Heo Chohui

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Koreanische Schreibweise
Hangeul 허초희
Hanja 許楚姬
Revidierte Romanisierung Heo Chohui
McCune-Reischauer Hŏ Ch'ohŭi
siehe auch: Koreanischer Name

Heo Chohui (* 1563 in Gangneung; † 19. März 1589), war eine koreanische Dichterin und Schriftstellerin, Malerin und Künstlerin, während der Joseon-Dynastie. Ihr Künstlername war Nanseolheon (난설헌, 蘭雪軒) und Nanseoljae (난설재, 蘭雪齋). Sie war die ältere Schwester von Heo Gyun und jüngere Schwester von Heo Pong. Sie entstammte einer Politikerfamilie mit konservativen konfuzianischen Ansichten, übernahm aber die liberalen Ansichten ihrer beiden Brüder Heo Pong und Heo Gyun. Dafür wurde sie von ihrem Vater und der Familie ihres Mannes geschnitten.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Heo Chohui Gangneung als Tochter von Heo Yeop und seiner 2. Frau (von ihr ist nur der Familienname Kim 김 überliefert). Heo Chohui hatte drei Geschwister aus der ersten Ehe ihres Vaters, sowie einen älteren Bruder Heo Pong und einen jüngeren Bruder Heo Gyun von der gleichen Mutter. Die Familie gehörte zum obersten Stand (yangban), ihr Vater hatte sich als Gelehrter und Politiker einen Namen gemacht. Laut der Englischen Wikipedia war er Bürgermeister von Gangneung, laut einem Fremdenführer in Gangneung war er Gouverneur des Distrikts, dessen Hauptstadt Gangneung war. Er war ein konservativer Anhänger des Konfuzianismus, und war tief überzeugt von „namjon yubi” - der Überlegenheit der Männer über die Frauen. Aus diesem Grund hielt er es für unnötig, für eine Ausbildung seiner Töchter zu sorgen. Deshalb übernahm es ihr älterer Bruder Heo Pong, sie zu fördern und sie entsprechend ihren Interessen mit Schriftstellern und Künstlern ihrer Zeit in Kontakt zu bringen. Schnell fiel sie mit ihrem ausgeprägten Talent für das Dichten auf, auch wenn ihr als Frau eine darauf aufbauende echte gesellschaftliche Karriere versagt blieb. Ihr frühes Gedicht „Inschriften im Dachbalken des Weiße-Jade-Pavillions im Kwanghan-Palast” („Kwanghanjeon Paegongnu sangnangmun”), dass sie bereits im Alter von 8 Jahren verfasst haben soll, wurde jedoch als ein Meisterwerk der Dichtkunst gelobt.[1] Ihr Talent für Hanmun, einer Form chinesischer Dichtung, veranlassten ihren Bruder Heo Pong auch, ihr schon früh chinesische Schriftzeichen beizubringen und sie in die Fünf Klassiker von Konfuzius einzuführen. Trotzdem hatte Heo Pong aber zum Konfuzianismus und deren Interpretation in seiner Zeit, eine ausgeprägt kritische Haltung. Er wurde deshalb schließlich für drei Jahre in die Verbannung nach Kapsan (갑산군) geschickt. Ihr jüngerer Bruder Heo Gyun, der eine ähnliche Begabung für die Dichtkunst hatte und dessen Lehrer Yi Dal 李達 ein Freund Heo Pongs übernahmen es nun, Heo Chohui zu fördern und ihr die Kontakte in literarische Zirkel zu ermöglichen, die ihr als Frau sonst nicht möglich gewesen wären.[2]

Heo Chohui heiratet irgendwann Kim Seongnip, den Sohn eines Beamten. Zeitpunkt und nähere Umstände dieser Heirat sind nicht überliefert. Wie aus erhaltenen Aufzeichnungen von Heo Gyun hervor geht, war die Ehe jedoch nicht glücklich. Ihr Mann soll regelmäßig fremdgegangen sein, und auch der Schwiegermutter war das selbstbewusste Auftreten und die unkonventionellen Ansichten von Heo Chohui ein Dorn im Auge. Sie bekam zwei Kinder ein Junge und ein Mädchen, die aber schon bald in aufeinander folgenden Jahren starben. Innerhalb eines Jahres, nach dem Tod ihres älteren Bruders Heo Pong, in der Verbannung, starb Heo Chohui am 19. März 1589, im Alter von 27 Jahren.[3]

Die meisten ihrer Gedichte wurden auf ihren eigenen Wunsch nach ihrem Tod verbrannt. Bei den erhaltenen Gedichten fällt auf, dass ein Teil der Gedichte im chinesischen Tang-Stil verfasst sind, die Schönheit der Natur beschreiben, folkloristische Motive enthalten und eine fröhlich optimistische Stimmung ausdrücken, dagegen ein anderer Teil von der Mühsal und den Leiden einer verheirateten Frau handeln. Da die Gedichte nicht datiert sind, vermutet man, dass erstere in die Zeit fallen, in der sie mit ihren Brüdern zusammen lebte und von ihnen gefördert wurde, zweitere dagegen nach Heirat bzw. der Verbannung ihres Bruders entstanden sind. Gesicherte Quellen existieren dafür aber nicht.

Neben ihren Gedichten ist Heo Chohui auch für ihre Gemälde bekannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Choe-Wall, Yang-hi. Vision of a Phoenix: the Poems of Hŏ Nansŏrhŏn. Ithaca, NY: East Asia Program, Cornell University, 2003. Print.
  2. Kim-Renaud, Young-Key. Creative Women of Korea: the Fifteenth through the Twentieth Centuries. Armonk, NY: M.E. Sharpe, 2004. Print.
  3. Heo Gyun and Heo Nanseolheon. PR Korea Times. 29. September 2005. Abgerufen am 6. Oktober 2008.
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Heo ist hier somit der Familienname, Chohui ist der Vorname.