Henryk Tomaszewski (Schauspieler)

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Gedenktafel für Henryk Tomaszewski in Breslau

Henryk Tomaszewski (* 20. November 1919 in Poznań; † 23. September 2001 in Kowary) war ein polnischer Pantomime sowie Tänzer, Schauspieler, Choreograf, Regisseur und Autor. Er gründete im Februar 1956 das Pantomimentheater in Wrocław (Breslau) und gilt mit Jerzy Grotowski als einer der größten Künstler des polnischen Theaters des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Als Kind einer deutsch-polnischen Familie und der dadurch erworbenen Zweisprachigkeit konnte er sich in beiden Kulturräumen frei bewegen, was sich in der Auswahl seiner Stoffe niederschlug. „Wie viel ich aus dieser Doppelkultur geschöpft habe, weiß ich erst heute,” sagte er einmal.[1]

Henryk Tomaszewski lernte nach dem Zweiten Weltkrieg im Dramatischen Studio von Iwo Gall und im Ballettstudio von Feliks Parnell in Krakau. Seine Bühnenlaufbahn begann er als Tänzer der Breslauer Oper. 1955 organisierte er in Breslau das Pantomimestudio als lose Theatergruppe, das drei Jahre danach in ein selbständiges und Berufstheater umgestaltet wurde und seit 1959 als Breslauer Pantomimetheater wirkt (dessen Direktor er auch bis kurz vor seinem Tod war). Seit 1957 gab er Gastspiele in aller Welt.

Waren es zunächst Sketche, so wurden daraus bald Abend füllende Produktionen, für die er ein größeres, vielseitig ausgebildetes Ensemble benötigte. Das Tänzerische war immer sehr stark ausgeprägt, später setzte er aber auch gesprochenes und gesungenes Wort ein. Die meisten seiner Bühnenwerke waren von der Weltliteratur beeinflusst: „In der Kunst interessieren mich solche Situationen, wenn es uns scheint, dass es eine definitive Lösung gibt, wir schon alles wissen, unterdessen aber die Möglichkeit einer anderen Pointe, einer anderen Lösung auftaucht”, sagte er über seine Stoffwahl.[1]

Zu seinen Schülern gehörten etwa Stanisław Brzozowski.

Aufführungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrzej Hausbrandt: Tomaszewski’s Mime Theatre. Interpress 1975.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Biuletyn Kulturalny/Bulletin Kultur 40 (131)
  2. Quelle für diesen Abschnitt: Theaterlexikon. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1978