Herbert Janssen

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Herbert Janssen (* 22. September 1892 in Köln; † 3. Juni 1965 in New York) war ein deutscher Sänger (Bariton).

Biographie[Bearbeiten]

Janssen stammte aus einer musikbegeisterten Familie und erhielt bereits in seiner Jugend Gesangsunterricht. Trotzdem studierte er zunächst Jura, bevor er sich endgültig für die Sängerlaufbahn entschied. 1922 erhielt der Sänger sein erstes Engagement an der Berliner Staatsoper, wo er sich sehr schnell von kleinen Nebenrollen hocharbeitete. Schon in der Saison 1923/24 sang er erstmals den Wolfram in Richard Wagners Tannhäuser, eine seiner wichtigsten Rollen. Für mehr als anderthalb Jahrzehnte blieb Berlin sein Stammhaus.

1925 trat Janssen erstmals bei den Wagner-Festspielen in der Zoppoter Waldoper auf; von 1926 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war er ständiger Gast am Royal Opera House Covent Garden in London. Hinzu kamen Gastspiele an der Wiener Staatsoper, den Opernhäusern in München, Paris, Dresden, Barcelona und Den Haag. Von 1930 bis 1937 sang Janssen regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen.

1937 wurde er NSDAP-Mitglied und zum Kammersänger ernannt, musste aber kurz darauf wegen seiner Homosexualität Deutschland verlassen. Er ging für eine Saison nach Wien, dann nach Amerika. Hier gastierte er 1938 zunächst in Buenos Aires. Seit 1939 sang er an der Metropolitan Opera in New York, der er bis 1951 angehörte. Janssen blieb auch nach dem Krieg in New York, zuletzt als gesuchter Pädagoge.

Repertoire[Bearbeiten]

Obwohl Herbert Janssen ursprünglich ein sehr großes und vielfältiges Repertoire gesungen hatte, das von Mozart (Graf in Le nozze di Figaro) über Lortzing (Zar Peter in Zar und Zimmermann), sehr viel Verdi (Conte di Luna im Troubadour, eine seiner Lieblingsrollen, Renato im Maskenball, Jago im Otello, etc.) bis Bizet (Escamillo in Carmen) reichte, war er in den späteren Jahren seiner Karriere, besonders in New York, vor allem auf Wagner-Rollen festgelegt, was er selbst bedauerte.

Zu seiner Zeit galt der Sänger als bedeutendster Darsteller der lyrischeren Baritonrollen des Komponisten, vor allem des Kurwenal in Tristan und Isolde, Amfortas in Parsifal und eben des Wolfram im Tannhäuser. Nicht nur der bekannte Kritiker Jürgen Kesting ist der Auffassung, dass er in dieser Rolle bis heute auf Platte nicht erreicht worden ist.

Daneben war Janssen ein bedeutender Lied-Sänger zu einer Zeit, als diese Kunstform noch weit weniger angesehen war als heute. Janssens Stimme hatte einen reichen, weichen, samtigen Klang und eine italienische Färbung bei großer Expressivität.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Kesting: Die großen Sänger des 20. Jahrhunderts. ECON, Düsseldorf 1993, ISBN 3-517-07987-1