Herbrechtingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herbrechtingen
Herbrechtingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herbrechtingen hervorgehoben
48.62527777777810.173888888889471Koordinaten: 48° 38′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Höhe: 471 m ü. NHN
Fläche: 58,63 km²
Einwohner: 12.869 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 89542,
89522 (Asbach, Buchhof, Neu Asbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07324
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 020
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Straße 58
89542 Herbrechtingen
Webpräsenz: www.herbrechtingen.de
Bürgermeister: Dr. Bernd Sipple
Lage der Stadt Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim
Alb-Donau-Kreis Ostalbkreis Landkreis Göppingen Niederstotzingen Sontheim an der Brenz Hermaringen Giengen an der Brenz Dischingen Nattheim Heidenheim an der Brenz Steinheim am Albuch Königsbronn Herbrechtingen Herbrechtingen Gerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Herbrechtingen ist eine Stadt im Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg.

Herbrechtingen von Westen (Luftbild)

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Herbrechtingen besteht aus den Stadtteilen Herbrechtingen, Bolheim, Bissingen, Hausen, Anhausen, Eselsburg. Die Stadtteile waren mit Ausnahme von Anhausen früher selbstständige Gemeinden und bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2] Zur ehemaligen Gemeinde Bissingen ob Lontal gehören das Dorf Bissingen ob Lontal und das Haus St. Leonhard. Zur ehemaligen Gemeinde Bolheim gehören das Dorf Bolheim, die Weiler Anhausen und Ugenhof, Staatsdomäne und Gehöft Wangenhof, das Gehöft Buchhof und das Haus Riedmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Hausen ob Lontal gehört das Dorf Hausen ob Lontal. Zur Stadt Herbrechtingen in den Grenzen vom 29. Februar 1972 gehören das Dorf Herbrechtingen, die Weiler Bernau und Eselsburg, das Gehöft Neuasbach und die Häuser Asbach und Ziegelei sowie die abgegangenen Ortschaften Bindstein und Wickenstetten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Herbrechtingen 1899
Blick auf die Stadt vom Buigen aus
Brenz in Herbrechtingen

Die älteste nachgewiesene Ansiedlung auf Herbrechtinger Gemarkung war ein römischer Gutshof mit Ziegelbrennofen.[4]

Die Geschichte Herbrechtingens geht auf das ehemalige Kloster Herbrechtingen zurück, dessen erste urkundliche Erwähnung Herbrechtingens aus dem Jahr 774 stammt, als Karl der Große die villa Hagrebertingas an Abt Fulrad von Saint-Denis verschenkte. Von ihm wurde später das Kloster Herbrechtingen gegründet. 1171 verlieh Kaiser Barbarossa dem Kloster Herbrechtingen das Marktrecht. Es kam gleichzeitig an die Augustiner-Chorherren.

Am 15. Oktober 1805 kam es rund um die Gemeinde zur Schlacht zwischen Österreichern und Truppen Napoleons.

Während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 hatte Herbrechtingen 118 Kriegstote zu beklagen, im Zweiten Weltkrieg 174 Tote und 85 Vermisste. 1949 erschien erstmals das Herbrechtinger Wochenblatt, und im Jahr 1953 erhielt Herbrechtingen ein neues Gemeindewappen, das bis heute gültig ist. 1974 feierte Herbrechtingen die Gründung 1200 Jahre zuvor und wurde am 30. April zur Stadt erhoben.

Das neu gestaltete Kulturzentrum im Kloster wurde nach vierjähriger Restaurierungszeit am 13. September 2002 eingeweiht, ein Jahr später, am 18. Juni, die seit 50 Jahren geplante Umgehungsstraße feierlich eröffnet.

Religionen[Bearbeiten]

Kirche Herbrechtingen

Die Einführung der Reformation 1552 führte zur Aufhebung des Klosters. Seither ist der Ort evangelisch geprägt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1928: Eselsburg
  • Bolheim 1. März 1972: Bolheim mit Ortsteil Anhausen
  • Bissingen ob Lontal 1. April 1972: Bissingen ob Lontal
  • Hausen ob Lontal 15. April 1973: Hausen ob Lontal

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1824–1831: Isaak Ruoff
  • 1831–1853: Johann Martin Apt
  • 1853–1874: Gottlieb Rippmann
  • 1875–1893: Knauß
  • 1893–1907: Karl Henßler
  • 1907–1909: Säugling
  • 1909–1920: Johannes Henßler
  • 1920–1925: Erwin Spieth
  • 1925–1940: Kirchner
  • 1941–1944: Karl Kaipf (Amtsverweser)
  • 1944: Wirth (Amtsverweser)
  • 1944–1945: Föll (Amtsverweser)
  • 1945–1948: Hübner (Amtsverweser)
  • 1948–1971: Oskar Mozer
  • 1971–1995: Peter Kiefner
  • seit 1995: Bernd Sipple

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Herbrechtingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Herbrechtingen hat nach der letzten Wahl 23 Mitglieder (vorher 22). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.


Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,5 %
27,4 %
19,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,4 %p
+4,2 %p
-2,8 %p
FWV Freie Wähler 53,5 13 54,9 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,4 6 23,2 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,1 4 21,9 5
gesamt 100,0 23 100,0 22
Wahlbeteiligung 41,3 % 42,2 %

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In einem mit doppelreihig, von Rot und Silber geschachtem, schwarz bordiertem Schräglinksbalken von Rot und Silber geteilten Schild oben und unten je eine alemannische Zierscheibe (in Art eines achtspeichigen Rades) in verwechselten Farben.“
Das Wappen in der heutigen Form gibt es seit 1953. Der karierte Balken in der Mitte stammt aus dem ehemaligen Klosterwappen. Die beiden Räder stellen alemannische Zierscheiben dar, die bei einer Ausgrabung eines Gräberfeldes auf dem Stadtgebiet gefunden wurden.

Partnerstadt[Bearbeiten]

Seit 1989 unterhält Herbrechtingen eine Städtepartnerschaft mit Biatorbágy (Ungarn). Außerdem bestehen Kontakte mit der sudetendeutschen Ortsgemeinschaft Engelswald/Rosental (seit 1977), Karawukowo (Serbien, seit 1984) und Oberstuben (Slowakei, seit 1986)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Herbrechtingen ist durch die Bundesautobahn 7 (FlensburgFüssen) mit dem überregionalen und durch die Bundesstraßen 492 (nach Hermaringen) und 19 mit dem regionalen Straßennetz verknüpft.

Durch die Brenzbahn (AalenUlm) ist die Stadt an das Schienennetz angebunden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In und um Herbrechtingen haben sich hauptsächlich kleinere und mittelständische Unternehmen angesiedelt. Zu den bekanntesten zählen Hartmann (Verbandstoffe), Osram (Lampen). Daneben ist Herbrechtingen mit den drei Unternehmen Schlatterer, Stahl und Rathgeber ein bedeutender Standort der Gurtweberei. In einer Kooperation mit der Nachbarstadt Giengen wurde der Industriepark A 7 geschaffen, wo in Zukunft weitere Unternehmen angesiedelt werden sollen.

In Herbrechtingen steht seit 2004 eines der modernsten und größten Biomasse-Kraftwerke Europas, das überwiegend mit Holzabfällen der dort ansässigen Firma Sturm befeuert wird. Leistungsdaten des Kraftwerks sind:

Als Nebeneffekt der Vorort-Nutzung der Sägenebenprodukte entfallen dadurch ca. 2000 LKW-Fahrten jährlich.

Auch von den Sägenebenprodukten der Firma Sturm profitiert das 2006 in Betrieb gegangene Pelletswerk (eines der größten in Süddeutschland) von German Pellets.

Die Firma Sturm hat Ihren Sägebetrieb in Herbrechtingen 2011 eingestellt.[5]

Bildung[Bearbeiten]

Im Kernort gibt es neben dem Buigen-Gymnasium und der Gemeinschaftsschule Bibris noch die Grundschule Wartberg. Im Juni 1945 wurde das ehemalige Evangelische Fröbelseminar Stuttgart in Herbrechtingen als Kirchliche Ausbildungsstätte für evangelische Kindergärtnerinnen eröffnet, heute: Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik. In Bolheim besteht eine Grund- und Förderschule und in Bissingen eine reine Grundschule. Ebenso gibt es seit 2005 neben dem Buigengymnasium die Pistorius-Schule für geistig- und körperbehinderte Kinder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Steinerne Jungfrauen im Eselsburger Tal

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum in historischem Fachwerkbau
  • Museum der Donauschwaben

Gebäude[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Eselsburger Tal mit den sündigen Jungfrauen, auch „Steinerne Jungfern“ genannt
  • Landschaftsschutzgebiet Hasenloch westlich des Stadtteils Bolheim
  • Lonetal

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Albrecht Unsöld (* 1905 in Bolheim; † 1995), deutscher Astrophysiker
  • Udo Tischer (* 1956; † 1992), deutscher Politiker (Grüne), MdB

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur zur Stadt[Bearbeiten]

Literatur zu Persönlichkeiten, die in Verbindung mit der Stadt stehen[Bearbeiten]

  • Reinhard Breymayer: 99: Johann Christian Hiller und Justinus Kerners Vetter Johann Gottfried Mayer: Zwei Maulbronner Klosterprofessoren des jungen Hölderlin. In: Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik. Nr. 423. Verlag Hans-Dieter Heinz, Akademischer Verlag, Stuttgart 2004 [2005], S. 111–142.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herbrechtingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Herbrechtingen vom 1. Juni 1986 (PDF; 64 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 612–617.
  4. Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0. (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  5. Sägewerk Sturm entlässt fast 60 Mitarbeiter, schwaebische.de, Artikel vom 28. September 2011, abgerufen 18. Juli 2012.