne Boleyn und Catherine Howard, die zweite bzw. fünfte Gattin Heinrichs VIII., die beide von ihrem königlichen Ehegemahl in den Jahren 1536 bzw. 1542 hingerichtet wurden.
  • Im Jahre 1614 ließ sein Sohn Henry in der St Michael Church zu Framlingham ein prächtiges Monument errichten. Dort ließ er seinen Vater neben den Überresten seines Großvaters und seiner Mutter unterbringen. Hier ruhten sie über 120 Jahre, bis ein Amateur-Archäologe und Historiker bei Reparaturarbeiten am Monument und der beiliegenden Kirche den Sarg aus Neugierde öffnen ließ. Die Gebeine von Henry Howard zerfielen dabei zu Staub, und nur Fetzen seiner Kleidung und sein Schädel blieben erhalten.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus Henry Howards Ehe mit Frances de Vere gingen fünf Kinder hervor.

Ahnentafel[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Susan Brigden: Howard, Henry, earl of Surrey. In: Oxford Dictionary of National Biography. Band 28: Hooppell - Hutcheson, 2004 Oxford University Press
  • Jessie Childs: Henry VIII's Last Victim. The Life and times of Henry Howard, Earl of Surrey. Vintage Books, London 2008, ISBN 9780712643474 (englisch)
  • Hester W. Chapman: Two Tudor Portraits: Henry Howard, Earl of Surrey and Lady Katherine Grey Jonathan Cape 1960
  • Dennis Keene: Henry Howard, Earl of Surrey: Selected Poems Fyfield Books 2006
  • Werner von Koppenfels: Surrey, Henry Howard, Earl of. In: Metzler Lexikon Englischsprachiger Autorinnen und Autoren. 631 Porträts – Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg. von Eberhard Kreutzer und Ansgar Nünning, Metzler, Stuttgart/Weimar 2002, S. 563f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henry Howard, Earl of Surrey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Stammbaum der Familie Howard in: Jessie Childs: Henry VIII's Last Victim. The Life and times of Henry Howard, Earl of Surrey. Vintage Books, London 2008
  2. a b c d e Jessie Childs: Henry VIII's Last Victim. The Life and times of Henry Howard, Earl of Surrey. Vintage Books, London 2008, S. 133f