Henry Rono

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Henry Rono (* 12. Februar 1952 im District Nandi) ist ein ehemaliger kenianischer Langstreckenläufer, der im Jahre 1978 binnen 81 Tagen vier Weltrekorde über 3000 m, 3000 m Hindernis, 5000 m und 10.000 m aufstellte.

Leben[Bearbeiten]

Im gleichen Jahr gewann Rono bei den Commonwealth Games die Gold-Medaillen über 3000 m Hindernis und 5000 m. Nach diesen Erfolgen bekam Rono psychische Probleme und litt unter Verfolgungswahn. Es gelang ihm aber 1981 ein eindrucksvolles Comeback. Er konnte am 13. September den 5000-m-Weltrekord noch einmal auf 13:06,20 min verbessern. Aufgrund dieses Erfolges wurde er von vielen Managern wieder umworben und startete bei Meetings im 48-Stunden-Takt. Die Folge war, dass er ausbrannte und seine besten Leistungen nicht erbringen konnte. Auch das Wechseln auf die Marathondistanz verhalf ihm nicht zu einem Comeback; beim Chicago-Marathon 1986 musste er sich mit einem 26. Platz begnügen. In den 1990er Jahren erregte er mit Alkohol-Exzessen Aufsehen. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF musste ihn sogar aus dem Gefängnis freikaufen. Zeitweise lebte er in einer Obdachlosenunterkunft.

Nachdem er jahrelang von Gelegenheitsjobs gelebt hatte, gelang ihm ein Alkoholentzug. Er arbeitet heute als Sportlehrer in Albuquerque, betreut ein Team als Trainer und ist bestrebt, in die Nähe seines einstigen Wettkampfgewichtes von 63 kg (bei einer Größe von 1,73 m) zu kommen, nachdem er zwischenzeitlich 100 kg auf die Waage brachte.

2007 veröffentlichte Henry Rono seine Autobiografie Olympic Dream. 2008 zeichnete ihn die IAAF bei ihrer Weltgala mit einem Inspirational Award aus.[1][2]

Bestleistungen[Bearbeiten]

  • 1 Meile (Halle): 3:59,2 min, 20. März 1977, Pullman
  • 3000 m: 7:32,1 min, 27. Juni 1978, Oslo
  • 3000 m Hindernis: 8:05,4 min, 13. Mai 1978, Seattle
  • 5000 m: 13:06,20 min, 13. September 1981, Knarvik
  • 10.000 m: 27:22,47 min, 11. Juni 1978, Wien
  • Marathon: 2:19:12 h, 26. Oktober 1986, Chicago

Weltrekorde[Bearbeiten]

10.000 m

5.000 m

  • 8. April 1978 in 13:08,4 min in Berkeley (nach dreieinhalb Jahren von ihm selbst unterboten)
  • 13. September 1981 in 13:06,2 min in Knarvik (verbessert von David Moorcroft am 7. Juli 1982)

3.000 m

  • 27. Juni 1978 in 7:32,1 min in Oslo (verbessert 11 Jahre später von Said Aouita am 20. August 1989)

3.000 m Hindernis

  • 13. Mai 1978 in 8:05,4 min in Seattle (verbessert 11 Jahre später von Peter Koech am 3. Juli 1989)

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Henry Rono: „Ich ging durch die Hölle“. In: Frankfurter Rundschau. 27. November 2008
  2. IAAF: Henry Rono recovers his place in history and receives Inspirational Award. 3. Februar 2009