Herberge

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Reste eines Herbergenviertels im Münchner Stadtteil Haidhausen, entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Herbergsschiff, CVJM Jugendschiff

Eine Herberge ist eine bauliche Unterkunft für Reisende, die durch andere Personen oder Unternehmen angeboten wird und für den Gast in der Regel kostenpflichtig ist.

Hierbei gibt es verschiedene Arten, die sich vor allem hinsichtlich der Ausstattung und des Umfangs der Dienstleistungen unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Jugendherbergen

Siehe Hauptartikel Jugendherberge

Eine spezielle Form der Herbergen sind Jugendherbergen, die es in vielen Ländern der Welt gibt und die weltweit in der International Youth Hostel Federation zusammengeschlossen sind. Diese waren ursprünglich speziell für Kinder- und Jugendgruppen gedacht, bieten aber heute auch anderen Mitgliedern eine kostengünstige Unterkunft.

[Bearbeiten] Hostels

Hostel hat sich heute sowohl in Deutschland als auch international als Bezeichnung für Unterkünfte speziell für Rucksacktouristen bzw. individuell Reisende etabliert, in denen man kein Zimmer, sondern nur ein Bett bucht.

Hostels finden sich hauptsächlich an frequentierten Reisezielen, insbesondere in Metropolen, mitunter auch an anderen touristisch attraktiven Orten. Sie richten sich vornehmlich an ein internationales Publikum. Gängige Verkehrssprache ist somit Englisch. Nach den Erfolgen im Ausland finden sie sich auch zunehmend in Deutschland und entwickeln sich als kommerzielle und gewinnorientierte Unternehmen nur an profitablen Standorten zu einer privatwirtschaftlichen Konkurrenz für Jugendherbergen und Hotels im preisgünstigsten Marktsegment. Im Unterschied zu den Jugendherbergen benötigen Gäste in Hostels keinerlei Mitgliedschaft.

Die qualitativ sehr einfache Unterbringung in meist Vier- bis Zehn-Bett-Zimmern, so genannten dorms (kurz für dormitory, englisch für „Schlafsaal“) ermöglicht es, günstige Preise ab 10€ auch im Zentrum großer Städte und an touristischen Schwerpunkten anzubieten. Oft wird ein Frühstück in einem Gemeinschaftsraum angeboten. Die Preise für Einzelzimmer liegen bei etwa 20 - 60€ pro Nacht[1]. Sanitäre Einrichtungen werden überwiegend gemeinschaftlich genutzt. Mögliche Dienstleistungen umfassen Küchen zur Selbstversorgung, Waschmaschinen oder Informationen zur Erkundung der jeweiligen Stadt oder Region. Merkmale besseren Standards sind: Waschbecken in den Zimmern, blickdichter Vorhang am Bett, Beleuchtung am Bett, Schließfach, Zimmerschlüssel für jeden Zimmerbewohner, im Preis enthaltene Bettwäsche. Auch der Internetzugang, im Idealfall als WLAN frei im Zimmer verfügbar, und die 24-Stunden-Rezeption setzen sich zunehmend durch.

Hostel, die speziell von jungen Rucksackreisenden frequentiert wurden, entstanden ab den sechziger Jahren zunächst in Australien und anderen angelsächsischen Ländern, sowie in den bei der 68er-Generation beliebten Reisezielen Indiens und Süd-Ost-Asiens. Seit es sich - wiederum besonders in den englischsprachigen Ländern - durchsetzt, nach der Schulzeit mehrmonatige Weltreisen zu unternehmen, entstanden ab den neunziger Jahren schließlich auch in Deutschland die ersten vom Jugendherbergsverband unabhängigen Rucksackherbergen. In einigen kleineren Städten [2], Hamburg [3] und Berlin [4] öffneten die ersten Häuser, die sich explizit Backpacker Hostel nannten. Im folgenden konzentrierten sich die Neueröffnungen vor allem auf Berlin. In deutlich geringerem Maße auch auf Hamburg, München und schließlich Köln. Heute gibt es rund 70 Backpacker Hostel, die sich mittlerweile auch in vielen mittelgroßen Städten etablieren, besonders im Norden, in NRW, Bayern und Sachsen.

Während das Deutsche Jugendherbergswerk besonders jugendliche Gruppenreisende als Zielgruppe sieht, setzen die Hostels auf Individualreisende [5]. Überdurchschnittlich ist die Anzahl junger Reisender. Individualreisende sind meist alleine oder in sehr kleinen Gruppen unterwegs was eine leichte Kontaktaufnahme ermöglicht. Manche Hostels bieten sogar ein Rahmenprogramm mit Bar/Alkoholausschank und (Live-)Musik. Abhängig von den Räumlichkeiten und der Zusammensetzung der Gäste ist eventuell mit Einschränkungen der Nachtruhe zu rechnen.

Das „Backpacker Network Germany e.V.“ ist ein Verein, in dem ausschließlich unabhängige und inhabergeführte Backpacker Hostels geführt werden.

Der Begriff „Jugendherberge“ ist eine eingetragene Marke des Jugendherbergswerks. Der Begriff „Hostel“ wird in Deutschland zunehmend bekannter.

[Bearbeiten] Entstehung

Die Anfänge der modernen Backpacker Hostels gehen zurück auf die 1960er Jahre mit der Hippie-Bewegung und deren Reisen durch die Welt, so entstanden vor allem in Asien und Australien die ersten Herbergen. Ihnen folgten bald breitere Ströme von abenteuerlustigen und kulturell interessierten Weltenbummlern.

Mit den Reisenden kam die Idee bald zurück nach Europa: Ab den 1970er Jahren eröffneten die ersten privaten Hostels vor allem in Großbritannien, in Frankreich und den Niederlanden.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Category:Hostels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. kurzer Spiegel-Artikel "Hostels in Deutschland"
  2. Das Rucksackhotel Lübeck war neben dem nicht mehr existenten Southern Cross Hostel in Donaueschingen und dem Hamburger Schanzenstern das erste deutsche Hostel. Es wurde 1991 im Rahmen eines Zentrums für alternative Arbeits- und Lebensformen gegründet: Werkhof-Lübeck. Als erstes Haus in den neuen Bundesländern etablierte sich 1996 in Weimar das Hababusch Hostel als gemeinnütziges studentisches Projekt.
  3. Ebenfalls 1991 wurde das Hostel Schanzenstern in Hamburg gegründet.
  4. 1994 eröffnete das Mittes Backpacker Hostel in Berlin.
  5. Spiegel-Artikel "Hostels in Deutschland"
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