Herbert Batliner
Herbert Batliner (* 26. Dezember 1928 in Vaduz[1]) ist ein liechtensteinischer Rechtsanwalt, Finanztreuhänder und Kunstsammler.
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[Bearbeiten] Leben
Herbert Batliner ist der Sohn einer österreicherischen Mutter und eines Liechtensteiner Vaters. Sein Vater, Eduard Batliner, war 40 Jahre lang Direktor der Liechtensteinischen Staatsbank. Batliner besuchte die Volksschule in Vaduz. 1948 machte er seine Matura am Kollegium Mariahilf in Schwyz. Er studierte an den Universitäten in Bern, Innsbruck und Lyon. 1952 promovierte er zum Doctor iuris utriusque an der Universität Innsbruck. An gleicher Universität erfolgte 1953 seine Promotion zum Dr. rer. oec.. Er wurde nun 1955 in Liechtenstein als Rechtsanwalt zugelassen. Von 1965 bis 1970 war Herbert Batliner Präsident der Verwaltungsbeschwerdeinstanz und von 1975 bis 1980 Präsident des Staatsgerichthofes von Liechtenstein. Von 1982 bis 1986 war er Parteipräsidenten der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP)[2] Batliner trägt seit 1988 den Titel Fürstlicher Kommerzienrat. 1990 verlieh ihm der österreichische Bundespräsident den Berufstitel Professor. Des Weiteren wurde er Senator h. c. der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (1969) sowie der Universität Salzburg (1994).
Batliner betrieb bis 2002 die Anlageberatungskanzlei Dr. Dr. Batliner & Partner in Vaduz. Er gilt als Erfinder der Familienstiftungen, mit deren Hilfe Millionäre ihr Vermögen dem Fiskus entziehen konnten. Für die Anlage einer solchen Familienstiftung wurde ein Mindestvermögen von 1,5 Millionen Euro gefordert, für die Gründung verlangte Batliner ca. 30.000 Schweizer Franken.[3] Kunden der Kanzlei waren König Fahd ibn Abd al-Aziz von Saudi-Arabien, der togoische Diktator Gnassingbé Eyadéma, der FIAT-Gesellschafter Giovanni Agnelli, Marc Rich, Rainer Gossmann der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Sigurd Pütter der Inhaber der Iserlohner Pharma-Firma Medice, die Bacardi-Familie sowie die Vereinigung der Mund- und Fussmalenden Künstler.[4] Batliners Stiftungen wurden auch benutzt, um illegale Parteispenden der CDU zu verschleiern.[5][6]
2002 hatte Batliner die Orgel der Sixtinischen Kapelle gestiftet und darf sich seither Kammerherr Seiner Heiligkeit nennen. Sein Vermögen wurde 2006 auf etwa 200 Millionen Schweizer Franken geschätzt.[7] Des Weiteren spendete er 730.000 Euro für die originalgetreue Restaurierung der Orgel in der Alten Kapelle von Regensburg. Zur Einweihung der Orgel im Beisein von Papst Benedikt XVI. am 13. September 2006 wurde daher seine Anwesenheit erwartet. Gegen Herbert Batliner ermittelte zu dieser Zeit allerdings die deutsche Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Höhe von 250 Millionen Euro. Batliners Anwälte hatten aus diesem Grund mit der deutschen Justiz freies Geleit nach Regensburg ausgehandelt. Diese entschied, den schwer kranken Mann nicht auf dem Weg zum Heiligen Vater festnehmen zu können. Das Verfahren wurde 2007 gegen Zahlung einer Geldauflage von zwei Millionen Euro eingestellt.[8]
Im Jahr 1997 stiftete er den Corvinus-Preis, der durch das Budapester Europainstitut vergeben wird. In Salzburg besteht seit 1997 das von ihm gegründete Herbert-Batliner-Europainstitut als Forschungsinstitut für Europäische Politik, Geschichte und Kultur. Er ist Ehrenpräsident dieses Instituts.
Batliner ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung A.V. Austria Innsbruck und der A.V. Helvetia Oenipontana Innsbruck. Er ist seit 1956 verheiratet und hat vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter. Sein Sohn Thomas ist als Springreiter und Trainer aktiv. Sein jüngster Sohn Alexander ist seit 2009 Parteipräsidenten der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP).
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1959: Königlich Belgischer Leopoldsorden
- 1970: Komturkreuz des Päpstlichen Silvesterordens mit Stern
- 1975: Komturkreuz des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens
- 1978: Großes Silbernes Verdienstkreuz um die Republik Österreich
- 1979: Ehrennadel in Gold des Bundesfachverbandes für Reiten und Fahren in Österreich
- 1984: Großer Tiroler Adler-Orden
- 1985: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg
- 1988: Montfortorden in Gold der Vorarlberger Landesregierung[9]
- 1993: Großkreuz des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens
- 1993: Großes Ehrenzeichen in Gold des Verdienstordens der Heiligen Rupert und Virgil
- 1993: Ehrenzeichen des Landes Tirol
- 1993: Goldene Ehrenmedaille der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg
- 1994: Ernennung zum Rat der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften
- 1995: Verleihung des Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Republik Ungarn
- 1997: Ehrenring und Ehrenmitgliedschaft der Bregenzer Festspiele
- 1997: Ehrenring der Landeshauptstadt Innsbruck
- 1998: Gentiluomo di Sua Santità[10]
- 1998: Ehrenring des Landes Salzburg
- 1999: Großes Goldenes Ehrenzeichen mit Stern für Verdienste um die Republik Österreich
- 1999: Ehrendoktorwürde der Loránd-Eötvös-Universität
- 2001: Großkreuz des Päpstlichen Gregoriusordens
- 2003: Verleihung des "Großkreuz mit Brillanten" durch Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein
- 2004: Ehrenzeichen des Verdienstordens der Heiligen Rupert und Virgil in Groß-Gold mit Stern der Erzdiözese Salzburg
- 2007: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
- 2009: Wolfgang-Schüssel-Preis der International Salzburg Association
- 2010: Großer Verdienstorden des Landes Südtirol
- 2010: Goldenen Mozartmedaille der Internationalen Stiftung Mozarteum (gemeinsam mit seiner Frau)
[Bearbeiten] Weblinks
- Advokaturbüro Dr. Dr. Batliner & Dr. Gasser
- Internetseite des Herbert-Batliner-Europainstituts
- Literatur von und über Herbert Batliner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Klaus Brandt: Gold für Staatsanwalts-CD taz Ruhr vom 4. September 2004
- Leo Müller, Richard Rickelmann: Der Gefangene von Vaduz. 'Stern, Ausgabe 38 I vom 14. September 2000, S. 204
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_academies/acdscien/2010/batliner.pdf
- ↑ Ansprache des designierten Parteipräsidenten Alexander Batliner zum FBP Parteitag vom 3. Dezember 2009 in Eschen, Internetseite der Fortschrittlichen Bürgerpartei
- ↑ Klaus Brandt: Gold für Staatsanwalts-CD. taz Ruhr, 4. September 2004
- ↑ Mundmaler und Hilfsorganisationen - Wer steckt dahinter? MDR, exakt vom 30. November 2004
- ↑ Ein Schutzengel für Steuerflüchtige Süddeutsche Zeitung, 14. Februar 2008
- ↑ Herbert Batliner, der prominenteste und umstrittenste Treuhänder Liechtensteins, geht in Rente. Die Weltwoche, 2006
- ↑ Segensinstrument des Tages: Benedikt-Orgel. junge Welt, 11. September 2006
- ↑ sueddeutsche.de: Der Fall Batliner, 20. Januar 2009
- ↑ https://www.sbg.ac.at/whbib/docs/auszei.htm
- ↑ Ulrich Weinzierl: Parcours durch die klassische Moderne, Die Welt online, 4. Oktober 2007
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Batliner, Herbert |
| KURZBESCHREIBUNG | liechtensteinischer Rechtsanwalt und Finanztreuhändler |
| GEBURTSDATUM | 26. Dezember 1928 |
| GEBURTSORT | Vaduz |
- Rechtsanwalt (Liechtenstein)
- Richter
- Korporierter im CV
- Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich
- Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien
- Träger des Verdienstordens der Republik Ungarn
- Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Salzburg
- Träger des Großen Verdienstordens des Landes Südtirol
- Träger des Silvesterordens (Komtur mit Stern)
- Träger des Gregoriusordens (Großkreuz)
- Träger des Leopoldsordens
- Träger des Ehrenzeichens des Landes Tirol
- Träger des Montfortordens
- Träger des fürstlich liechtensteinischen Verdienstordens
- Ehrendoktor einer Universität
- Ehrensenator der Universität Innsbruck
- FBP-Mitglied
- Liechtensteiner
- Geboren 1928
- Mann