Henry de Beaumont, 1. Baron Beaumont

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Henry de Beaumont, 1. Baron Beaumont († 10. Mai 1340) war ein Adliger aus dem Hause Brienne und Begründer der englischen Linie seines Geschlechtes.

Herkunft[Bearbeiten]

Henry de Beaumont entstammte der alten französischen Adelsfamilie der Grafen von Brienne. Er war ein jüngerer Sohn von Louis de Brienne und von Agnes, der Tochter des Raoul, Vicomte de Beaumont, aus der Grafschaft Maine in Frankreich. Sein Vater Louis de Brienne war seinerseits der jüngere Sohn Johanns von Brienne, der König von Jerusalem geworden war, und von Berengaria von León, der Tochter des Königs Alfons IX. von Léon. Henry ging zu seinen Vettern, den Königen Eduard I. und Eduard II. und begründete, von letzterem 1307/08 mit großen Ländereien in Lincolnshire belehnt, den englischen Zweig der Familie.

Militärische und politische Laufbahn[Bearbeiten]

1302 begleitete Henry de Beaumont seinen Verwandten, König Eduard I. (in einer Urkunde Eduards II. „consangenineus regis“ genannt), in den schottischen Unabhängigkeitskrieg. Auch Eduard II. wusste seine Dienste offensichtlich sehr zu schätzen, denn er übertrug ihm nicht nur die Ländereien in Lincolnshire, sondern ernannte ihn auch zum Lord Warden von Schottland südlich des Forth und schlug ihn außerdem zum Ritter. 1309 erhielt er einen Writ of summons und wurde damit in den königlichen Rat berufen. Dadurch wurde er gleichzeitig der 1. Baron Beaumont (barony by writ). In der Folgezeit war er mit zahlreichen Ämtern und Würden betraut. Er war Burgvogt (Warden and Constable) verschiedener Burgen, war mehrfach in der Zeit von 1312 bis 1331 Botschafter in Frankreich und einmal im Jahre 1313 auch Botschafter bei Papst Clemens V.. Außerdem wurde er zum Mitglied des Geheimen Rates (Privy Council) ernannt.

Während der Schlacht von Bannockburn 1314 führte er am Tag der Schlacht zusammen mit Robert Clifford eine Einheit aus ausgewählten Rittern, die versuchten, das belagerte Stirling Castle zu entsetzen. Der berittene Angriff wurden von den schottischen Schiltrons zurückgewiesen. Als sich am zweiten Tag der Schlacht die verheerende englische Niederlage abzeichnete, führte Beaumont König Eduard II. rechtzeitig vom Schlachtfeld und bewahrte ihn so vor der Gefangennahme durch die Schotten. Aus der Niederlage zog Beaumont seine Lehren. In weiteren Kämpfen wie in der Schlacht von Boroughbridge kämpften die von ihm geführten Truppen nach schottischem Vorbild nur noch abgesessen, während er die Langbogenschützen durch Infanterie decken ließ. Mit einer kleinen englisch-schottischen Armee errang er so 1332 gegen die Schotten in der Schlacht von Dupplin Moor einen überwältigen Sieg.

Im Jahre 1323 hatte es zwischen ihm und König Eduard II. erhebliche Differenzen gegeben, weshalb er wegen Ungehorsams im Geheimen Rat auf Weisung des Königs am 5. Juni 1323 eingekerkert wurde. Er blieb dennoch bei seiner oppositionellen Haltung. Da der König zu schwach war, sich gegen die Opposition seines Adels durchzusetzen, versuchte er zu fliehen. Lord Beaumont verhinderte jedoch dessen Flucht, der König wurde auf Schloss Berkeley gefangen gesetzt und bald danach dort ermordet.

Eduard III. belohnte ihn dafür reichlich: Er übertrug ihm die Burg Loughborough und ernannte ihn 1336 zum Constable von Schottland, nachdem er ihn schon 1333/34 zum schottischen Earl of Buchan erhoben hatte. Darüber hinaus wurde er 1336 zum Constable of the Army und 1338 zum Justitiar von Schottland ernannt.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Henry de Beaumont heiratete vor dem 14. Juli 1310 die schottische Adlige Alicia Comyn, 8. Countess of Buchan, eine Nichte und Erbin von John Comyn, Earl of Buchan. Er hatte mit ihr zehn Kinder:

Sein Sohn John de Beaumont folgte ihm als 2. Baron, nicht aber als Earl von Buchan.

Literatur[Bearbeiten]

  •  James Balfour Paul (Hrsg.): The Lord Lyon King of Arms: The Scots Peerage. Band 2, Douglas, Edinburgh 1909, Comyn, Earl of Buchan, S. 250ff. (online auf www.archive.org, abgerufen am 1. September 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Baron Beaumont
1309–1340
John de Beaumont