Hepeviridae

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Hepeviridae
Hepatitis E virus.jpg

Virionen des Hepatitis-E-Virus im TEM

Systematik
Reich: Viren
Ordnung: n. klassifiziert
Familie: Hepeviridae
Gattung: Hepevirus
Taxonomische Merkmale
Baltimore: Gruppe 4
Symmetrie: ikosaedrisch
Hülle: keine
Wissenschaftlicher Name
Hepevirus (engl.)
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Die Familie Hepeviridae umfasst eine einzige Gattung Hepevirus, die ursprünglich als "Hepatitis-E-like viruses" der Familie Caliciviridae zugeordnet wurde. Die monogenerische Familie Hepeviridae wurde erst 2006 taxonomisch eingeführt. Als Prototyp der Familie gilt das humanpathogene Hepatitis-E-Virus (HEV). Ob einige Viren wie z. B. das Aviäre Hepatitis-E-Virus eigene Spezies darstellen oder nur Subspezies des HEV sind, ist derzeit noch nicht endgültig entschieden.[1]

Die Hepeviridae sind unbehüllte Viren mit einer einzelsträngigen, linearen RNA mit positiver Polarität.

Morphologie[Bearbeiten]

Die Viruspartikel der Hepeviridae erscheinen im TEM etwa 27 bis 34 nm im Durchmesser groß. Die Partikel sind unbehüllte Kapside mit wahrscheinlich ikosaedrischer Symmetrie. Hauptbestandteil des Kapsids ist das Haupt-Coreprotein CP (72 kDa), das wahrscheinlich vor dem Zusammenbau der Kapside durch Proteasen erst gespalten wird. Antikörper gegen ein weiteres Strukturprotein von 1,5 kDA Größe wurden in infizierten Wirten gefunden. Die Funktion dieses Proteins ist unbekannt. Die Morphologie der Partikel begründete die Nähe zu den Caliciviridae.

Das RNA-Genom der Hepeviridae ist linear in drei offenen Leserahmen (ORF) angeordnet, wobei der erste die Nicht-Strukturproteine mit der viralen Polymerase, Helikase, Protease und replikativen Proteinen codiert. ORF 2 codiert das Haupt-Coreprotein CP. Den ORF 2 zum Teil überlappend liegt der ORF 3, der für ein Phosphoprotein unbekannter Funktion codiert.

Biologische Eigenschaften[Bearbeiten]

Das humanpathogene HEV ist der Erreger einer Form der fäkal-oral übertragenen Hepatitis, die sporadisch oder bei größeren Ausbrüchen vor allem bei Überschwemmungen in Südostasien vorkommt. Antikörper gegen das HEV ließen sich in vielen Tieren finden, so dass die Vermutung einer von Tieren auf den Menschen übertragenen Infektion (Zoonose) geäußert wurde.[2] Es finden sich jedoch z. B. in Schweinen und Vögeln eigene Isolate des Virus, die von den menschlichen Subtypen deutlich unterschieden werden können. Experimentell konnte der Subtyp HEV-3 vom Schwein auf Primaten übertragen werden.

Systematik[Bearbeiten]

  • Familie Hepeviridae
  • Genus Hepevirus

Quellen[Bearbeiten]

  1. Schlauder, G.C. und Mushahwar, I. K.: Genetic heterogeneity of Hepatitis E virus Journal of Medical Virology 2001, 65: 282-292
  2. Meng, X.-J.: Novel strains of Hepatitis E virus identified from humans and other animal species: is hepatitis E a zoonosis? Journal of Hepatology 2000, 33: 842-845

Literatur[Bearbeiten]

  • Purcell, R. H. und Emerson, S. U. Hepatitis E virus. In: David M. Knipe, Peter M. Howley et al. (eds.): Fields´ Virology, 4. Auflage, Philadelphia 2001
  • C.M. Fauquet, M.A. Mayo et al.: Eighth Report of the International Committee on Taxonomy of Viruses, Genus Hepevirus, S. 853ff, London und San Diego 2005

Weblinks[Bearbeiten]