Henry Luce

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Luce mit seiner zweiten Frau Clare Boothe Brokaw (1954)

Henry Robinson Luce (* 3. April 1898 in Tengchow, China; † 28. Februar 1967 in Phoenix, Arizona) war ein einflussreicher US-amerikanischer Verleger, der die Zeitschriften TIME (1923) und Life (1936) gründete.

Leben[Bearbeiten]

Luce wurde im chinesischen Tengchow als Sohn des presbyterianischen Missionars Henry Winters Luce geboren. Er wurde an diversen Internaten in China und England unterrichtet. Mit 15 kam er das erste Mal in die USA, um die Hotchkiss-Schule in Connecticut zu besuchen; 1920 promovierte er an der Yale University, wo er auch von der Studentenverbindung Skull & Bones affiliiert wurde.

Luce traf Briton Hadden das erste Mal in Hotchkiss, als Letzterer Chefredakteur der Schulzeitung war und Luce als Assistant Managing Editor mitarbeitete. Die zwei setzten ihre Arbeit in Yale fort; Hadden als Vorsitzender und Luce als Chefredakteur der Yale Daily News. Nach der Promotion in Yale verbrachte Luce ein Jahr damit, Geschichte in Oxford zu studieren. Nach seiner Rückkehr arbeitete er für die "Chicago Daily News". 1921 schloss er sich Hadden bei den "Baltimore News" an. Beide gaben ihre Arbeit 1922 auf, um das „TIME Magazine“ zu gründen.

Am 3. März 1923 kam die erste Ausgabe von „TIME“ heraus, Luce war dabei der Business Manager und Hadden Chefredakteur. Nach Haddens Tod 1929 nahm Luce Haddens Stelle ein. Luce übernahm 1930 das Wirtschaftsmagazin „Fortune“ und 1936 das bildhaftige „Life Magazine“. 1952 gab er „House & Home“ und 1954 „Sports Illustrated“ heraus. Auch produzierte er die Dokumentarserie "The March of Time" für Radio und Kino.

Luce, der bis 1964 Chefredakteur all seiner Zeitschriften blieb, war ein einflussreiches Mitglied der Republikaner. Mit seiner anti-kommunistischen Einstellung und seinem Interesse für sein Geburtsland war er eine wichtige Persönlichkeit in der sogenannten "China Lobby" und spielte eine große Rolle dabei, Amerikas Außenpolitik zu Gunsten des nationalistischen Führers Chiang Kai-shek und seiner Frau Soong May-ling zu lenken.

Er war in den 1920er- und 1930er-Jahren ein begeisterter Förderer des Faschismus. Das Time Magazine veröffentlichte fünf Titelgeschichten über Benito Mussolini. In einer Rede, die er am 19. April 1934 in Scranton vor dem Parlament von Pennsylvania hielt, sagte er: „Die moralische Kraft, die in völlig verschiedenen Formen bei verschiedenen Nationen auftritt, kann vielleicht die Inspiration für den nächsten "General March" der Geschichte sein.“

Trotz seiner konservativen Einstellung war Luce ein früher Anhänger der Gegenkultur und ein begeisterter Experimentierer mit LSD. Er nahm die Droge in den späten 50-ern und frühen 60-ern einige Male unter der Aufsicht von Dr. Sidney Cohen, der mit der Universität von Kalifornien und dem Veteranen-Krankenhaus in Los Angeles zusammenarbeitete. Cohen stellte die Droge auch der Frau von Luce vor. Clare Boothe Luce wurde als erste Grande Dame der amerikanischen Nachkriegspolitik angesehen.

Luce hatte aus erster Ehe zwei Kinder, Peter Paul und Henry Luce III. 1939 heiratete er seine zweite Frau Clare Boothe Brokaw.

Literatur[Bearbeiten]

  • James L. Baughman: Henry R. Luce and the rise of the American News Media. University Press, Baltimore, Md. 2001, ISBN 0-8018-6716-9.
  • Alan Brinkley: The Publisher. Henry Luce and his American Century. Knopf, New York 2010, ISBN 978-0-679-41444-5.
  • David Cort: The sin of Henry R. Luce. An anatomy of journalism. Stuart Books, Secaucus, N.J. 1974, ISBN 0-8184-0201-6.
  • Thomas Griffith: Harry and Teddy. The turbulent friendship of press lord Henry R. Luce and his favorite reporter, Theodore H. White. Random House, New York 1995, ISBN 0-679-41179-8.
  • Walter Guzzardi: The Henry Luce Foundation. A history 1936–1986. University Press, Chapel Hill, N.C. 1988, ISBN 0-8078-1816-X.
  • Robert E. Herzstein: Henry R. Luce. A political portrait of the man who created the American Century. Scribner, New York 1994, ISBN 0-684-19360-4.
  • Patricia Neils: China images in the life and times of Henry Luce. Rowman & Littlefield, Savage, Md. 1990, ISBN 0-8476-7634-X.

Weblinks[Bearbeiten]