Herbert Schambeck

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Herbert Schambeck (* 12. Juli 1934 in Baden (Niederösterreich)) ist ein österreichischer Rechtswissenschaftler und Politiker (ÖVP). Er war Präsident des österreichischen Bundesrates 1988, 1992 und 1997.

Leben[Bearbeiten]

Schambeck studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien. 1958 wurde er zum Dr. iur. promoviert. Nach Tätigkeiten im Gericht wurde er 1959 Assistent und 1964 Dozent an der Universität Wien. 1965 wurde er Rechtskonsulent in der wissenschaftlichen Abteilung der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft in Wien.

1966 wurde Schambeck zum außerordentlichen Universitätsprofessor an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ernannt. Nach einer Gastprofessor an der University of Notre Dame in South Bend (Indiana), USA 1967 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Universitätsprofessor auf den Lehrstuhl für öffentliches Recht, politische Wissenschaften und Rechtsphilosophie an der heutigen Johannes Kepler Universität Linz. 2002 wurde er emeritiert. Er hielt Gastvorlesungen an den Universitäten in Valparaiso, Santiago de Chile, Rio de Janeiro, Sao Paulo, Berkeley, Washington D.C. (Catholic University, Georgetown University, Johns Hopkins University), Columbia-New York, Charlottsville in Virginia, All Souls College in Oxford, Madrid, Salamanca, Santiago de Compostela, Lissabon, Coimbra, Bonn, Köln, München, Heidelberg, Bayreuth, Prag, Lublin, Beslau, Oppeln, Budapest, Fünfkirchen, Mailand, Pavia, Padua, Bologna, Rom (Angelicum, Lateran, Sapienza), Athen, Stellenbosch, Bangkok (Thammasat, Chulalongkorn), Kyoto, Tokyo (Sophia, Today), weiters an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und der deutschen Verwaltungshochschule Speyer.

Schambeck gehörte als Vertreter des Bundeslandes Niederösterreich dem Bundesrat von 1969 bis 1997, von 1975 bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden durch Mandatsniederlegung 1997 in Präsidentenfunktionen und als Vorsitzender der ÖVP-Fraktion des Bundesrates, der Länderkammer des österreichischen Parlaments, an.

Schambeck ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Padua, Madrid, Düsseldorf und Mailand sowie der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaftenund Gentiluomo di Sua Santità im Vatikan und der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom. Ehrenmitglied der Gelehrten Gesellschaft der Tschechischen Republik in Prag sowie Ehrenpräsident der Österreichischen Juristenkommission. Schambeck erhielt neun Ehrendoktorate und ist Honorarprofessor an der Rechtsuniversität der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften (Kiew). 2011 erhielt er die Auszeichnung "Order of the Rule of Law" der World Jurist Association.

Er hat mehrere Bücher publiziert und war auch als Herausgeber aktiv. Seine Publikationsliste umfasst über 700 Publikationen zum öffentlichen Recht, politischen Wissenschaften und Rechtsphilosophie.

Schambeck ist seit 1955 Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.Ö.St.V. Rudolfina Wien im ÖCV.

Politik[Bearbeiten]

Schambeck war Mitglied des Bundesparteivorstandes und des Niederösterreichischen Landesparteivorstandes der ÖVP, Hauptbezirksparteiobmann der ÖVP Baden, Mitglied des Bundesvorstandes des ÖAAB, Landesvorstandes des ÖAAB Niederösterreich, Vorsitzender der Bundesratsfraktion des Parlamentsklubs der ÖVP 1975 bis 1997.

Von 1969 bis 1997 war Schambeck Mitglied des Bundesrates und hatte verschiedene Positionen inne:

  • Stellvertretender Vorsitzender des Bundesrates 1975–1987
  • Vorsitzender des Bundesrates 1988
  • Vizepräsident des Bundesrates 1988–1992
  • Präsident des Bundesrates 1992
  • Vorsitzender der 14. Bundesversammlung 1992
  • Vizepräsident des Bundesrates 1993–1996
  • Präsident des Bundesrates 1997

Ehrungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Autor
  • Der Begriff der Natur der Sache, 1964
  • Das Volksbegehren, 1971
  • Kirche-Staat-Gesellschaft, 1967
  • Grundrechte und Sozialordnung, 1969
  • Vom Sinnwandel des Rechtsstaates, 1970
  • Die Ministerverantwortlichkeit, 1971
  • Richteramt und Ethik, 1982
  • Ethik und Staat, 1986
  • Kirche, Staat und Demokratie, 1992
  • Europäische Integration und Österreichischer Föderalismus, 1993
  • Recht-Glaube-Staat, 1994
  • Das österreichische Regierungssystem – ein Verfassungsvergleich, 1995
  • Regierung und Kontrolle in Österreich, 1997
  • Zu Politik und Recht, 1999
  • Der Staat und seine Ordnung, 2002
  • Politik in Theorie und Praxis, 2004
  • Kirche Politik und Recht, 2013
Herausgeber
  • Kirche und Staat, 1976
  • Pius XII. zum Gedächtnis, 1977
  • Das österreichische Bundes-Verfassungsgesetz und seine Entwicklung, 1980
  • Österreichs Parlamentarismus – Werden und System, 1986
  • Föderalismus und Parlamentarismus in Österreich, 1993
  • Bundesstaat und Bundesrat in Österreich, 1997
  • Die Wiener rechtstheoretische Schule, Schriften von Hans Kelsen, Adolf Merkl und Alfred Verdross herausgegeben gemeinsam mit Hans R. Klecatsky und René Marcic † , 1968, 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Hengstschläger, H.F. Köck, K. Korinek, Kl. Stern u A. Truyol Y. Serra (Hg.): Für Staat und Recht, Festschrift für H. Schambeck, 1994.
  • H.W.Kaluza, J. Penz, M.Strimitzer, J.Weiss (Hg.) Recht Glaube Staat Festgabe für H. Schambeck 1994 4. Auflage 1997;
  • Präsidenten des Nationalrates und Bundesrates (Hg.) zu Politik und Recht, H. Schambeck, Ansprachen, Reden, Vorlesungen und Vorträge 1999;
  • B. Banaszak und J. Machnacz (Hg.) Lex divina et civitatis, Festschrift für H. Schambeck zum 75. Geburtstag 2009

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)

Weblinks[Bearbeiten]