Herbert Meschkowski

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Herbert Meschkowski (* 1. Februar 1909 in Berlin-Moabit; † 24. März 1990 in Berlin) war ein deutscher Mathematiker.[1]

Leben[Bearbeiten]

Herbert Meschkowski wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater arbeitete als Gefangenenaufseher im Untersuchungsgefängnis Moabit.

1927 begann er mit dem Studium der Physik und der Mathematik, unter anderem bei Erhard Schmidt und Ludwig Bieberbach an der damaligen Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, das er 1931 mit einem sehr guten Staatsexamen bei Georg Hamel abschloss. Nach Referendariat (1932–1934) und Assessorenprüfung (1934) unterrichtete er zwei Jahre im Evangelischen Johannesstift Berlin eine Klasse für schwer erziehbare Kinder. Dort lernte er die Erzieherin Magdalena Meitz kennen, die er 1936 heiratete. Im selben Jahr wechselte er als Mathematiklehrer an ein Gymnasium in Berlin-Pankow und wurde 1939 Studienrat.

Während der Kriegsjahre arbeitete er überwiegend als Meteorologe im Dienst der Wehrmacht.[2]

1950 promovierte er bei Alexander Dinghas mit dem Thema: "Über die konforme Abbildung gewisser Bereiche von unendlich hohem Zusammenhang auf Vollkreisbereiche". Meschkowski war Professor an der Freien Universität Berlin und der Pädagogischen Hochschule Berlin. Von 1962–1964 war er Rektor der Pädagogischen Hochschule Berlin. Er befasste sich mit Funktionentheorie und Funktionalanalysis, Fachdidaktik und Fachgeschichte und veröffentlichte zahlreiche Lehrbücher.

Meschkowski befasste sich auch mit Mathematikgeschichte, gab die Briefe von Georg Cantor heraus, schrieb dessen Biographie und eine Geschichte der Mathematik in Berlin. Er schrieb mehrere sich an einen breiteren Leserkreis wendende Bücher über Mathematik.

Schriften[Bearbeiten]

  • Mathematik verständlich dargestellt. Piper, 1997
  • Herausgeber Lust an der Erkenntnis – moderne Mathematik. Ein Lesebuch. Piper, 1991
  • Denkweisen großer Mathematiker- ein Weg zur Geschichte der Mathematik. Vieweg, 1961, 1967, 1990
  • Jeder nach seiner Facon – Berliner Geistesleben 1700-1810. Piper, 1986
  • Von Humboldt bis Einstein. Berlin als Weltzentrum der exakten Wissenschaften. Piper 1989
  • Problemgeschichte der Mathematik. 3 Bände, BI (Bibliographisches Institut, Mannheim) 1978, 1984, 1986
  • Wandlungen des mathematischen Denkens – Eine Einführung in die Grundlagenprobleme der Mathematik. BI, 1969, Piper1985
  • Georg Cantor: Leben, Werk, Wirkung. BI, 2. Auflage. 1983 (zuerst 1967)
  • Mathematiker-Lexikon. BI, 1964, 1980
  • Unendliche Reihen. BI, 1962, 1982
  • Reihenentwicklungen in der mathematischen Physik. BI, 1963
  • Hilbertsche Räume mit Kernfunktion., Grundlehren der mathematischen Wissenschaft, Springer 1962
  • Mathematik und Realität: Vorträge und Aufsätze. BI, 1979
  • Richtigkeit und Wahrheit in der Mathematik. BI, 1976, 1978
  • Grundlagen der modernen Mathematik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1972, 1975
  • Einführung in die moderne Mathematik. BI, 1964, 1971
  • Ungelöste und unlösbare Probleme der Geometrie. BI, 1960, 1975
  • Grundlagen der euklidischen Geometrie. BI, 1966, 1974
  • Nichteuklidische Geometrie. Vieweg 1954, 1971
  • Herausgeber Meyers Handbuch über die Mathematik. BI, 1967, 1974
  • Elementare Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. BI, 1972
  • Wahrscheinlichkeitsrechnung. BI, 1968
  • Mathematisches Begriffswörterbuch. 1965, 1972
  • Didaktik der Mathematik. 4 Bände
  • Zahlen. BI, 1970
  • Funktionen. BI, 1970
  • Mathematik als Bildungsgrundlage. Vieweg, 1965
  • Differenzengleichungen. Vandenhoeck und Ruprecht, 1959

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beiträge zur Geschichte der Pädagogischen Hochschule Berlin. Im Auftrag des Rektors herausgegeben von Gerd Heinrich (= Band 6 der Abhandlungen aus der Pädagogischen Hochschule Berlin.) Berlin 1980, S. 204.
  2. Mitteilungen der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik: Zum 100. Geburtstag von Herbert Meschkowski. (PDF; 774 kB) Ausgabe: 88, Januar 2010, S. 15–21.

Weblinks[Bearbeiten]