Herbert Vaughan

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Herbert Kardinal Vaughan

Herbert Kardinal Vaughan (* 15. April 1832 in Gloucester, England; † 19. Juni 1903 in Mill Hill, England) war ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Erzbischof von Westminster und Gründer der Missionsgesellschaft vom hl. Joseph von Mill Hill.

Leben[Bearbeiten]

Herbert Vaughan war der älteste Sohn von acht Söhnen und fünf Töchter des Oberstleutnants John Francis Vaughan und dessen Ehefrau Eliza Rolls. Sechs Söhne wurden Priester, wovon insgesamt drei die Bischofsweihe erhielten, Roger wurde Erzbischof von Sydney (Australien);[1] John Francis wurde Titularbischof von Sebastopolis in Armenien und Weihbischof in Salford;[2] Bernard wurde durch religiöse Schriften bekannt. Die fünf Schwestern gingen in Frauenklöster und wurden Ordensschwestern. Sein Onkel war der Bischof von Plymouth William Vaughan. Seine Schulausbildung begann 1841 im Jesuiten-College von Stonyhurst[3], 1847 wechselte er in das Jesuiten-College Brugelette in Belgien. Sein Studium begann 1850 in der Benediktinerabtei Downside, (England) und wurde von 1851 bis 1854 in Rom am Collegio Romano fortgesetzt.

Kirchliche Laufbahn[Bearbeiten]

Am 28. Oktober 1854 erhielt er die Priesterweihe und übernahm ab 1855 die Funktion des Stellvertretenden Präsidenten am St. Edmund College. Von 1861 bis 1865 unternahm er Missionsreisen nach Panama, Kolumbien, in die Vereinigten Staaten von Amerika, nach Peru, Chile und Brasilien. Nach seiner Rückkehr nach Mill Hill begann er mit der Gründung und dem Aufbau der Missionsgemeinschaft vom hl. Joseph von Mill Hill und war von 1866 bis 1903 deren Ordensoberer. Von 1866 bis zu seinem Tode unternahm er weitere Missionsreisen in den Süden der USA. 1871 wurde er Herausgeber der Missionszeitschrift „The tablet“, einer internationalen katholischen Wochenzeitschrift[4].

Grabstätte

Am 27. September 1872 erfolgte die Berufung und am 28. Oktober 1872 wurde Vaughan zum Bischof von Salford durch Kardinal Henry Edward Manning geweiht. Die Ernennung zum Erzbischof von Westminster erfolgte am 8. April 1892 und die Erhebung in den Stand eines Kardinals am 16. Januar 1893 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Andrea e Gregorio al Monte Celio. In dieser Zeit war er maßgebend am Bau der Westminster Kathedrale beteiligt. Kardinal Vaughan verstarb am 19. Juni 1903 und wurde zunächst im Kollege zum hl. Joseph in Mill Hill beigesetzt. Am 14. März 2005 wurden seine sterblichen Überreste von Mill Hill in die Kathedrale von Westminster übergeführt, wo er in der St. Thomas Kapelle seine letzte Ruhestätte erhalten hat.

Der Disput mit St. George Mivart[Bearbeiten]

Als St. George Mivart Anfang 1900 in zwei Artikeln seine Ansichten über die Hölle erneut äußerte und einen Gott, der einen solchen Ort der Qualen erschaffen hätte, als einen schlechten Gott bezeichnete, wurde er nach einer kurzen Kontroverse mit Kardinal Vaughan am 18. Januar 1900 exkommuniziert. Hieraus ergab sich die Veröffentlichung des Buches über die Korrespondenz zwischen Mivart und Vaughan.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag auf catholic-hierarchy.org
  2. Eintrag auf catholic-hierarchy.org
  3. Website des Stonyhurst Colleges
  4. Website der Wochenzeitung
  5. siehe Literatur

Literatur[Bearbeiten]

Herbert Cardinal Vaughan Under the Ban: A Correspondence Between Dr. St. George Mivart and Herbert Cardinal Vaughan, Archbishop of Westminster (1900), November 2007, Kessinger Pub Co, ISBN 978-0-548-74347-8

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Henry Edward Kardinal Manning Erzbischof von Westminster
1892–1903
Francis Alphonsus Kardinal Bourne