Herbertingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Herbertingen
Herbertingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Herbertingen hervorgehoben
48.0583333333339.4391666666667562Koordinaten: 48° 3′ N, 9° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 562 m ü. NHN
Fläche: 38,64 km²
Einwohner: 4777 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 88516–88518
Vorwahl: 07586
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 044
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Holzgasse 6
88518 Herbertingen
Webpräsenz: www.herbertingen.de
Bürgermeister: Michael Schrenk
Lage der Gemeinde Herbertingen im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Herbertingen ist eine Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Herbertingen, ganz im Hintergrund der Bussen

Durch die Gemarkung der Gemeinde Herbertingen fließen die Donau und die Schwarzach, ein Nebenfluss der Donau. Der Ort Herbertingen wird über den Krähenbach entwässert.

Der tiefste Punkt des Landkreises Sigmaringen liegt mit 541 Meter über Normalnull bei Herbertingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde setzt sich aus dem Kernort Herbertingen und den Teilorten Hundersingen, Marbach und Mieterkingen zusammen.

Wappen Ortsteil Einwohner Fläche
Herbertingen Herbertingen (Kernort) 3207 1785 ha
Kein Wappen Verfügbar Hundersingen 942 965 ha
Marbach Marbach 559 737 ha
Mieterkingen Mieterkingen 218 377 ha

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ersterwähnung von Herbertingen stammt aus einer Urkunde des Königs Ludwig der Deutsche vom Jahr 854, wodurch die Streitigkeiten zwischen dem Kloster St. Gallen und dem Bischof von Konstanz beigelegt werden. Es wird darin zum Gau Goldineshuntare der Ort „Heriprehtinga“ gezählt, wo das Kloster eine Hube (Gehöft) des Bistums Konstanz abtritt, in comitatu Udalrici comitis, in pagello Goldineshuntare, in villa Heriprehtinga.[2] Möglicherweise war Herbertingen sogar der Hauptort der Goldineshuntare.

Die Oberhoheit kam 1282 von den Grafen von Nellenburg an die Habsburger, das Dorf teilte in der Folgezeit die Geschicke der Grafschaft Friedberg-Scheer.[3]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1975 die drei bis dahin selbstständigen Gemeinden Hundersingen, Marbach und Mieterkingen nach Herbertingen eingemeindet.

Seit 1983 ist die Altdeponie Marbach komplett verfüllt, geschlossen und renaturiert. Die umzäunte Deponie befindet sich in der sogenannten „Nachsorgephase“, das heißt die Deponie wird begangen und in regelmäßigen Abständen werden Bodenproben entnommen. Sie kann zwischen 30 und 100 Jahre dauern.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 49,3 % (- 10,9) zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
FL 91,0 % + 53,9 17 +10
PB 9,0 % + 5,3 2 +1
CDU 0 % - 59,2 0 - 12

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 13. Juli 2008 wurde Michael Schrenk mit 77,1 Prozent der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang in seinem Amt als Bürgermeister von Herbertingen wiedergewählt. Schrenk trat mit 71,6 Prozent im Oktober 2000 die Nachfolge von Siegfried Abt an, der nicht mehr kandidierte, da er sich als Wirtschaftsförderer in Pfullendorf engagierte.[6][7]

  • bis 2000: Siegfried Abt (CDU)
  • seit 2000: Michael Schrenk (parteilos). Am 19. Oktober 2014 wurde Michael Schrenk zum Nachfolger des Pfullinger Bürgermeisters Rudolf Heß gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Herbertingen Wappen.png

Das Wappen von Herbertingen zeigt, in Blau gehalten, einen auf einem grünen Dreiberg aufgerichteten goldenen Hirsch, im Maul einen im Wechsel silbern und rot befiederten schwarzen Pfeil haltend.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Herbertingen pflegt seit 1997 eine Partnerschaft mit Saint-Paul-en-Jarez im französischen Département Loire.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Herbertingen ist Teil der Tourismusregion „Oberschwäbische Donau“.[9]

Museen[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Hundersingen befindet sich das Heuneburgmuseum und das Freilichtmuseum Heuneburg, die die keltische Geschichte rund um die Heuneburg thematisieren.[10]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Auf der Gemarkung des Ortsteils Hundersingen liegt die Heuneburg, ein keltischer Fürstensitz. Jüngsten Ausgrabungen zufolge existierte die Siedlung bereits vor mehr als 2500 Jahren. Sie wäre damit die älteste Stadt Mitteleuropas.
  • Die Nikolauskapelle am Krähenbach stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert bekam sie einen Erweiterungsbau. Gleichzeit wurde sie in ihre heutige barocke Form gebracht. In ihr befinden sich wertvolle Ausstellungsgegenstände.[11]
  • Auf Herbertinger Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche Kapellen, so zum Beispiel die Lourdeskapelle auf dem Hungerberg, die Angerkapelle, die Jakobuskapelle in Mieterkingen, die Blindenkapelle, die Schaupenkapelle und die Friedhofskapelle von Herbertingen.[11]
  • Die Kirche St. Martin im Ortsteil Hundersingen ist eine neuromanische Basilika von 1906. Die Rokoko-Pieta stammt aus der Hand von Johann Joseph Christian.
  • Im Ortsteil Mieterkingen befindet sich die Kirche St. Peter und Paul. Sie erfuhr 1763 eine Erneuerung im Stil des Rokoko. Die Deckenmalereien zeigen eine gotische Beweinungsgruppe von 1510/20.
  • Für den Betrieb der Nord-Süd-Leitung wurde 1929 von der RWE ein großes Umspannwerk gebaut, wo die von Bürs (Österreich) und Waldshut-Tiengen kommenden Hochspannungsleitungen zusammengeführt werden. Im Zweiten Weltkrieg war dieses Umspannwerk Ziel alliierter Bomber. Das von Amprion (bis 2009: RWE Transportnetz Strom) und der EnBW Transportnetze AG gemeinsam betriebene Umspannwerk wurde vor fünf Jahren um eine in SF6-Technik ausgeführte Schaltanlage für 380 kV erweitert.

Sport[Bearbeiten]

In den frühen 1970er Jahren wurde im Schwarzachtal Kies abgebaut, so dass in der Folge insgesamt fünf große Grundwasserseen entstanden sind, von denen zwei, der heutige Bade- und der Wassersportsee, vollständig renaturiert wurden. Heute sind diese Seen das Erholungs- und Freizeitzentrum Schwarzachtalseen, ein Zweckverband der Gemeinden Herbertingen und Ertingen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Herbertingen

Bahnverkehr und öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Bei Herbertingen zweigt die Bahnstrecke Herbertingen–Aulendorf von der Donautalbahn (UlmImmendingen) ab. Der Bahnhof Herbertingen liegt außerhalb der Ortschaft Herbertingen und ist vor allem als Umsteigebahnhof von Bedeutung, näher beim Ortszentrum liegt der Haltepunkt Herbertigen Ort an der Strecke nach Aulendorf. Herbertingen ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) integriert.

Bundesstraßen[Bearbeiten]

Durch Herbertingen führten die Bundesstraße 311 von Ulm nach Donaueschingen und die Bundesstraße 32 von Ravensburg nach Sigmaringen. Der mit bis zu 25.000 Fahrzeugen am Tag stark befahrene Kreuzungspunkt der Bundesstraßen befand sich in der Mitte des Ortes. Der Spatenstich einer 27 Millionen Euro teure Umgehungsstraße der B 311 erfolgte am 30. April 2009, feierlich eröffnet wurde die Umgehungsstraße am 20. Dezember 2012, einige Monate vor dem ursprünglich geplanten Bauende.

Luftfahrt[Bearbeiten]

Zwischen Herbertingen und Mengen liegt der Verkehrslandeplatz Mengen-Hohentengen mit der ICAO-Kennung EDTM.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Rauchwolke über Herbertingen am 30. August 2007

In Herbertingen befindet sich ein Werk der Zollern-Gruppe. Am Ortseingang aus Richtung Mengen befindet sich nahe dem Bahnhof die Schredderwerke Herbertingen GmbH, ein Recyclingunternehmen mit großem Schredderwerk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Lilly Jordans (eigtl. Karoline Reutter; * 16. Oktober 1915; † 19. März 2007), Unternehmerin, gründete erfolgreiche Damenschneiderei in Köln; Namenspatronin der „Lilly-Jordans-Schule Herbertingen“.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herbertingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. II. Geschichtliche Denkwürdigkeiten. 1. Frühere Verhältnisse. a. Bürgerliche Verhältnisse und Bildung des Oberamts. In: Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Saulgau. 1. Auflage. J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1829. Reprint. Magstadt 1982 (Wikisource)
  3. Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 6, Baden-Württemberg. 2. Auflage, 1980, S. 328, ISBN 978-3-520-27602-5.
  4. Guy-Pascal Dorner: Nachsorgephase. Arbeit ist keineswegs zu Ende. In: Schwäbische Zeitung vom 10. November 2008
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  6. Tobias Wag: Bürgermeister Michael Schrenk im Amt bestätigt In: Schwäbische Zeitung vom 13. Juli 2008
  7. Karlheinz Fahlbusch: 71,4 Prozent für Schrenk In: Südkurier vom 15. Juli 2008
  8. gea.de
  9. Vera Romeu (vr): Geburt: Neue Region heißt Oberschwäbische Donau. Sigmaringendorf, Krauchenwies, Mengen, Scheer, Hohentengen und Herbertingen sollen sich zusammenschließen. In: Schwäbische Zeitung vom 19. Februar 2011
  10. Von der Heuneburg nach Beuron. S. 60–64. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  11. a b Kapellenweg um Herbertingen. S. 42f. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  12. lilly-jordans-schule.de