Herford

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Dieser Artikel behandelt die ostwestfälische Stadt Herford. Zum gleichnamigen US-amerikanischen Fußballtorwart siehe Jay Herford. Siehe auch den britischen Ort Hereford.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herford
Herford
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herford hervorgehoben
52.1172222222228.676111111111165Koordinaten: 52° 7′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 79,16 km²
Einwohner: 65.113 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 823 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32049, 32051, 32052
Vorwahl: 05221
Kfz-Kennzeichen: HF
Gemeindeschlüssel: 05 7 58 012
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
32052 Herford
Webpräsenz: www.herford.de
Bürgermeister: Tim Kähler (SPD)
Lage der Stadt Herford im Kreis Herford
Kreis Lippe Niedersachsen Kreis Gütersloh Kreis Minden-Lübbecke Kreis Minden-Lübbecke Bielefeld Nordrhein-Westfalen Enger Löhne Bünde Kirchlengern Herford Spenge Hiddenhausen Rödinghausen VlothoKarte
Über dieses Bild
Physische Karte von Herford
Flächennutzung
Gliederung von Herford

Herford Zum Anhören bitte klicken! [ˈhɛɐ̯fɔʁt]a a (niederdeutsch: Hiarwede, Hiarwe) ist eine Große kreisangehörige Stadt mit etwa 65.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Regierungsbezirk Detmold und ist die Kreisstadt des Landkreises Herford. Den Titel „Hansestadt“ trägt Herford seit dem 8. Juli 2013, er wird vor den Namen der Stadt gesetzt.[2]

Die Stadt gehört zum ostwestfälischen Verdichtungsgebiet, das sich von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden erstreckt. Die Stadt liegt im Ravensberger Hügelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge 15 Kilometer nordöstlich von Bielefeld und 46 km östlich von Osnabrück und etwa in der Mitte zwischen Dortmund und Hannover, die etwa 100 km entfernt sind und die über die Bundesautobahn 2 und die Bahnstrecke Hamm-Minden erreichbar sind.

Herford wurde vermutlich 789 gegründet. Das um 800 errichtete Frauenstift Herford wurde bald nach seiner Gründung in den Stand einer Reichsabtei erhoben und erlangte im 12. Jahrhundert die Reichsunmittelbarkeit, die das Stift bis 1803 bewahren konnte. Dadurch entwickelte sich die Stadt Herford im Mittelalter zu einer bedeutenden, stark befestigten Handelsstadt Westfalens und trat 1342 der Hanse bei. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bis um 1530 nahm eine kondominiale Regierung von Stift und Stadt reichsstädtisches Recht wahr. Die 1631 erlangte Reichsfreiheit ging infolge der Annexion durch das Kurfürstentum Brandenburg verloren. Von 1911 bis 1968 war Herford kreisfreie Stadt in Preußen und Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Luftbild des Herforder Westens

Die Kreisstadt Herford liegt im nordöstlichen Teil Nordrhein-Westfalens in Ostwestfalen-Lippe, das deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Detmold ist.

Geographisch gehört Herford zum Ravensberger Hügelland und liegt zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Die die östlichen Erhebungen der Stadt wie der Stuckenberg mit dem Stadtwald gehören dabei schon zum Lipper Bergland. Höchste Erhebung ist der Dornberg (240 m) im Stadtteil Schwarzenmoor. Der niedrigste Punkt (56 m) liegt im Werretal im Stadtteil Falkendiek. Das Ravensberger Hügelland ist leicht wellig mit zahlreichen kleinen Sieken und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die waldarme Landschaft ist lediglich in den Höhenlagen bewaldet.

Die Stadt liegt an der Mündung der Aa in die Werre, die sich nördlich des Stadtzentrums befindet. Die Werre durchfließt die Stadt von Bad Salzuflen bis zur Aa-Mündung in Südost-Nordwest-Richtung. Von dort verläuft sie nach Norden, wobei sie größtenteils die Stadtgrenze zur Gemeinde Hiddenhausen bildet. Die Aa kommt aus Richtung Bielefeld, wo sie erst kurz vor der Herforder Stadtgrenze an der Einmündung der Lutter in den Johannisbach ihren Namen erhält. Die Aa ist der Grenzfluss zwischen den Herforder Stadtteilen Elverdissen, das östlich der Aa liegt, und Stedefreund sowie Diebrock. In Richtung Norden trennt sie die Altstädter Feldmark von der Radewiger Feldmark, die Altstadt von der Radewig und die Herforder Neustadt von der Radewiger Feldmark. Die Werre bildet die Grenze zwischen der Neustädter Feldmark östlich des Flusses sowie der Altstädter Feldmark, der Neustadt und der Radewiger Feldmark westlich der Werre.

Herford liegt 15 Kilometer nordöstlich von Bielefeld und 46 Kilometer östlich von Osnabrück. Über die Bundesautobahn 2 und die Bahnstrecke Hamm-Minden sind Dortmund und Hannover erreichbar, die etwa 100 Kilometer von Herford entfernt sind. Entlang dieser Achse erstreckt sich das ostwestfälische Verdichtungsgebiet, das von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden verläuft.

Seit dem Verlust der Kreisfreiheit gehört sie seit dem 1. Januar 1969 wieder als größte Stadt dem Kreis Herford an.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Seit 1969 besteht die Stadt aus folgenden Stadtteilen

Gliederung von Herford
Bezirk Einwohner Stand 31. Dezember 2012[3] Fläche
Herford-Stadt 50.726 25,07 km²
Diebrock 1.991 7,04 km²
Eickum 1.790 7,39 km²
Elverdissen 4.206 9,31 km²
Falkendiek 839 6,57 km²
Herringhausen 2.730 2,16 km²
Laar 471 4,80 km²
Schwarzenmoor 1.675 14,74 km²
Stedefreund 1.454 1,78 km²
Gliederung von Herford-Stadt

Mit Herford-Stadt ist die Kernstadt gemeint, wie sie bis zum 31. Dezember 1968 existierte. Sie besteht aus der Innenstadt und den Feldmarken, die keine eigenen Stadtteile sind.

Die Innenstadt ist das historische Zentrum der Stadt, das sich innerhalb der Wallanlagen befindet. Zu ihr gehören der frühere Abteibezirk („die Freiheit“), das älteste Stadtviertel Radewig, die Altstadt und die Neustadt. Altstadt und Radewig wurden gemeinsam von einem Rathaus auf dem Alten Markt verwaltet, die Neustadt war selbständig und hatte ein eigenes Rathaus. Die drei Stadtviertel schlossen sich erst 1634 zu einer Stadt zusammen.

Zu jedem Stadtviertel gibt es eine Feldmark, die sich von der Innenstadt bis zur ehemaligen Stadtgrenze erstreckt: Die Altstädter Feldmark (im Südosten), die Neustädter Feldmark (im Nordosten) und die Radewiger Feldmark (im Westen). Innerhalb der Neustädter Feldmark liegen die Bereiche Stiftberg, Friedenstal und Waldfrieden (mit dem Tierpark) und Nordstadt, die jedoch nicht genau umgrenzt sind.

Der flächenmäßig größte der am 1. Januar 1969 eingemeindeten Stadtteile ist Schwarzenmoor, der kleinste ist Stedefreund. Innerhalb der Stadtteile gibt es die Bereiche oder Viertel Dickenbrock (in Herringhausen), Hausheide und Hollinde (in Diebrock), Nieder-Eickum, Ober-Eickum, Pottkamp und Kaishagen (in Eickum), Elsen, Herforder Heide und Hillewalsen beziehungsweise Hillewalser Baum (in Elverdissen) sowie die Berge Dornberg, Hamscheberg und Stuckenberg (in Schwarzenmoor) und Homberg (in Falkendiek).

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Die Gesamtfläche der Stadt Herford beträgt 78,95 km². Die größte Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 13,1 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 13,8 Kilometer. Die Stadtgrenze hat eine Länge von 56 Kilometern.

Die Innenstadt innerhalb der Wälle (Altstadt, Neustadt, Radewig) hat eine Fläche von 58 ha (0,58 km²). Die Länge der Wälle beträgt 3,1 Kilometer.

Die Nutzung des Stadtgebiets kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Fläche
nach Nutzungsart[4]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 42,23 7,16 19,87 6,92 0,84 1,58 0,40
Anteil an Gesamtfläche 53,46 % 9,06 % 25,15 % 8,76 % 1,06 % 2,00 % 0,51 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Herford grenzt im Westen an Enger und Hiddenhausen, im Norden an Löhne, im Nordosten an Vlotho (alle Kreis Herford), im Südosten an Bad Salzuflen (Kreis Lippe) sowie im Südwesten an die kreisfreie Stadt Bielefeld.

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Herford
Werre-Wehr am Bergertor

Von Osten her schiebt sich als Ausläufer des Lippischen Berglandes der Herforder Keupervorsprung im Zuge der Piesberg-Pyrmonter Achse nördlich an der Stadt vorbei. Der nach Westen immer flacher werdende Keupervorsprung wird zwischen dem 201 Meter hohen Homberg und dem 168 Meter hohen Schweichelner Berg vom 55 Meter über NN liegenden Werretal durchschnitten.

Südlich des Keupervorsprungs erstreckt sich eine 100 bis 200 Meter hoch liegende Liasrumpflandschaft, die schon pliozän oder altdiluvial durch weite Talungen zur jetzigen Form gegliedert wurde. Diluvial ist das Gebiet mit einer fruchtbaren Lehm- oder Lösslehmdecke überkleidet worden, die heute noch in einer Dicke von vier bis sechs Metern erhalten ist. In diesem Gebiet liegt die Stadt Herford.

Etwa 3 Kilometer südlich des Keupervorsprungs mündet die Aa in die aus Lippe kommende Werre. Durch die gegliederte Wirkung ihrer Flusstäler schieben sich zwischen ihnen zwei weitere Höhengebiete an Herford heran: eines von Süden, vom Teutoburger Wald, das andere vom Westen, vom Jöllenbecker Plateau her.

Während der dritten Vereisung erreichte die Eisdecke dieses Gebiet nicht mehr. Durch die wasserstauende Wirkung erzeugte sie in den größeren Tälern sandige Aufschüttungsterrassen von zwei bis fünf Meter Höhe.

Herford eignet sich in einigen Lagen im westlichen Stadtgebiet mittelmäßig, in einigen Lagen besonders im nordöstlichen Stadtgebiet sehr gut und ansonsten gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[5]

Klima[Bearbeiten]

Niederschlagsmittelwerte für den Zeitraum von 1961 bis 1990

Herford liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist partiell sehr schwache kontinentale Einflüsse auf. Der atlantische Klimabereich zeichnet sich durch relativ gleich verteilte und regelmäßige Niederschläge und relativ milde, im Jahresgang verhältnismäßig ausgeglichene Temperaturen aus. Die Winter sind unter dem atlantischen Einfluss meist mild und die Sommer mäßig-warm. Seltener ist das Klima kontinental geprägt. Unter diesem Einfluss ist die Temperatur im Winter eher kälter, im Sommer eher wärmer, die Niederschläge eher geringer als unter Einfluss des überwiegend herrschenden Seeklimas. Durch die Beckenlage der Stadt im Ravensberger Hügelland hält der Frühling dort bis zu zwei Wochen früher seinen Einzug als in den umliegenden Mittelgebirgen. Die vorherrschende Windrichtung aus Südwest bringt regelmäßig Niederschläge vom Atlantik, die Niederschlagsmengen sind durch die Beckenlage in Herford geringer als am Teutoburger Wald, wo öfter Steigungsregen niedergehen.

Klimadaten im langjährigen Mittel (1971–2000):

Monatliche Durchschnittstemperaturen und Niederschläge für Herford (1971–2000), durchschnittliche Sonnenscheindauer (1961–1990)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 1,8 2,2 5,3 8,4 13,0 15,6 17,7 17,4 13,8 9,8 5,4 3,1 Ø 9,5
Niederschlag (mm) 72 49 65 53 65 82 69 71 73 61 64 80 Σ 804
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,5 3,3 5,0 6,4 6,5 6,1 6,1 4,4 3,5 1,7 1,2 Ø 4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
72
49
65
53
65
82
69
71
73
61
64
80
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD

Geschichte[Bearbeiten]

[6]

Stadtgründung[Bearbeiten]

Bereits seit der Jungsteinzeit zog das Mündungsgebiet der Flüsse Aa und Werre die Menschen als Siedlungsplatz an. Im späteren Stadtgebiet lassen sich seit der sächsischen Zeit mehrere Höfe nachweisen.

In günstiger und militärisch nicht unwichtiger Verkehrslage gelegen, entstand Herford um 789 (Gründungslegende in der Vita Waltgeri) auf dem Gebiet dreier älterer Höfe (Adonhusa, Herifurth und Libbere). Um 800 entstand das bedeutende Frauenstift Herford. Im Jahre 823 nahm Kaiser Ludwig der Fromme das Kloster in seinen persönlichen Schutz. Bald darauf entwickelte sich auch eine Kaufmannssiedlung. Es wird angenommen, dass 833 Ludwig der Fromme dem Kloster Herford das Markt-, Münz- und Zollrecht verlieh (Bestätigung 973). Besonders die Ottonen waren Herford eng verbunden: Die Frau Heinrichs I., Mathilde, war hier erzogen worden, Otto der Große bestätigte 973 Markt- und Zollrechte; mit dem bestätigten Marktprivileg gehörte Herford zu den ältesten Märkten in Deutschland. 1011 gründete die Äbtissin Godesdiu auf der Grundlage einer Marienerscheinung (Herforder Vision, datiert etwa in der Mitte des 10. Jahrhunderts, diese Vision gilt als früheste Marienerscheinung nördlich der Alpen) vor den Toren der Stadt das Stift auf dem Berge als Ausbildungsstätte für die Töchter des niederen Adels, das sich zum Wallfahrtsort entwickelte.

12. bis 15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Herford war im Mittelalter ein bedeutendes geistliches und geistiges Zentrum. Zu dieser Zeit war es eine der am besten befestigten deutschen Städte mit fünf Stadttoren und 14 Türmen, die den verschiedenen Zünften zugeordnet waren. Sie waren Teil der 3,5 Kilometer langen Stadtbefestigung mit Mauer, die von der Werre, der Aa und dem Stadtgraben umgeben war. Die heute zugeschüttete Bowerre markiert den ursprünglichen Verlauf der Werre, während die heutige Werre Teil der Stadtbefestigung war.

In staufischer Zeit wurde das Stift Herford als reichsunmittelbar bestätigt (1147, Friedrich Barbarossa 1152); spätere Kaiser bestätigten verschiedene Rechte von Stift und Reichsstadt Herford. Die Äbtissin war Reichsfürstin mit quasibischöflichen Rechten („Monstrum Westphaliae“). Um 1170 wurde eine Bürgergemeinde gebildet und das Stadtrecht entwickelt (keine Verleihungsurkunde überliefert), wobei das Dortmunder Stadtrecht als Vorlage diente. Herford erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Ratsverfassung. Um 1220 ist die früheste Erwähnung des Herforder Stadtrates nachweisbar. Er war damit einer der ersten in Deutschland. Das Kondominats, die gemeinschaftliche selbständige Regierung von Stift und Stadt nahm seit Mitte des 13. Jahrhunderts reichsstädtisches Recht wahr.

Herford war Mitglied des Ladbergener Städtebundes, weiterer Städtebünde und sehr aktiv in der Hanse tätig (Hansestadt von 1342 bis ins 17. Jahrhundert). In der Sicherheit der Stadt kam es zu geistlichen Niederlassungen fast aller damaligen klösterlichen Orden, so dass die Stadt als Sancta Herfordia bezeichnet wurde. Die rege kaufmännische Tätigkeit erstreckte sich früh über den gesamten Hanseraum, aber auch die Verbindungen nach Westen (Flandern) waren bedeutsam. Besonders wichtig waren die Tuchproduktion (seit dem 13. Jahrhundert) und der Handel damit. Im Herforder Rechtsbuch von etwa 1375 werden zahlreiche Gilden und Zünfte erwähnt.

Bis 1634 war die Neustadt selbständig und hatte neben der Altstadt einen eigenen Bürgermeister. Die Außengrenzen (Landwehrgrenzen) der mittelalterlichen Stadt Herford blieben bis 1969 Stadtgrenze von Herford. Dort an den Ausfallstraßen befanden sich die Bäumer, die die Schlagbäume für diejenigen öffneten, die in die Stadt wollten oder sie verlassen wollten. Noch heute stehen an diesen Stellen die Bauernhöfe Vlothoer Baum (Richtung Vlotho), Ufler Baum (Richtung Bad Salzuflen), Ahmser Baum (Richtung Ahmsen), Lockhauser Baum (Richtung Lockhausen), Hillewalser Baum (Richtung Elverdissen), Niederbaum (Richtung Bielefeld), Strothbaum (Richtung Enger), Düsedieksbaum (Richtung Bünde) und Eimterbaum (Richtung Löhne). Lediglich der Neue Baum in Richtung Minden ist nicht mehr vorhanden.

Neuzeit[Bearbeiten]

Herford im 17. Jahrhundert, Kupferstich

In der Frühen Neuzeit begann eine lange rechtliche Auseinandersetzung um den Status der Stadt als Reichsstadt. Die Abtei war reichsfrei, die Äbtissin Reichsfürstin mit quasibischöflichen Rechten („Monstrum Westphaliae“), die Stadt Herford nahm aufgrund des sogenannten Kondominats (der gemeinschaftlichen selbständigen Regierung von Stift und Stadt seit Mitte des 13. Jahrhunderts) reichsstädtisches Recht wahr. Mehrere Prozesse vor dem Reichskammergericht, die zunächst vom Reich angestrengt wurden, das gerne von Herford Reichsteuern erheben wollte, führten schließlich 1631 zur Bestätigung als Reichsstadt, was zu diesem Zeitpunkt im Interesse der Stadt lag.

In der Stadt setzte sich ab 1530 die Reformation durch, die Abtei blieb bis 1565 katholisch. Die Stadt wurde im Dreißigjährigen Krieg mehrfach belagert, 1638 brannten große Teile der Stadt ab. Infolge der jülisch-klevischen Erbfolgeauseinandersetzungen wurde Herford 1647 durch brandenburgische Truppen besetzt und verlor seine Selbständigkeit. Die Annexion durch Brandenburg wurde durch den Westfälischen Frieden und schließlich 1652 endgültig bestätigt. Herford wurde der Grafschaft Ravensberg zugeschlagen und somit abhängige brandenburgisch-preußische Landstadt. Als 1765 die Stadtmauer nicht mehr benötigt wurde, wurde das Material versteigert. Heute umschließt dort der Stadtwall, der im überwiegenden Teil Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, die Innenstadt.

Die Leitung der Reichsabtei wurde durch adelige Damen brandenburgisch-preußischer Familien wahrgenommen. Die Abtei blieb bis zur Säkularisierung 1803 Reichsstand.

Herford um 1872
Die ehemalige Kleinbahntrasse direkt an der Werre (Lübbertor / Jahnstraße)

1816 wurde Herford Kreisstadt des Kreises Herford innerhalb der preußischen Provinz Westfalen.

1847 erhielt Herford Anschluss an die Cöln-Mindener Eisenbahn. Die Strecke wurde am 29. September 1968 elektrifiziert. Im Jahre 1880 wurde die Strecke Herford – DetmoldAltenbeken und 1904 die Strecke nach Bünde gebaut.

Begünstigt durch den Bahnanschluss begann in Herford Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung mit der Ansiedlung zahlreicher Fabrikationsstätten, in denen insbesondere Textilien, Wäsche und Oberbekleidung hergestellt wurden.

Im August 1900 wurde die Herforder Kleinbahn nach Enger eröffnet und im September erfolgte die Verlängerung bis Spenge und Wallenbrück. 1902 kam eine Strecke über Bad Salzuflen und Exter nach Vlotho hinzu. Die Schmalspurbahn (Meterspur) wurde in den 1930er Jahren elektrifiziert. Die Einstellung des Betriebes erfolgte 1962 auf der Strecke Herford – Vlotho, 1966 auf der Strecke Herford – Spenge.

1911 wurde Herford kreisfrei. Die Stadt blieb aber trotz des Ausscheidens aus dem Kreis Herford Sitz der Kreisverwaltung.

Im Ersten Weltkrieg waren in der Stadt Teile des Deutschen Heeres stationiert und es wurden mehrere Lazarette eingerichtet. Nachdem in den 1930er Jahren in drei Bereichen der Stadt Kasernen gebaut worden waren, wurde Herford ab 1935 Garnisonsstadt. Noch heute sind britische Truppen dort stationiert (siehe Abschnitt Militär).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Bombenangriffe – vergleichsweise – nur gering zerstört. Knapp 40 Prozent der Häuser waren leicht beschädigt, sieben Prozent wiesen mittlere bis schwere Schäden auf und nur etwa sechs Prozent waren total zerstört. Nach dem Krieg fiel ein Teil der historischen Bausubstanz einer vereinfachenden Stadtplanung zum Opfer. So wich das ganze Quartier um die Bergertormauer einem vierspurigen Straßen-Neubau. Dennoch blieb der mittelalterliche Grundriss der Stadt weitgehend erhalten und bleibt trotz der umfangreichen Abrissarbeiten bis heute nachvollziehbar.

Die Stadt wurde im Zuge der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1969 wieder in den Kreis Herford eingegliedert. Dabei wurden die acht umliegenden Gemeinden Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen Ost, Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund eingemeindet.[7]

Am 25. Juni 1983 wurde in Herford der Westfälische Hansebund gegründet. Anfang 2014 gehörten ihm 48 ehemalige Hansestädte aus Westfalen, dem angrenzenden Niedersachsen und Nordhessen an.

1988 – ein Jahr vor der 1200-Jahr-Feier – wurden bei Ausgrabungen wertvolle Funde in den Resten der Abteigebäude aus karolingischer, ottonischer und barocker Zeit gemacht und die industrielle Nutzung des Geländes ab 1810 mit archäologischen Funden belegt.

Seit Eröffnung des zeitgenössischen Kunstmuseums MARTa am 7. Mai 2005 hat sich Herford zu einem bedeutenden Museumsstandort in Ostwestfalen-Lippe entwickelt. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Namen und Schreibweisen der Stadt[Bearbeiten]

Im Laufe der Jahrhunderte hatte Herford verschiedene Namen, für die es teilweise unterschiedliche Schreibweisen gab, zum Beispiel Herifurth, Herivurth, Herfurt, Herforden, Hervorden, Heruorden, Herevorde, Hervede, Herwerden, lat. Hervordia, Herfordia, Herfurtum. So nannte sich Heinrich von Herford (um 1300–1370) auf Lateinisch Henricus de Hervordia. Im 13./14. Jahrhundert wurde Herford wegen der zahlreichen Klöster und Kirchen Sancta Herfordia oder Hilliges Hervede genannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1969 wurden folgende Gemeinden in die Stadt eingegliedert: Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen Ost (der westliche Teil, Herringhausen Dorf, gehört zur Stadt Enger), Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund[8], wodurch die Einwohnerzahl von etwa 55.000 auf über 67.000 anstieg. Die Fläche des Stadtgebiets verdreifachte sich von 25 km² auf 78,95 km².

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Herford von 1818 bis 2007 (obere Linie: heutiger Gebietsstand,
untere Linie: jeweiliger Gebietsstand)

Die Bevölkerungszahl von Herford wuchs im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 5.832 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 25.000. Bis 1950 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000.

Durch Eingemeindungen mehrerer Orte in der Umgebung wuchs die Bevölkerung der Stadt am 1. Januar 1969 um 12.486 Personen auf den historischen Höchststand von 67.661 Einwohner. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Herford nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 65.050 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse beziehungsweise amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
31. Dezember 1818 5.832
3. Dezember 1831 ¹ 6.640
3. Dezember 1840 ¹ 7.946
3. Dezember 1855 ¹ 9.621
3. Dezember 1861 ¹ 10.400
3. Dezember 1864 ¹ 11.300
3. Dezember 1867 ¹ 10.800
1. Dezember 1871 ¹ 10.968
1. Dezember 1875 ¹ 12.100
1. Dezember 1880 ¹ 13.600
1. Dezember 1885 ¹ 15.902
1. Dezember 1890 ¹ 19.255
2. Dezember 1895 ¹ 21.575
1. Dezember 1900 ¹ 25.109
1. Dezember 1905 ¹ 28.832
1. Dezember 1910 ¹ 32.527
Jahr Einwohner
1. Dezember 1916 ¹ 31.054
5. Dezember 1917 ¹ 29.653
8. Oktober 1919 ¹ 34.835
16. Juni 1925 ¹ 36.106
16. Juni 1933 ¹ 38.536
17. Mai 1939 ¹ 42.339
31. Dezember 1945 40.655
29. Oktober 1946 ¹ 43.940
13. September 1950 ¹ 50.107
25. September 1956 ¹ 53.889
6. Juni 1961 ¹ 55.663
31. Dezember 1965 55.728
31. Dezember 1968 54.830
27. Mai 1970 ¹ 65.531
30. Juni 1974 64.874
31. Dezember 1975 64.385
Jahr Einwohner
31. Dezember 1980 62.881
31. Dezember 1985 59.640
25. Mai 1987 ¹ 60.935
31. Dezember 1990 63.893
31. Dezember 1995 65.919
31. Dezember 2000 ² 65.050
31. Dezember 2005 ² 64.965
31. Dezember 2006 ² 65.060
31. Dezember 2007 ² 65.019
31. Dezember 2008 ² 64.852
31. Dezember 2009 ² 64.469
31. Dezember 2011 ² 63.786
31. Dezember 2012 ² 65.113
31. Dezember 2013 ² 65.333

¹ Volkszählungsergebnis

² laut Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW

Religionen[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

Die Stadt war schon früh ein wichtiger Verkehrsknoten an den Handelsstraßen von Mainz nach Lübeck und von Hameln nach Osnabrück - und daher bis zur Reformation ein bedeutender Sammelpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Zahlreiche Klöster und Bruderschaften betreuten die durchreisenden Pilger durch Herbergen und Hospitäler und Herbergen.

Die zwei Anziehungspunkte für die Pilger waren die Marienkirche als Ort der Herforder Vision (um 940) sowie der heutigen Stadtpatronin Pusinna, einer im 5./6. Jhdt. bekannten Einsiedlerin und Beraterin. Ihre Reliquien befanden sich in der Münsterkirche und wurden im 19. Jahrhundert auf mehrere Kirchen aufgeteilt. Auch die heute wieder so populäre Verehrung des heiligen Jakobus ist in Form alter Plastiken an Bürgerhäusern, im Stadtsiegel von 1494 oder im Wappen des Bürgermeisters Johann von Rintelen (1523) zu sehen.

Auf Initiative des Europarates wurde 1987 der historische Jakobswege wissenschaftlich dokumentiert und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe belebte die alten Kulturwege wieder. So wurde der „Weg 3“ 2009 markiert und befördert seither den christlichen und säkularen Tourismus.

Neben der Herforder Vision von 940 (bedeutendste von etwa 20 überlieferten Marienerscheinungen nördlich der Alpen) charakterisierte die Devotio moderna - eine um 1400 entstandene Reformbewegung des Augustinerordens - das Leben der Herforder Kirche und wirkte im Denken der deutschen Renaissance-Humanismus und der Reformation fort.

Klöster[Bearbeiten]

Gegen Ende des Mittelalters waren in Herford mehr als 20 sakrale Bauwerke und Einrichtungen verzeichnet. Die Zahl der Stifte und Klöster war ähnlich der in den benachbarten Bischofsstädten Osnabrück, Minden und Paderborn. In Quellen ist die Rede vom heiligen Herford, „Sancta Herfordia“ und dem „Hilligen Hervede“. Der Begriff wurde vermutlich von dem aus Herford stammenden päpstlichen Protonotar Hermann Dwerg geprägt. Er war ein enger Vertrauter von Papst Martin V. (Amtszeit 1417–1431).

Neben der Münster-, Johannis-, Jakobi- und Marienkirche sowie der nicht mehr vorhandenen Nikolaikirche am Alten Markt gab es außer der freiweltlichen Fürstabtei und dem Damenstift auf dem Stiftberg weitere zahlreiche Klöster.

Zwischen Gehrenberg und Brüderstraße lag das Augustiner-Eremitenkloster, das vor allem im Humanismus große geistige Strahlkraft entwickelte. Die letzten Mönche übergaben am 30. Juni 1540 gemäß Martin Luthers Schrift „An die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ die komplette Immobilie mitsamt Kirche und der wertvollen Bibliothek an den Rat der Stadt. Die alte Lateinschule der Reichsabtei wurde vom Münster hierhin verlegt und zunächst gemeinsam von Rat und Äbtissin getragen. Aus ihr ging das Friedrichs-Gymnasium hervor. Aus dem Franziskanerkloster zwischen Gänsemarkt und Altem Markt ging später das Armenhaus und die Herberge zur Heimat hervor.

Die Ruine der Süsternkapelle zu Herford

Das Fraterhaus der Brüder vom gemeinsamen Leben und das Süsternhaus (Schwesternhaus) befanden sich im Holland. An der Clarenstraße gab es das Klarissenkloster und nicht weit davon entfernt den Beginenhof.

Im 13. Jahrhundert wurde in der Komturstraße die Komturei des Johanniterordens errichtet, später nannten sie sich Malteserritter. Während sich fast alle anderen Klöster nach Einführung der Reformation in Herford auflösten und die Häuser anderen Bestimmungen zugeführt wurden, wurde die Komturei zur Keimzelle der katholischen Gemeinde in Herford. Das ehemalige Komturei-Gebäude mit seinem Renaissanceportal in der Komturstraße 4a ist das älteste Steinhaus der Stadt. Es liegt in der Nähe der katholischen Kirche St. Johannes Baptist.

Schutzpatronin Pusinna[Bearbeiten]

Die Herforder Schutzpatronin war bis zur Reformation die Heilige Pusinna. Ihre Gebeine wurden im Jahr 860 von ihrer Einsiedelei bei Corbie in das Stift Herford überführt, das dadurch erheblich an geistiger Bedeutung gewann und deren Münster den Namen St. Marien und Pusinna trug. Gedenktag ist der 23. April.

Von Pusinnas Reliquien wurde einige – zusammen mit den üblichen Urkunden – 1490 im Turmknauf des Herforder Münsters eingeschlossen; bei der Renovierung 1854 beschloss die ev.-luth. Kirchengemeinde, dies wieder zu tun. Teile des Reliquiars sind im Flügelaltar der katholischen Kirche St. Johannes Baptist, andere kamen vom Kloster Wendhusen nach Quedlinburg, weitere zum Paderborner Dom und nach Heddinghausen.

Marienerscheinung[Bearbeiten]

Im 10. Jahrhundert fand in Herford angeblich die älteste Marienerscheinung nördlich der Alpen statt, nach der die größte Herforder Kirmes (Vision) benannt war, die seit 2010 nicht mehr mit einem Jahrmarkt gefeiert wird. Der Legende nach machte ein Hirte mit seinen Schafen Rast auf dem heutigen Stiftberg. Seinen Hirtenstab steckte er in den Boden. Im Traum erschien ihm Maria in Gestalt einer weißen Taube, die sich auf seinen Stab setzte. Sie trug ihm auf, an dieser Stelle eine Kirche bauen zu lassen. Währenddessen begann der Hirtenstab wie eine Linde auszuschlagen. Als der Hirte wieder aufgewacht war, lief er in die Stadt und erzählte dies den Stiftsdamen, welche an dem Ort der Vision die Marienkirche bauten.

Ein Stück Baumstamm wird im Altar der Marienkirche als angeblicher Überrest ebendieser Linde aufbewahrt. Vermutlich handelt es sich dabei um „christianisierte“ Überreste eines alt-sächsischen Heiligtums. Früher wurden Holzsplitter davon in der Hoffnung auf Heilung bei Zahnschmerzen zwischen die Zähne gesteckt.

Siehe auch: Herforder Vision

Jakobspilger[Bearbeiten]

Jakobspilger – Detail am Remensniderhaus, Brüderstraße 26

Bis zur Reformation war Herford ein bedeutender Sammelpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Stadt lag verkehrsgünstig am Kreuzungspunkt der Handelsstraßen von Mainz nach Lübeck und von Hameln nach Osnabrück. Im Norden verlief der Hellweg vor dem Santforde (die heutige Bundesstraße 65), im Süden der Westfälische Hellweg von Paderborn nach Soest.

Zahlreiche in Herford ansässige Bruderschaften kümmerten sich um die durchreisenden Pilger und unterhielten Hospitäler und Herbergen. Sicher dokumentiert sind vier Pilgerherbergen: das Gertruden-Gasthaus in der Komturstraße (geschlossen 1545) nahe der Malteser-Kommende, die Pilgerherberge in der heutigen Lübberstraße Nr. 31, das Fürstenau-Haus in der Radewiger Straße Nr. 25 und das nicht mehr existierende Nachbarhaus Nr. 24.

Anziehungspunkte für die Pilger waren die wundertätige Marienkirche als Ort der Herforder Vision sowie die heilige Pusinna, deren Reliquie in der Münsterkirche aufbewahrt wurde. In der Radewig, dem Rast- und Marktplatz der Fernhändler, wurde eine Kapelle errichtet, aus der die spätere Jakobikirche (Radewiger Kirche) entstand. Aus einer Bulle des Papstes Julius II. von 1510 geht hervor, dass die Jakobikirche keine Pfarrkirche war, sondern eine reine Pilgerkirche, die dem Jakobskult diente. Im Jahr 1530 wurde die Kirche auf Anordnung des Rates wegen der zur „Landplage“ gewordenen Pilger geschlossen. Jakobspilger wurden jedoch noch bis ins 17. Jahrhundert in der Stadt gesehen.

Heute finden sich noch Zeichen des Jakobuskultes in den Knaggen des Remensnider-Haus (Brüderstraße Nr. 26), im Traufenhaus (Tribenstraße Nr. 8), an der Fassade und im Siegel der Jakobi-Kirche von 1494, im Wappen des Bürgermeisters Johann von Rintelen von 1523, einer Figur des Heiligen Jakobus im Herforder Münster und zwei Steinplastiken von 1350, die sich im Bestand des derzeit geschlossenen Herforder Museums befinden.

Im Jahr 1987 ging die Aufforderung des Europarates aus, den Verlauf der historischen Jakobswege wissenschaftlich zu dokumentieren und die alten Kulturwege wiederzubeleben. Die Erforschung der Wegstrecke von Minden über Herford – BielefeldRheda-Wiedenbrück nach Lippstadt und weiter in Richtung Soest wird von der Altertumskommission des Landschaftsverband Westfalen-Lippe unter Leitung von Ulrike Spichal wahrgenommen. Die wissenschaftliche Ausarbeitung und die Markierung dieses intern als „Weg 3“ bezeichneten Jakobsweges begann im Jahr 2009. Der Weg wurde im April 2013 mit einem großen Festakt im Dom zu Minden eingeweiht.

Devotio moderna und Reformation[Bearbeiten]

Im Leben der Herforder Kirche gab es schon um 1400 Erneuerungsbewegungen wie die von Holland nach Westfalen hereinwirkende Devotio moderna. Die den Augustinern verwandten Fraterherren -- wegen ihrer Klosterdruckereien Brüder von der Feder genannt -- beeinflussten das Geistesleben des Renaissance-Humanismus und später der Reformation.

Bereits 1523, sechs Jahre nach der Luther, predigten die Fraterherren den Herfordern dasEvangelium auf neue Art. Zwei Jahre später wurden im Herforder Münster erstmals deutsche Kirchenlieder gesungen, was die Stadtobrigkeit zunächst stillschweigend tolerierte. Wegen des reichsunmittelbaren Stadtrechts wurde die Reformation im Winter 1529/1530 durch den Entschluss einer Bürgerversammlung eingeführt. Als erste Kirche des Ravensberger Landes erlaubte die Johanniskirche im Jahre 1530 evangelische Predigten. Weiteres siehe unter Einführung der Reformation in Herford.

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

49,7 % der Bevölkerung gehören der Evangelischen Kirche von Westfalen an, 15,1 % der katholischen Kirche, 3,6 % evangelischen Freikirchen, 1,8 % orthodoxen Kirchen und 6,5 % anderen Religionsgemeinschaften.[9]

Die evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören dem Kirchenkreis Herford an, der Teil der Evangelischen Kirche von Westfalen ist. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden sind Herford-Mitte, Stiftberg, Emmaus, Kreuzkirche, Herringhausen, Laar und Elverdissen.

Zur Gemeinde Herford-Mitte gehören das Münster, die Johanniskirche und die Jakobikirche, zur Gemeinde Stiftberg die Marienkirche. Die vier Kirchen der Emmausgemeinde sind die Christuskirche an der Glazer Straße, die Markuskirche an der Landsberger Straße, die Thomaskirche in Schwarzenmoor und die Trinitatiskirche in Falkendiek. Letztere wurde im Dezember 2008 entwidmet und später an ein Bestattungsunternehmen verkauft. Dabei wurde eine Einigung getroffen, die es der Gemeinde ermöglicht weiterhin mehrere Gottesdienste im Jahr dort zu feiern. Die Kreuzkirche an der Hessestraße im Friedenstal bildet eine eigene Kirchengemeinde. In der Kirchengemeinde Herringhausen steht die Evangelische Kirche Herringhausen, in Laar die Auferstehungskirche und in Elverdissen die Friedenskirche.

Evangelisch-reformiert ist die Petri-Kirchengemeinde auf dem Wilhelmsplatz.

Weitere evangelische Kirchen sind die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford an der Ravensberger Straße und die Christus-Gemeinde Herford e. V. an der Jungfernstraße sowie das Missionswerk der Gemeinde Gottes e. V. an der Zimmerstraße.

Die Katholische Kirche hat die Pfarrgemeinden St. Johannes Baptist, Sankt Paulus, Maria Frieden und St. Josef (in Elverdissen) zu einem Pastoralverbund zusammengeschlossen. Dieser ist Teil des Dekanats Herford-Minden, das wiederum zum Erzbistum Paderborn gehört.

Katholisch-apostolisches Gemeindehaus

Die Neuapostolische Kirche „Herford-Mitte“ an der Hermannstraße ist die Neuapostolische Gemeinde der Stadt. Die Gemeinde „Herford-Nord“ wurde im Spätsommer 2005 geschlossen.

Die Herforder Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft befindet sich in der Komturstraße.

In der Renntorwallstraße steht das Gemeindehaus der Katholisch-apostolischen Kirche, ein Backsteingebäude aus dem Jahr 1995.

Die Griechisch-orthodoxe Gemeinde ist eine weitere christliche Gemeinde in der Stadt. Sie hält ihre Gottesdienste in der Wolderuskapelle neben der Münsterkirche ab, die den Namen Nektarios-Kapelle erhalten hat. Die Wolderuskapelle befindet sich weiterhin im Eigentum der Kirchengemeinde Herford-Mitte.

Judentum[Bearbeiten]

Nach Verfolgungen im Rheinland im 11. Jahrhundert kamen Menschen jüdischen Glaubens nach Westfalen und nach Herford. Ab 1306 existieren urkundliche Nachweise über Juden in Herford. Die Juden dienten dort aufgrund des Zinsverbotes für Christen als Geldgeber für die Abtei. Die reichsfreie Abtei konnte das Judengeleit einräumen. Gegen die Zahlung von Steuern erlaubte damals die Stadt Herford den Juden, sich in der Stadt niederzulassen. In der Zeit des Kondominats nahm die Stadt das Judengeleit wahr. In der Pestzeit im 14. Jahrhundert wurden die Herforder Juden ermordet. Kurz danach sind wieder Juden in Herford niedergelassen. Für die Zeit bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ist von der ständigen Anwesenheit von 3 bis 5 Familien auszugehen. Ob die in der Altstadt liegende Judengasse eine ghettoähnliche Funktion hatte, ist nicht nachweisbar. 1910 wurde sie in Lessingstraße umbenannt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gaben die Brandenburger wieder Juden in Herford zielgerichtet Geleit.

1808 wurde den Juden erlaubt, eine Synagoge zu bauen, und die jüdische Gemeinde wuchs auf rund 300 Personen an. Trotzdem fehlte eine völlige Gleichstellung mit allen Bürgerrechten, die erst im Jahre 1869 stattfand.

In der Komturstraße befand sich die 1852 erstmals geweihte Synagoge der jüdischen Gemeinde. Zwischen 1892 und 1893 wurde sie im neogotischen Stil umgebaut. 1934 setzten SA-Leute die Herforder Synagoge in Brand, dies führte jedoch nur zu kleinen Schäden. Durch Reparaturen konnte sie schnell wieder genutzt werden. Zur Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge erneut angezündet, darüber hinaus noch geplündert. Durch den Brand und die zusätzliche Zerstörung durch die Brandstifter wurde die Synagoge vollkommen zerstört.

Nach dem Nationalsozialismus lebten nur noch sehr wenige Juden in Herford. Sie bildeten mit 10 bis 15 Menschen 1945 eine neue jüdische Gemeinde. Diese Gemeinde wuchs nicht sehr stark an. Durch einige Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion zählt die Gemeinde ungefähr 40 Mitglieder. Das Gemeindehaus, das gleichzeitig mit dem Umbau der Synagoge errichtet wurde, dient der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold heute als Gebetsraum. Die jüdische Gemeinde Herford-Detmold, die in Herford ihren Sitz hat, hatte Anfang 2010 etwa 110 Mitglieder.

Synagoge und Gemeindehaus im Juli 2014

Am 9. November 1978 wurde an der Stelle der alten Synagoge ein von der Jüdischen Gemeinde bezahlter Gedenkstein enthüllt.

Am 29. Mai 2008 wurde der erste Spatenstich für den Bau einer neuen Synagoge getan, die am 14. März 2010 eröffnet wurde.

Zwischen Juni 2009 und Mai 2011 wurden in Herford vor Häusern, in denen bis zum Zweiten Weltkrieg Juden gelebt haben, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden, von Gunter Demnig 123 Stolpersteine verlegt.

Islam[Bearbeiten]

Die Gebets- und Kulturstätten der „Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)“ befinden sich an der Bielefelder Straße. An der Engerstraße ist die IGMG Millî Görüş-Moschee und an der Ahmser Straße gibt es die Moschee Assalam, die keinem Dachverband angehört. Die Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat mit etwa 120 Mitgliedern, sucht derzeit (2014) Räume für ein Gemeindezentrum. Der Kauf eines Grundstücks an der Maschstraße ist im Jahr 2013 gescheitert.[10]

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

An der Eimterstraße gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Nachdem im Mai 2009 in Herford eine Alevitische Gemeinde gegründet worden war, wurde im November 2010 an der Goebenstraße ein Alevitisches Gemeindezentrum eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde 210 Mitglieder.

Die Jesiden in Herford, die zur Jesisichen Gemeinde in Ostwestfalen Lippe e. V. gehören, suchen ein Gemeindezentrum in Herford, nachdem in Aussicht genommene Standorte in Elverdissen und Laar wegen Anwohnerprotesten aufgegeben werden mussten.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Herforder Stadtrat hat in der aktuellen Wahlperiode 44 Mitglieder. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Stadtrates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975.

Rat der Stadt Herford: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1975
CDU
SPD
Bündnis 90/Die Grünen
FDP
Die Linke
Liste 2004
Bürger für Herford
Partei Rechtsstaatlicher Offensive

Einzel-
bewerber

Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1975–1979 49,25 25 43,96 23 6,78 3 100 51 85,77
1979–1984 49,60 25 44,46 23 5,94 3 100 51 73,13
1984–1989 48,13 25 38,98 21 9,32 5 3,57 0 100 51 69,43
1989–1994 43,58 23 41,89 22 7,18 3 6,41 3 0,93 0 100 51 66,48
1994–1999 46,04 24 42,43 23 8,17 4 3,29 0 0,08 0 100 51 80,83
1999–2004 54,08 27 35,28 18 5,84 3 4,80 2 100 50 53,52
2004–2009 40,47 18 36,84 16 8,49 4 6,64 3 5,31 2* 2,25 1* 100 44 48,71
2009–2014 37,42 17 34,83 15 9,88 4 8,68 4 4,40 2* 3,32 1 1,47 1 100 44 47,95
Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW[11]; Landesbetrieb Information und Technik NRW[12];[13]

*Eine Abgeordnete der Liste 2004 hat die Fraktion im November 2005 verlassen. Die Partei Rechtsstaatlicher Offensive hat sich im Jahr 2007 aufgelöst, der Abgeordnete ist der CDU beigetreten. Ein Abgeordneter der Linken hat die Fraktion im September 2009 verlassen.

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1974 gab es in Herford einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung (Wahlbeamter) und einen ehrenamtlichen Oberbürgermeister, der Vorsitzender des Stadtrats war. Durch den Verlust der Kreisfreiheit und die Wiedereingliederung der Stadt in den Kreis Herford durften beide ihre Bezeichnung nur bis zum Ende der Amtszeit des Oberstadtdirektors 1974 tragen. Danach gab es in Herford einen Bürgermeister und einen Stadtdirektor. Seit dem Jahre 1999 wird (wie überall in NRW) ein hauptamtlicher Bürgermeister von der Bevölkerung direkt gewählt. Das Amt des Stadtdirektors gibt es seitdem nicht mehr.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Herford.svg

„Das Wappen der Stadt Herford besteht aus einem offenen Tore mit anstoßenden Flügelgebäuden. Über dem Tore erhebt sich ein gotisch gewölbtes Dach mit einem Kreuz gekrönt. Auf den Dächern der Nebengebäude erscheint je eine flatternde Fahne, bis zur Mitte in drei Wimpel aufgeschlitzt, in der Toröffnung ein Schlüssel. Die Farben der Fahne zur rechten Seite sind rot und weiß. Die Fahne auf der linken Seite weist die Farbe schwarz und weiß auf.“ [14]

Dieses Wappen führt die Stadt infolge königlicher Verleihung vom 1. November 1899. Das Bild ist dem ältesten Siegel der Altstadt entnommen, das zuerst aus dem Jahre 1231 mit der Umschrift: „SIGILLUM CIVIUM HERVORDENSIUM“ überliefert ist und seither mit geringen Abweichungen ununterbrochen beibehalten wurde: „In goldenem Schilde ein roter gotischer Torbau mit offenem Tor, in dem ein aufrechter schwarzer Schlüssel steht; auf der Giebelspitze des Tors ein rotes Kreuz, flankiert von zwei Fahnen, die rechte rot-silbern, die linke schwarz-silbern, an langen roten Stangen.“

Der Schlüssel im Torbogen, der bei zahlreichen Stadtwappen des Regierungsbezirks Arnsberg (z. B. Brilon, Hallenberg, Schmallenberg, Soest, Werl) anzutreffen ist, ist das Symbol des Heiligen Petrus, des Stiftsheiligen von Kurköln, dem die Stadt unterstand. Auf Kurköln weist ebenfalls die schwarz-weiße Fahne hin, während die andere die Farben der Reichsabtei Herford enthält.

Zusätzlich zum Wappen führt die Stadt Herford eine Flagge aus weißrotem Tuch.

Bis 1899 war das Stadtwappen das der Abtei Herford, ein roter Balken in silbernem Schilde, wobei der Balken die Furt und die silberne Fläche das Wasser darstellen sollte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rathaus und Marktplatz

Herford pflegt Städtepartnerschaften, Städtefreundschaften und ist Mitglied einer Städteunion.

Partnerstädte sind seit 1972 Hinckley (England) und seit 1987 die dänische Stadt Fredericia. Seit 1991 gibt es eine entsprechende Urkunde zwischen Herford und Fredericia. Auslöser waren in beiden Fällen Schüler- und Bürgerkontakte zwischen den Städten.

Städtefreundschaften bestehen seit 1974 zu Vodice in (Kroatien), seit 1991 zu Quincy (Illinois in den USA), seit 1995 zu Gorzów Wielkopolski/Landsberg an der Warthe in Polen und seit 2008 zu Manavgat in der Türkei. Zu Vodice bestehen Bürgerkontakte, die über Kontakte des Kreises Herford nach Kroatien zustande kamen. Die Initiative zu einer Kontaktaufnahme mit Quincy kam aus den USA, da dort viele Bewohner Vorfahren aus dem Raum Herford haben. Verbindungen zu Manavgat kamen über Herforder Sportvereine zustande.

Seit 1990 besteht eine Städteunion zwischen Herford und den Städten Quedlinburg aus Sachsen-Anhalt, Hameln, Celle und Hannoversch Münden. Der Kontakt zu Quedlinburg kam zustande, weil die im Stift Herford erzogene Mathilde den Herzog Heinrich von Sachsen heiratete, der als späterer deutscher König in Quedlinburg residierte.

Weitere Kontakte bestehen im Rahmen einer Bürgerfreundschaft zu Leutesdorf am Rhein. Der Ort wurde erstmals im Jahr 868 urkundlich erwähnt, als König Ludwig der Deutsche der Fürstabtei Herford den Fronhof Leutesdorf schenkte.

Darüber hinaus ist Herford Gründungsmitglied des Städtebundes der Neuen Hanse und des Westfälischen Hansebundes. Im Juni 2013 fanden die 33. internationalen Hansetage der Neuzeit in Herford statt[15].

Bundespolitik[Bearbeiten]

Am 22. Januar 1946 wurde im kleinen Sitzungssaal des Rathauses Konrad Adenauer zum Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union (CDU) in der britischen Zone gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Das 1960 gebaute Stadttheater an der Mindener Straße mit 692 Plätzen wird von Gastspielbühnen bespielt.

In der Nähe des Neuen Marktes hat seit Anfang 2005 die „LAG Spiel und Theater e. V.“ ihren Sitz. In der ehemaligen Leinenmanufaktur befindet sich neben dem Büro und einer theaterpädagogischen Fachbibliothek ein Theatersaal für Proben, Workshops und Aufführungen. Es finden unterschiedliche Angebote für Kinder und Jugendliche sowie landesweite theaterpädagogische Fortbildungen statt. Außerdem ist die „manufactur“ Ausgangspunkt für mobile Theaterprojekte.

Im Seniorenzentrum Johannes-Haus hat seit 2010 das Augenblick-Theater Herford eine Spiel- und Produktionsstätte gefunden. Das Augenblick-Theater inszeniert In- und Outdoorproduktionen. Historische Produktionen wie z. B. das Herforder „Visionsspiel“ und die Bespielung von historischen Stadtführungen für die PRO Herford GmbH, wie moderne Inszenierungen und Walkactproduktionen in NRW und deutschlandweit zeigen die Vielfalt des Theaters. 2010 führt das Augenblick-Theater das Theaterfestival Augenblick-Mal! mit elf Kulturveranstaltungen an sieben Tagen durch.

Kinos[Bearbeiten]

Das Capitol in der Elisabethstraße ist mit seinen vier Kinosälen das einzige verbliebene öffentliche Kino in der Stadt.[16]

Ein weiteres Kino betreiben die Britischen Streitkräfte unter dem Namen Globe in der Wentworth-Kaserne an der Liststraße auf dem Stiftberg für deren Angehörige.[17]

Die ehemaligen Kinos und deren Geschichte sind im Hauptartikel Kinos in Herford beschrieben.

Museen[Bearbeiten]

MARTa Herford

Seit Mai 2005 hat das MARTa Herford seine Pforten geöffnet. In diesem Museum für zeitgenössische Kunst und Design werden die Ausstellungen in größeren unregelmäßigen Abständen gewechselt.

Des Weiteren befindet sich in Herford das Daniel-Pöppelmann-Haus, dort befand sich eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Thematische Wechselausstellungen werden im Anbau gezeigt.

Im Jahr 2005 wurde in den Kellergewölben des Herforder Rathauses die Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte Zellentrakt eingerichtet. Diese erinnert an die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten in der Vergangenheit und soll Tendenzen und Umgang mit diesem Thema in der Gegenwart aufzeigen.

Pläne, am Herforder Münster mit Hilfe der Ernstmeier-Stiftung ein Museum für Stadtgeschichte zu bauen, sind Ende 2007 weit zurückgestellt worden.

Musik[Bearbeiten]

Hochschule für Kirchenmusik

Im StadtPark-Schützenhof gibt es mehrere Säle und Räume für Veranstaltungen. Hier gibt auch die Nordwestdeutsche Philharmonie ihre Konzerte. Herford ist Sitz der Nordwestdeutschen Philharmonie, eines von drei Nordrhein-Westfälischen Landes-Synphonieorchestern, und der Westfälischen Kantorei der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik. Der Nachwuchs wird an der Musikschule Herford ausgebildet. Daneben gibt es noch eine private Musikschule in der Stadt.

Alljährlich wird seit 2001 der Orgelsommer mit Orgelkonzerten in den Kirchen der Stadt veranstaltet. Im November 2006 fand erstmals der durch die Ernstmeier-Stiftung geförderte Internationale Orgelwettbewerb in der Marienkirche statt.

Standort Rockakademie OWL seit 2008

Von 1966 bis 1970 befand sich in der Stadt einer der bekanntesten Beat-Clubs der Region. Im Jaguar-Club im ehemaligen Kino Scala traten damals fast alle national und international bekannten Sänger und Bands auf.

Die Rockakademie OWL, die in einem ehemaligen Fabrikgebäude am Heller Weg Nr. 2 / Ecke Elverdisser Straße untergebracht ist, fördert junge Bands und Musiker. Sie vergibt monatlich seit 2005 den Titel „Bester Nachwuchskünstler des Monats“. Im Jahr 2008 hat die Stadt das Gebäude am Lübbertorwall verkauft, in dem die Rockakademie von 2004 bis 2008 ihr bisherigen Domizil hatte.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Die Münsterkirche mit dem Kantorhaus
Herforder Jakobikirche
Johanniskirche
St.Marien

Die Münsterkirche ist die älteste Kirche in Herford und war die Kirche des reichsunmittelbaren Frauenstifts in Herford. Die spätromanische Hallenkirche wurde vermutlich 1220–1250 erbaut und ist neben dem Dombau in Paderborn der erste Großbau einer Hallenkirche in Deutschland und gilt heute die größte Hallenkirche in Westfalen.[18] Seit 1532 ist sie eine evangelische Kirche. Der Turm birgt mit elf Glocken aus der Zeit von ~1200 bis 2001 eines der umfangreichsten Geläute des Landes. Das ehemalige Frauenstift erstreckte sich vom Marktplatz über das Terrain des heutigen Rathauses bis über den Stephanplatz, wo heute noch (rekonstruierte) Grundmauern einzelner Gebäude stehen. Die Münsterkirche steht seit 1981 unter Denkmalschutz.[18] Auch die Wolderuskapelle steht auf diesem Gebiet, unmittelbar nördlich der Münsterkirche. In der Kapelle liegt der Überlieferung zufolge der Heilige Waltger (gestorben 825), der Gründer des Frauenstifts, begraben. Der heutige schlichte Saalbau wurde 1735 errichtet und ist seit 1962 griechisch-orthodoxe Nektarios-Kapelle.[19]

Die Jakobikirche im Herforder Stadtteil Radewig ist eine gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Die für Westfalen ungewöhnliche Turmhaube, eine Welsche Haube, erhielt die Kirche nach einem Brand im 18. Jahrhundert. Die Kirche war bis ins 16. Jahrhundert Pilgerkirche der Jakobspilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Nach der Reformation 1530 waren die Pilger nicht mehr erwünscht, die Kirche wurde geschlossen un im Jahre 1590 als evangelische Kirche im Dezember wiedereröffnet. Da zu dieser Jahreszeit keine Blumen zum Ausschmücken der Kirche zur Verfügung standen, wurde hierfür „Braunkohl“ verwendet. Noch heute wird aus diesem Anlass das Radewiger Kohlfest gefeiert.[20]

Zwei weitere gotische Hallenkirchen aus dem 14. Jahrhundert sind St. Johannis (Neustädter Kirche) und St. Marien auf dem Berge (Herforder Marienkirche), eine Kirche des 1011 gegründeten Tochterstifts. Johanniskirche und Marienkirche sind seit 1530 beziehungsweise 1548 evangelische Kirchen.

Nur die Südwand mit zwei Gewölbeansätzen ist von der spätgotischen Süsternkapelle (geweiht 1518) noch erhalten, der Klosterkirche der Herforder Augustinerinnen.

Eine weitere Kirche ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, ein barocker Saalbau von 1715/16.

Die übrigen Herforder Kirchen wurden im 20. Jahrhundert gebaut. Die älteste davon ist die evangelisch-reformierte Petrikirche aus dem Jahre 1902. Der Baustil wurde den Zentralbauten des 14. Jahrhunderts mit kreuzförmigem Grundriss nachempfunden.

Die Friedenskirche in Elverdissen entstand in den Jahren 1914/1915. Das im Jahr 1931 in Schwarzenmoor gebaute Gemeindehaus wurde 1962 zur Thomaskirche geweiht, die Trinitatiskirche in Falkendiek entstand 1962 aus einem 1934 erbauten Gemeindehaus. Alle drei Kirchen in den seinerzeit selbständigen politischen Gemeinden sind evangelische Gotteshäuser.

Insbesondere wegen des Zuzugs von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zwischen 1958 und 1965 in der Stadt und einigen damals noch selbständigen Umlandgemeinden folgende vier evangelische Kirchen gebaut: die Christuskirche an der Glatzer Straße (1958), die Evangelische Kirche Herringhausen (1958), die Markuskirche an der Landsberger Straße (1960), die Auferstehungskirche in Laar (1963) und die Kreuzkirche im Friedenstal (1965).

Zwischen 1955 und 1962 wurden drei katholische Kirchen geweiht: Maria Frieden am Lübberlindenweg (1955), St. Josef in Elverdissen (1957) und St. Paulus an der Kiebitzstraße (1962).

Im Lutherhaus am Oetinghauser Weg, das 1914 als zweite Predigtstätte der Münstergemeinde aufgebaut worden war, werden heute keine Gottesdienste mehr abgehalten.

Rathäuser[Bearbeiten]

Das Herforder Rathaus

Sehenswert ist das in unmittelbarer Nähe der Münsterkirche gelegene Rathaus, ein großer neobarocker Bau mit Seitenflügeln und anschließender Markthalle. Es wurde von 1913 bis 1916 nach Plänen des hannoverschen Architekten Paul Kanold anstelle der ehemaligen Abteigebäude erbaut. Das Neustädter Rathaus am Neuen Markt entstand um 1600. Der aufwändige Volutengiebel wurde 1930 expressionistisch überformt. Ab 1988 erfolgte die Rekonstruktion der ursprünglichen Renaissancefassade.

Wohnbauten[Bearbeiten]

Remensnider-Haus, Brüderstr. 26
Giebelhaus, Brüderstr. 28
Das Kantorhaus
Fachwerkhaus Holland 21

Durch anglo-amerikanische Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden mehrere innerstädtische Quartiere (wie die Johannisstraße) schwer getroffen und brannten aus. Folgenschwerer für die Vernichtung des mittelalterlichen Stadtbildes waren jedoch die Zerstörungen durch die Stadtplanungen der 1950er und 1960er Jahre. Hier wurde der Bestand an älteren Wohnbauten und ganzen Quartieren (Bergertormauer) erheblich reduziert. Während kriegsbedingt etwa 20 % des Bestandes der teils mittelalterlichen Fachwerkhäuser vernichtet wurde, fielen 60 % dieser historischen Bausubstanz der Stadtplanung erst nach dem Krieg zum Opfer. Besonders schmerzlich ist der Verlust des so genannten Crüwell-Hauses in der Lübberstraße. Der 1957 abgebrochene Fachwerkbau zeichnete sich durch einen bemerkenswerten Massivgiebel von 1589 in Weserrenaissanceformen aus. 1960 folgte das Haus Alter Markt 14 (mit Fächerrosetten, um 1560), 1961 Hämelingerstraße 2 (1639) , 1966 das Hagen-Haus in der Rennstraße (Nr. 47), ein stattlicher Fachwerkbau von 1537 und noch 1972 verschwand das spätklassizistische Friedrichs-Gymnasium von 1869 in der Brüderstraße.

Trotz dieser Verluste haben sich in der Brüderstraße mehrere Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts erhalten, dessen bekanntestes das so genannte Remensniderhaus von 1521 ist (Nr. 26). Der dreigeschossige Bau verfügt über reich beschnitzte Figurenknaggen. Direkt nebenan (Nr. 28) befindet sich ein 1532 entstandenes zweigeschossiges Giebelhaus mit Toreinfahrt. Es wurde 1961/62 restauriert. Während das um 1550 errichtete Dielenhaus Brüderstraße Nr. 14 mit einer seitlichen Utlucht versehen ist, zeichnet sich das um 1528 erstellte zweigeschossige Giebelhaus Nr. 18 durch Taubandknaggen aus.

In der Elisabethstraße 2 steht das Kantorhaus, ein zwischen 1484 und 1494 erbautes zweigeschossiges Fachwerk-Traufenhaus mit Ziegelausfachung im Zierverband. Das Obergeschoss kragt nach allen Seiten über gekehlte Knaggen vor, in die zum Teil Wappen eingeschnitzt sind. Das Kantorhaus gehört zu den ältesten Fachwerkbauten Westfalens; auf der am Außenbau angebrachten Denkmaltafel wird es als „zweitältestes Fachwerkhaus in Westfalen“ bezeichnet. Letzteres trifft aber längst nicht mehr zu, da mittlerweile Bauten entdeckt wurden, die in das 14. Jahrhundert datiert werden konnten.

Auch am Holland blieben mehrere ältere Fachwerkhäuser vom Zahn der Zeit verschont: Nr. 21 ist 1554 bezeichnet. Nur wenig jünger ist Nr. 39, ein 1559 datiertes zweigeschossiges Traufenhaus, dessen Knaggen mit Taustäben verziert sind. Nr. 29, ein Giebelhaus in Ecklage, stammt im Kern wohl noch aus dem frühen 16. Jahrhundert. In der Komturstraße 9 liegt ein kleines Fachwerkgiebelhaus, das ebenso wie das traufständige Nachbargebäude (Nr. 11) wohl um 1600 errichtet wurde. Bei Lessingstraße 14 handelt es sich um einen verputzten Fachwerkbau, der vermutlich noch der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts angehört.

Bei dem ehemaligen Adelshof in der Löhrstraße 5 handelt es sich um ein 1648 errichtetes Traufenhaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Quaderputz und einem klassizistischen Portal versehen wurde. Das Alte Pastorat in der Löhrstraße 11 ist ein zweigeschossiges Dielenhaus mit Utlucht, das an der Frontseite verschiefert ist. Es stammt nach neuesten Erkenntnissen aus den Jahren 1638–1639.

Erwähnenswert sind des Weiteren die Giebelhäuser Neuer Markt 7 von 1695 und Radewiger Straße 23 von 1638, deren Kern wohl ins 16. Jahrhundert zurückgeht, Radewiger Straße 27 ein Traufenhaus mit beschnitzten Füllbrettern (1645 bezeichnet), Rennstraße 32 ein zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus (etwa 1550–1560 errichtet und 1979 restauriert) und Steinstraße 17 ein Fachwerkdielenhaus mit reichem Schnitzwerk, das 1639 bezeichnet ist. In der Tribenstraße 8 steht ferner ein kleines Traufenhaus mit Figurenknaggen, das wohl zwischen 1500 und 1550 errichtet wurde.

Besonders schön ist die an die ehemalige Stiftsfreiheit erinnernde Bebauung der Elisabethstraße 3-11 mit Fachwerkbauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf dem Stiftberg in unmittelbarer Nachbarschaft von Sankt Marien sind noch einige Wohnbauten der Stiftsdamen erhalten, darunter Stiftberger Straße 33 (ehemalige Kurie der Dechantin de Vincke) – ein zweigeschossiges Traufenhaus mit Walmdach aus dem 18. Jahrhundert. Über dem Eingang befindet sich ein barockes Wappen

Neben den oben genannten Fachwerkbauten blieben eine Reihe von Steinbauten erhalten. In der Hämelinger Straße 4 findet sich ein spätgotisches massives Giebelhaus mit kombiniertem Dreieck- und Staffelgiebel, ähnlich Frühherrenstraße 11, das in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden sein dürfte. In der Höckerstraße 4, eingerahmt von gründerzeitlichen Bauten, liegt das Bürgermeisterhaus, ein zweigeschossiger Bau mit spätgotischem Treppengiebel nach münsterschem Vorbild. Es wurde 1538 errichtet. Das Haus, dessen Erdgeschosszone durch Ladeneinbauten verändert wurde, erinnert stark an das nur wenige Jahre ältere Crüwellhaus in Bielefeld.

Frühherrenhaus
Wulferthaus am Neuen Markt Nr. 2

In der Frühherrenstraße 11 steht ein verputzter Massivbau mit kombiniertem Dreiecks- und Staffelgiebel, dessen Erbauungszeit mit 1591 angegeben wird. In jüngster Zeit erfolgte eine durchgreifende Restaurierung (2004–2005), bei der die völlig verbaute Diele und die ursprüngliche Fenstereinteilung wiederhergestellt wurden. Außerdem wurde das Äußere mit einem neuen Putz versehen. Das Wulferthaus am Neuen Markt 2 ist ein zweigeschossiges Giebelhaus, das 1560 erbaut wurde. Der Giebel präsentiert sich in Formen der so genannten Lipperenaissance. 1977 bis 1979 wurde es umfassend restauriert. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde der Fronterker in Anlehnung an vergleichbare Vorbilder rekonstruiert. Erwähnenswert ist außerdem Radewiger Straße 33, ein 1610 bezeichnetes Giebelhaus. Die Fassade wurde im 19. Jahrhundert im Stil der Neorenaissance umgebaut. Nebenan (Nr. 35) steht ein Steinbau mit spitzbogigem Tor und Fachwerkobergeschoss von 1555.

Die Villa Bergertorwall 22 der ehemaligen jüdischen Textilunternehmerfamilie Elsbach ist ein exemplarisches Beispiel eines Jugendstilanwesens nach der Jahrhundertwende.

Das neue Viertel an der Goebenstraße[Bearbeiten]

In den Jahren 2004 und 2005 wurde im Zusammenhang mit dem Neubau des Museums MARTa das schmucklose Viertel an der Goebenstraße unweit des Bahnhofs zwischen der Schillerstraße und der Luisenstraße komplett neu gestaltet. Das aufwändig restaurierte Elsbachhaus in diesem Bereich mit Einkaufspassage und Sitz der regionalen Telefongesellschaft Teleos, der Herforder Versorgungs- und Verkehrs-Beteiligungs-GmbH (HVV) sowie von Radio Herford geht auf das hier früher ansässige bedeutende Textilunternehmen Elsbach zurück.

Im Zuge des Umbaus des Viertels wurde das neue Gebäude der Musikschule Herford in der unmittelbaren Nachbarschaft gebaut. Außerdem haben sich Restaurationen wie das „Rubens“ etabliert.

Bismarckturm[Bearbeiten]

Der 22,5 Meter hohe Bismarckturm ist ein Aussichtsturm auf dem Stuckenberg, nahe der Ostgrenze zu Bad Salzuflen. Einzelheiten siehe unter Bismarckturm (Herford).

Wilhelmsplatz[Bearbeiten]

Der Wilhelmsplatz ist Teil der Herforder Wallanlagen, die die Herforder Innenstadt weitgehend als Fußweg umgeben.[21] Auf dem Wilhelmsplatz steht das Denkmal von Widukind (wahrsch. 730-807), im Volksmund Wittekind genannt, war Herzog der Sachsen und wurde in der Region zum Sinnbild des Widerstands gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen.

Zwischen dem 15. März und Ende Juni 1949 strömten Tausende von Menschen zum Haus Wilhelmsplatz Nr. 7, wo der sogenannte Wunderheiler Bruno Gröning angeblich einen unheilbar kranken Jungen geheilt hatte.

Linnenbauerdenkmal, Linnenbauerplatz[Bearbeiten]

Das 1909 eingeweihte Denkmal zeigt den letzten Herforder Handweber, der seine Leinenballen zum Großhändler in die Stadt gebracht hatte, verkaufte und nun verschmitzt lächelnd das erhaltene Geld zählt. Bis etwa zur Mitte der 1970er Jahre verlief hier ein Teilstück der Bowerre, die eine Mühle angetrieben hatte und Alt- und Neustadt trennte.

Neuer Markt[Bearbeiten]

Der Neue Markt als Zentrum der Herforder Neustadt ist einer der schönsten Herforder Plätze und geprägt von Fachwerk- und Renaissancearchitektur. Der Brunnen von 1599 zeigt einen Ritter mit Banner und Schild der freien Reichsstadt Herford. Der um 1830 von der Stadt verkaufte Brunnen wurde 1962 am alten Standort wieder aufgebaut. Das ehemalige Rathaus der bis 1634 selbstständigen Neustadt ist ein steinernes Giebelhaus mit mittelalterlichem Kern. Sein 1930 abgerissener Schaugiebel aus der Zeit der Weserrenaissance wurde 1988/89 rekonstruiert. Das 1560 erbaute Wulfert-Haus besitzt einen Giebel im Stil der Lippe-Renaissance und verdeutlicht das Selbstbewusstsein des Herforder Kaufmanns- und Bürgertums.

Alter Markt[Bearbeiten]

Der Alte Markt war wichtigster Handelsort und ist bis heute lebendiger Mittelpunkt der Herforder Altstadt. Hier stand bis 1878 das ursprünglich gotische im 16. Jh. mit Renaissanceelementen erweiterte Altstädter Rathaus.

Brunnen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Brunnen in Herford
Gänsebrunnen und Gänsemarkt

In der Herforder Innenstadt stehen zahlreiche Brunnen. Sie sind im Folgenden vom Lübbertor bis zum Steintor aufgeführt.

Der Hansebrunnen am Anfang der Fußgängerzone (Kreuzung Lübberstraße/Berliner Straße) erinnert an die Hansemitgliedschaft der Stadt. Die Bronzeplastik ist in Form einer Hansekogge gestaltet. Auf dem Neuen Markt steht der Neustadtbrunnen aus dem Jahre 1599, ein Renaissance-Sandsteinbrunnen. Im Gehrenberg an der Einmündung zur Brüderstraße befindet sich ein Brunnen mit beweglichen Figuren, die die Herforder Originale Mutter Grün und Trompeten-Oskar (übrigens ein Ehepaar) sowie die Schausteller darstellen. Ebenfalls im Gehrenberg an der Einmündung „Am Gange“ wurde ein neuzeitlicher Brunnen aufgestellt, der wegen seiner Form im Volksmund „Bürgerdusche“ genannt wird. Der ehemals auf dem Alten Markt stehende Altstädter Marktbrunnen aus dem Jahre 1616 steht heute auf dem Münsterkirchplatz. Die Erinnerung an die Abtei soll der Abteibrunnen auf dem Rathausplatz wachhalten. Ein weiterer Brunnen, der einen Jungen darstellt, steht in der Bäckerstraße. Auf dem Gänsemarkt befindet sich der Gänsebrunnen.

Denkmäler, Gedenksteine und Kunstplastiken[Bearbeiten]

Neben den bereits erwähnten Widukind- und Linnebauerdenkmälern sowie dem Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (siehe unter „Parks“) und dem Kriegerdenkmal (siehe unter „Friedhöfe“) steht zwischen Münsterkirche und Kantorhaus die Abteistele. Sie erinnert seit 1989 an das hochadelige Reichsstift Herford und das Wirken der Stiftsdamen. Das Stadtgeschichtsdenkmal der Reichstiftstadt Herford, das sich seit 1998 an der benachbarten Markthalle befindet, soll das singuläre Verhältnis von Stift und Stadt, das Kondominat (seit 1256) darstellen. Auf dem Münsterkirchplatz in der Nähe des Altstädter Marktbrunnens wurde im Jahre 2002 ein Stadtmodell der ummauerten Reichsstadt in der Mitte des 17. Jahrhunderts aufgestellt.

Elisabeth von der Pfalz

Auf dem Fürstenauplatz befindet sich das Fürstenaudenkmal, das an Anton Fürstenau, den Beschützer Herfords im Dreißigjährigen Krieg und den Verteidiger der Reichsfreiheit gegen Brandenburg und den Großen Kurfürsten erinnert.

Die zerbrochenen Teile des Sockels, auf dem von 1912 bis 1942 dieser Kurfürst stand, wurden im Jahre 2002 im Aawiesenpark aufgestellt. Sie verdeutlichen das gebrochene Verhältnis Herfords zu den Preußen.

In diesem Zusammenhang sollte das einzige Geschichtshotel Deutschlands, das Hotel zur Fürstabtei erwähnt werden. Es wurde im Jahre 1999 im mittleren Kurienhaus an der Elisabethstraße eröffnet und ist unter anderem mit Gemälden, Stuckarbeiten und Denkmalmodellen der Herforder Geschichte ausgestattet. Im Durchgang von der Straße zum Hof sind sieben bronzene Reliefs aus der Stadtgeschichte angebracht.

Gegenüber dem Geschichtshotel steht eine vom Künstler Wolfgang Knorr geschaffene Büste von Elisabeth von Herford, die im Jahre 1667 Äbtissin der Fürstabtei Herford wurde. Ihr Wohnhaus steht noch heute in der Straße Holland Nr. 33. Ihre letzte Ruhestätte liegt vor dem Hochaltar im Herforder Münster.

An der Jahnstraße befindet sich eine Büste von Friedrich Ludwig Jahn und an der Schillerstraße eine Schiller-Büste.

Kunstplastiken stehen vor dem Arbeitsamt (Kunst am Bau) und am Steintor. Dort wurde vor der Diskothek Go-Parc auf einer Verkehrsinsel ein zusammengepresstes Autowrack aufgestellt. Weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum wurden im Umkreis des Museums MARTa installiert (z. B. „Der Ball“ auf dem Schillerplatz).

Im Oktober 2010 wurden auf zwei Verkehrsinseln am Bergertor zwei Skulpturen mit dem Namen Safety Cones des US-amerikanischen Installationskünstlers Dennis Oppenheim enthüllt.[22] Es handelt sich um den ersten Teil des Kunstprojekts Fünf Tore/Fünf Orte, bei dem an allen fünf Herforder Stadttoren Kunstwerke aufgestellt werden sollen.[23]

Denkmal für Albrecht von Roon in Laar

Im Herforder Stadtteil Laar steht im Kreuzungsbereich Lübbecker Straße – Laarer Straße/Vilsendorfer Straße ein Denkmal für Albrecht von Roon, dem preußischen General und Kriegsminister. Es wurde 1913 vom Kriegerverein Laar-Hollinde errichtet. Nach 1968[24] wurde es einmal umgesetzt.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Der 4,5 Hektar große Aawiesenpark wurde 1957 aus einem alten Friedhof entwickelt. 1987 wurde dem Terrain zusätzlich das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Breder hinzugefügt. Der Park weist heute ausgedehnte Wiesenflächen und einen großen Spielplatz auf. Es wurde ein Teich mit Schilfbeständen angelegt, über den eine Brücke führt.[25]

Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Asbeke-Kinzbachtal Füllenbruch Jammertal Uhlenbachtal (Kreis Herford)Herford
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Der Schützenhofpark schließt sich an den StadtPark-Schützenhof an. Er geht im Norden in den Luttenberg über.[26] Der Weddigenuferpark am Bergertor besitzt ein Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die kleine Parkanlage des Hinckley-Rosengartens wurde auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn und des Kleinbahnhofs Bergertor angelegt. Sehenswert ist der Tierpark Herford mit heimischen Tieren.

Go!Parc Herford

Erwähnenswert ist der Stiftberg mit Langenberg und Luttenberg. Auf dem Luttenberg fand im 10. Jahrhundert die Herforder Vision statt. Der Legende nach soll hier einem Schäfer die Jungfrau Maria erschienen sein. Beachtlich ist der Stuckenberg mit Bismarckturm. Dabei handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebiet im Osten der Stadt mit Blick auf Herford, das in den Bad Salzufler Obernberg übergeht.

Zur Stadt Herford zählen sechs Naturschutzgebiete, dies sind das Asbeke-Kinzbachtal, das Gebiet Bramschebach – Nagelsbachtal (in zwei amtlich geführten Teilgebieten), der Füllenbruch, das Jammertal und das Uhlenbachtal. Insgesamt stehen etwa 351,9 ha, beziehungsweise 4,45 % der Stadtfläche unter Naturschutz.

Freizeiteinrichtungen in Herford sind das H2O, eines der bestbesuchten Freizeitbäder der Region mit großer Saunalandschaft, das Sportzentrum Im Kleinen Felde mit überdachtem Eisstadion und Freibad, das Freibad Herford-Elverdissen, die zwei Großdiskotheken Go!Parc und X-Herford, Deutschlands größte Indoor-Spielanlage Springolino und der Tierpark Waldfrieden. Am Elisabethsee in Herford-Eickum befindet sich ein Campingplatz.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Bis 1808 wurden die Bürger der Altstadt, der Radewig, der Abtei und der zu Herford gehörenden Bauerschaften auf dem Münsterkirchplatz beerdigt. Auch an den anderen Kirchen existierten Kirchhöfe. Gegen den Widerstand der Bevölkerung wurden die innerstädtischen Begräbnisplätze während der Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813) geschlossen und ein neuer, nach rationalen Kriterien geplanter Friedhof am Eisgraben (heute Friedhofstraße) eröffnet.

Im alten Herforder Stadtgebiet (ohne eingemeindete Stadtteile) gibt es die folgenden städtische Friedhöfe:

Der Hauptfriedhof Ewiger Frieden liegt zwischen der Mindener Straße und der Eimterstraße. Der größte Herforder Friedhof wurde am 29. Juni 1924 eingeweiht. Die relativ große Friedhofskapelle wurde 1955 gebaut.

Alter Friedhof an der Friedhofstraße/Hermannstraße, und „Alter Friedhof“ (alter Teil). Dieser 1808 mit Verlagerung der Begräbnisplätze entstandene Friedhof „Am Eisgraben“ ist heute eine Parkanlage, die in den Aawiesenpark übergeht. Seit 1964 steht hier das Kriegerdenkmal, das sich zuvor auf dem Alten Markt im Zentrum der Stadt befand[27]. Der Friedhof an der Hermannstraße mit zahlreichen großen Begräbnisstätten und Kriegsgräberstätten wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts genutzt.

Weitere Friedhöfe der ev.-luth. Marienkirchengemeinde Stiftberg sind der Erika-Friedhof an der Vlothoer Straße, der Marien-Friedhof an der Marienstraße und der Friedhof Schwarzenmoor/Falkendiek an der Mindener Straße.

An der Friedhofstraße liegt der Jüdische Friedhof, der bereits seit dem 17. Jahrhundert der jüdischen Gemeinde als Begräbnisstätte dient.

In den 1969 eingemeindeten Stadtteilen befinden sich folgende städtische Friedhöfe:

Friedhof Diebrock an der Hausheider Straße, Friedhof Eickum an der Diebrocker Straße, Friedhof Elverdissen an der Hillewalser Straße, Friedhof Laar an der Laarer Straße und Friedhof Stedefreund an der Bielefelder Straße.

In der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich der private Tierfriedhof Schwarzenmoor.

Sport[Bearbeiten]

Sportanlagen[Bearbeiten]

Jahnstadion: Die größte Herforder Sportanlage ist das Ludwig-Jahn-Stadion mit Plätzen für 18.400 Zuschauer. Im Stadionbereich befinden sich mehrere Sportplätze, zu denen zwei Kunstrasenplätze gehören. Das Stadion ist unter anderem Austragungsort der Fußball-Damenmannschaft des Herforder SV Borussia Friedenstal, die seit 2006 entweder in der 1. oder 2. Fußball-Bundesliga spielt. Außerdem werden dort die Fußballspiele des SC Herford ausgetragen.

H2O und Sportzentrum Im Kleinen Felde: siehe oben unter Natur und Freizeit bzw. unter H2O (Herford).

Sportvereine[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es 65 Sportvereine mit 18.792 Mitgliedern (Stand 2010).

Die 1860 gegründete Turngemeinde Herford (TGH) ist der älteste und mit etwa 4000 Mitgliedern (Anfang 2009) und 16 Fachsportabteilungen der größte Sportverein der Stadt. In dem Verein werden Sportarten, wie zum Beispiel Badminton, Basketball, Breitensport, Fechten, Handball, Judo, Kegeln, Leichtathletik, (Nordic) Walking, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball betrieben.

Im 1996 neu geschaffenen Sportpark Waldfrieden wurden auf dem Gelände der ehemaligen britischen Maresfield-Kaserne mehrere Sportvereine (aber auch Wohnungen) angesiedelt. U. a. befinden sich dort der Tennisclub Herford (TCH), die Turngemeinde Herford (TGH), der Herforder Verein für Luftfahrt, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Radsportclub Endspurt und der Motor-Veteranen-Sport-Club Herford (MSC).

Die Gundheits- und BehindertenSportGemeinschaft Herford e. V. (GBSG) wurde im Mai 1951 als eine der ersten Versehrtensportgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen gegründet. Sie war Gründungsmitglied des Behindertensportverbandes Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 550 Mitgliedern ist sie einer der großen Vereine innerhalb des Behinderten-Sportverbandes Nordrhein-Westfalen (BSNW) und der Stadt Herford. Was zunächst zur Selbsthilfe von Kriegsversehrten gegründet wurde, entwickelte sich bald zum Sportverein für alle, die von Behinderungen betroffen oder bedroht sind. Die Integration von geistig Behinderten durch Spiel und Sport hat sich die GBSG Herford seit mehr als 20 Jahren zur besonderen Aufgabe gemacht.

Sportarten[Bearbeiten]

Die Männer-Kegelmannschaft der Turngemeinde Herford (TGH) spielt seit mehreren Jahren in der 1. oder 2. Bundesliga auf Scheren-Kegelbahnen. Die 2. TGH-Mannschaft spielte von 2006/2007 bis 2010/2011 in der 2. Kegelbundesliga.

Eine große Rolle spielt in Herford der Reitsport. Der Reit- und Fahrverein „von Lützow“ ist mit derzeit (Anfang 2009) 686 Mitgliedern einer der mitgliederstärkste Reitvereine Westfalens. Weitere Reitvereine sind der RV „von Derfflinger“ in Schwarzenmoor-Falkendiek, die RSG Dornberger Heide in Schwarzenmoor und der RV „Drei Eichen“ in Diebrock, der seinen Sitz auf der Reitanlage Heyderhof der Familie Meyer zu Bentrup hat. Hinzu kommen die Reiterhöfe Meyer zu Bexten und Meyer zu Hartum in Diebrock und Brinkmann in Laar. Seit 1999 findet auf dem Bexterhof alle zwei Jahre das internationale Jugendreitturnier German Friendships statt. Seit 2004 wird im Wechsel dazu das internationale Kinderreitturnier „Bexter-Hof-Open“ ausgerichtet. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul errang der Herforder Unternehmer Wolfgang Brinkmann auf dem Pferd „Pedro“ zusammen mit Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak, und Dirk Hafemeister die Goldmedaille im Mannschafts-Springreiten.

Fußball: Die Frauenmannschaft des Herforder Sportvereins Borussia Friedenstal spielte in der Saison 2008/2009 und in der Saison 2010/2011 in der Frauenfußball-Bundesliga, davor und danach in der 2. Fußball-Bundesliga. Herford ist Landesleistungsstützpunkt im Mädchenfußball. Der SC Herford, der zwischen 1976 und 1981 (mit einem Jahr Unterbrechung) in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt hatte, spielt seit der Saison 2008/2009 in der Landesliga Westfalen.

Grün Gold Haus in der Bruchstraße

Die Standardformation des Tanzclubs Grün Gold TTC Herford (GGH) hat die Regionalliga West 2007 gewonnen und ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Die Lateinformation des GGH tanzt in der Regionalliga West Latein. Das vereinseigene Grün Gold Haus an der Bruchstraße in Herford, dem ehemaligen Kino „Weltlichtspiele“, ist seit 1986 Trainingszentrum der Herforder Tänzer. Herford ist Landesleistungsstützpunkt.

Der Herforder Eishockey-Verein (HEV) spielte seit der Saison 2006/2007 in der Verbandsliga und der Eishockey-Regionalliga. In der Saison 2011/2012 rückte er in die Oberliga West, die dritthöchste deutsche Eishockey-Liga, auf. In der Herforder Eissporthalle Im Kleinen Felde mit 2000 Zuschauerplätzen wird außerdem der Eiskunstlauf betrieben.

Die Basketballer der BBG Herford (Ehemalige Spielgemeinschaft der Vereine TGH und DJK) spielen seit der Saison 2014/2015 wieder in der 2. Regionalliga (West; Herren), Oberliga (2. Herren) und Bezirksliga (3. und 1. Damen). Des Weiteren hat die TGH seit der Saison 2007/2008 wieder eine Basketballabteilung und spielt in der Bezirksliga (Herren).

Sehr populär ist in Herford das Radfahren mit einigen bundesweit bekannten Sportlern im Straßen, Querfeldein- und Kunstradfahren, die Mitglied in einem der beiden Radsportvereine sind. Jedes Jahr am 1. Mai findet im Bereich der Wiesestraße ein Straßenrennen statt. Im Jahre 2007 fand das Rennen erstmals im Bereich des Museums MARTa statt. Ein weiteres Straßenrennen wird während des Hoekerfestes in der Straße „Auf der Freiheit“ vom RSV Wittekind Herford durchgeführt. Jeweils an Silvester (im Jahre 2006 ausnahmsweise am 30. Dezember) wird im Stadtteil Eickum am Elisabethsee ein Querfeldeinrennen ausgerichtet. Im Jahre 2007 fand das Silvesterrennen nicht statt, da der Radsportverein RC Endspurt Herford am 5. und 6. Januar 2008 auf dem Langenberg die Deutschen Meisterschaften im Querfeldeinradsport ausrichtete.

In kleinen Teilen auf Herforder Gebiet befindet sich ein Golfplatz, der von der Wippermann Golfanlage Heerhof betrieben wird, fast direkt an der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 30 der BAB A 2 (Herford Ost). Der weitaus größere Teil liegt im Vlothoer Stadtteil Exter. Der Golfplatz des Herforder Golfclubs befindet sich komplett auf dem Gebiet der Nachbarstadt Vlotho, etwa drei Kilometer in nordöstlicher Richtung, nahe der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 31 der BAB A 2 (Exter). Auf der Maiwiese befindet sich ein Minigolfplatz.

Auch die Ballettschule Albers in der Hämelinger Straße ist in Herford sehr populär. Mit ihren etwa 200 Schülerinnen und Schülern präsentiert sie sich alle zwei Jahre im Stadttheater Herford. Diese Aufführung gehört zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt.

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

In der Stadt sind unter anderem noch die Mannschaftssportarten Handball, Tennis und Tischtennis vertreten, von denen keine Mannschaft auf Bundesebene spielt. Außerdem werden folgende Sportarten in Vereinen betrieben: Angelsport, Ballett, Boxen, Kanusport, Motorsport, Poolbillard, Schach, Schießsport, Segelflug und Squash.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im März/April findet entlang der Straße Auf der Freiheit die Oster-Kirmes statt, im Mai in der Innenstadt die Automeile, ein ostdeutscher Spezialitätenmarkt, der Tag der Hanse und ein Jazz-Festival mit dem Auftritt mehrerer Jazzbands in verschiedenen Kneipen, wobei einige dieser Veranstaltungen immer wieder modifiziert werden oder in einzelnen Jahren ganz ausfallen. Ebenfalls im Mai wird das Radewiger Schützenfest in der Radewig und der Radewiger Feldmark ausgerichtet.

Am 19. Juni ist der Jahrestag der Herforder Vision, die auf die älteste Marienerscheinung nördlich der Alpen zurückgeht. Nachdem bis 2010 aus diesem Anlass die Visionskirmes stattfand, wird dieses Fest in jedem Jahr unterschiedlich gefeiert. Einzelheiten siehe unter Kirmes, Visionsspiel und Festumzug.

Im Juli treten auf der Sommerbühne auf dem Rathausplatz an vier Abenden i. A. Popgruppen auf, allerdings nicht jedes Jahr. Seit einigen Jahren tritt an mehreren Tagen im Juli und August in der Innenstadt das Straßentheater/Varieté spettacolo teatrale auf.

Von Juli bis September wird der Orgelsommer mit Orgelkonzerten an acht Sonntagen in den verschiedenen Kirchen der Stadt veranstaltet.

Seit 1973 findet im Juni, Juli oder August das Hoekerfest (Herforder Stadtfest) mit vielen Innenstadtveranstaltungen statt, außerdem das Schützenfest Herford-Elverdissen in Elverdissen und das Schützenfest der Schützengesellschaft zu Herford von 1832 in der Altstadt und im StadtPark-Schützenhof.

Veranstaltungen im Oktober sind die Citykirmes im Bereich Alter Markt/Münsterkirchplatz/Rathausplatz, das Weinfest auf dem Gänsemarkt und die Ausstellung Herbstzeitlos in der ehemaligen Güterhalle des Bahnhofs.

Im November 2006 wurde erstmals in der Marienkirche der 1. Internationale Orgelwettbewerb durchgeführt, der seitdem regelmäßig ausgerichtet wird.

Im Dezember wird das Radewiger Kohlfest gefeiert. Es erinnert an die Wiedereröffnung der Radewiger St. Jakobikirche am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590. Ebenfalls im Dezember findet der Weihnachtsmarkt Weihnachtslicht in der Innenstadt statt.

Veranstaltungsräume[Bearbeiten]

Im Mehrzweckbau Markthalle am Rathausplatz finden der Wochenmarkt sowie Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt.

Die von der Deutschen Bahn nicht mehr benötigte Güterhalle des Alten Güterbahnhofes wurde von der Stadt gekauft und steht allen Interessenten als Veranstaltungshalle zur Verfügung.

Im großen und kleinen Saal sowie weiteren Räumen des StadtPark-Schützenhof an der Stiftbergstraße finden Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt.

Das Forum im Museum MARTa an der Goebenstraße steht für Kulturveranstaltungen (Musik, Vorträge, Diskussionen, Filme und Ausstellungen), Empfänge, Kongresse und Events der Wirtschaft sowie Produktpräsentationen zur Verfügung.

Schausteller[Bearbeiten]

In Herford und Umgebung wohnen viele Schausteller. Die Stadt ist Sitz des Mitteldeutschen Schaustellervereins von 1895 Herford e. V., des zweitältesten Schaustellervereins Deutschlands. Am 13. Januar 1950 wurde in Herford der Deutsche Schaustellerbund e. V. (DSB) gegründet, der heute seinen Sitz in Berlin hat. Von 1950 bis 1957 war Herford Sitz der Hauptgeschäftsstelle des DSB. Sie wurde 1957 nach Bonn verlegt. Bereits dreimal fand in Herford der Delegiertentag des DSB statt: 1963, 1995 und 2005. Damit ist Herford die kleinste Stadt, in der der Bundesdelegiertentag jemals stattgefunden hat.

An der Mindener Straße gibt es seit 1981 ein Internat für Schaustellerkinder. Die dort lebenden Kinder (2006: ein knappes Dutzend) besuchen Herforder Schulen und müssen nicht mit ihren Eltern von einer Kirmes zur anderen reisen und dabei laufend die Schule wechseln oder Einzelunterricht im Kirmeswagen erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Herford ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort, der auch auf die günstige Verkehrslage im Straßen- und Eisenbahnnetz zurückzuführen ist.[28]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die wichtigste Branche ist die Textilindustrie mit drei weltweit tätigen Unternehmen. Weitere große Firmen sind in den Bereichen Kunststoff, Holzverarbeitung (Möbel) und Nahrungsmittelproduktion, zum Teil als Weltmarktführer tätig. In den letzten Jahren hat sich Herford immer mehr zu einem Logistikstandort entwickelt.

Textilindustrie[Bearbeiten]

In Herford haben drei der fünf größten europäischen Herrenbekleidungsunternehmen ihren Sitz.

Die Ahlers AG, die seit 1932 in Herford beheimatet ist, ist der zweitgrößte europäische Herrenbekleidungsproduzent, sie stellt aber auch Damenoberbekleidung her. Die Kleidung wird unter den Markennamen Baldessarini, Pierre Cardin, Otto Kern, Jupiter, Gin Tonic, Pionier Sportive, Pionier Workwear-Berufskleidung, Pioneer Authentic Jeans vertrieben.

Die 1947 gegründete Bugatti GmbH stellt Herrenbekleidung, wie Mäntel, Jacken, Hosen, Anzüge, Designermode, Freizeitkleidung, Reitbekleidung, Gesellschaftskleidung und Maßkleidung mit den Markennamen Bugatti, Doris Hartwich, Wilvorst, Eres, Pikeur, Odermark und Eduard Dressler her. Außerdem vertreiben Lizenzpartner weitere Artikel unter dem Namen Bugatti.

Ebenfalls seit 1932 hat die Firma Leineweber ihren Sitz in Herford. Sie stellt unter dem Namen Brax Herren- und Damenhosen, Strickwaren, Herrenhemden, Damenjacken und Golfkleidung her.

Die 1958 gegründete Firma Grobecker vertreibt ihre Damen- und Herrenhosen unter dem Namen Vabond fast ausschließlich über eigene Direktverkaufsläden, die überwiegend in Nordrhein-Westfalen liegen, sowie über das Internet.

Die Firma JAB Anstoetz Teppiche in Herford-Elverdissen gehört zur Firmengruppe JAB Anstoetz, die ihren Hauptsitz in Bielefeld hat. In Herford werden Teppiche und Teppichböden entworfen und vertrieben.

Möbel[Bearbeiten]

Der Herforder Unternehmer und Pionier Gustav Kopka (1832–1882) errichtete in Herford 1861 die erste Möbel-Fabrik mit Serien-Fabrikation. Produktionsschwerpunkt war die Herstellung preisgünstiger Küchenmöbel. Das Unternehmen war einer der Ausgangspunkte für die Entwicklung der Möbelindustrie mit internationaler Geltung mit Schwerpunkt im heutigen Kreis Herford. 1933 ging das Unternehmen Kopka in Konkurs.[29][30]

Die bereits seit 1897 in Herford ansässige Poggenpohl Möbelwerke GmbH ist Deutschlands älteste Möbelmarke. Es werden ausschließlich hochwertige Küchenmöbel hergestellt und weltweit vertrieben.

Auch Deutschlands größter Hersteller von Krankenhausbetten, die Joh. Stiegelmeyer GmbH & Co. KG Möbelwerke hat seinen Sitz in Herford, wo seit 1899 Krankenhaus- und Altenheimmöbel herstellt werden.

Die Büromöbelfabrik Febrü ist die Nachfolgefirma der einst renommierten Firma gleichen Namens, die nach dem Gründer Felix Brünger benannt wurde und die Konkurs anmelden musste.

Discountkuechen.de ist Deutschlands größter Internetküchenhändler. Vertrieben werden Küchenmöbel vieler namhafter Produzenten. Ein ähnliches Angebot hat auch Kueche24.com.

Nahrungsmittel[Bearbeiten]

Die Humana GmbH ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Milchkontors, das 2011 durch Fusion der Humana Milchunion und der Nordmilch entstanden ist. Am Standort Herford wird seit den 1950er Jahren Babynahrung hergestellt. Die anderen dort ursprünglich produzierten Molkereierzeugnisse wurden nach mehreren Zusammenschlüssen im Molkereisektor zur Humana Milchunion in die anderen Standorte des Unternehmens verlagert.

Von den ursprünglich etwa 20 Herforder Schokoladenfabriken sind nur noch zwei übriggeblieben. Die 1895 in Herford gegründete Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG stellt neben Vivani-Bioschokolade, Transfair-Schokolade für das Gepa Fair Handelshaus und handelsüblicher Tafelschokolade auch Schokolade für Lidl her. In der Herforder Innenstadt werden in Weinrich’s Schokoladen Bruchbude Schokoladen ab Werk und sogenannte „Bruchschokolade“ verkauft.

Die zweite Schokoladenfabrik ist die Eickmeyer & Gehring GmbH & Co. KG, die überwiegend Schokolade am Stiel zu Ostern als Osterhase am Stiel und zu Weihnachten als Weihnachtsmann oder Schneemann am Stiel verkauft.

Die Vandemoortele Deutschland GmbH vertreibt von Herford aus die Produkte der belgischen Firma Vandemoortele in Deutschland und Österreich. Es handelt sich um tiefgekühlte Backwaren, Patisserie und Vienoisserie sowie Margarine, Fette und Öle.

Die Herforder Brauerei GmbH & Co. KG, die 2007 von der Warsteiner Brauerei übernommen wurde, hat ihren Sitz im benachbarten Hiddenhausen. Sie wurde 1878 gegründet und ist die größte Brauerei in Ostwestfalen.

Maschinenbau[Bearbeiten]

Die seit 1892 bestehende Herforder Elektromotoren-Werke GmbH & Co. KG (HEW) stellt Elektromotoren, Läutemaschinen und Kirchturmuhren her. Läutemaschinen der Firma befinden sich unter anderem im Kölner Dom, im Petersdom in Rom, in der Saint Paul’s Cathedral in London und in der Kathedrale von Canterbury.

Die Schwabedissen Maschinen+Anlagen Service GmbH stellt Holzbearbeitungsmaschinen her, ebenso wie die Wemhöner Anlagen GmbH & Co. KG. Die Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG ist Weltmarktführer bei Kurztaktpressen. Es handelt sich dabei um Pressen für die Holzbearbeitung, Automobilindustrie und Solartechnik. Die Firma Prekwinkel Maschinen- und Anlagenbau entwickelt, produziert und vertreibt Werkzeugsysteme für die holzwerkstoffverarbeitende Industrie.

Kunststoff, Entsorgung[Bearbeiten]

Nach mehreren Eigentümerwechseln stellt die 1892 gegründete Sulo GmbH heute überwiegend Müllbehälter im größten Mülltonnenwerk der Welt her. Die Heinze Kunststofftechnik GmbH & Co. KG fertigt Spritzgusskunststoffe für die Automobilindustrie sowie Gehäuse für Mobiltelefone und Elektrokleingeräte. Die Firma Ebert, bei der sich seit der Übernahme durch die finnische Firma Fiskars der Verwaltungssitz, der Logistik- und Produktionsstandort für alle Fiskars-Geschäftsaktivitäten in Zentraleuropa befindet, stellt Blumenkästen, Gießkannen und weitere Artikel für Garten und Haushalt aus Kunststoff her. Die Richter Werkzeugbau GmbH ist im Bereich Artikeldesign sowie Artikelentwicklung, Konstruktion und Fertigung von Spritzgussformen und die Spritzguss-Produktion für die Branchen Hausgeräte, Gehäusesysteme und Automobilindustrie tätig.

Beschläge[Bearbeiten]

Durch die im Raum Herford ansässigen Möbelfabriken haben sich Hersteller und Händler von Möbelbeschlägen in der Stadt angesiedelt. Die Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG, die 1994 von Bielefeld nach Herford zog, ist der größte gewerbliche Arbeitgeber in Herford. Sie vertreibt Befestigungs- u. Beschlagtechnik und ist in Teilbereichen Marktführer in Deutschland. Die Deutschland-Zentrale der österreichischen Julius Blum GmbH, dem Weltmarktführer bei Möbelbeschlägen, hat ihren Sitz in Herford.

Logistik[Bearbeiten]

Von Herford aus werden weite Teile Ostwestfalen-Lippes und weitere Regionen logistisch versorgt.

Die Deutsche Post AG, Niederlassung Produktion Brief, betreibt seit 1996 an der Bielefelder Straße das Briefzentrum für die Postleitzahlenbereiche 32 und 33. Es ist eines der 16 größten deutschen Briefzentren und Sitz der Verwaltung des Bielefelder Paketzentrums.

Die Firma UPS hat in Herford eine Niederlassung für den Paketversand. Das Logistikunternehmen trans-o-flex transportiert Pakete und Paletten. Der Apothekengroßhändler NOWEDA hat in Herford eine Niederlassung beziehungsweise ein Regionalverteilzentrum. Ebenfalls pharmazeutische Produkte vertreibt die SK Pharma Logistics GmbH.

Die Loewe Logistics ist ein Logistikunternehmen für die Lufthansa, die Deutsche Bahn, die Firma Porsche, die Citibank, die Postbank und andere. Die Schöneberg-Gruppe mit Wellpappe- und Verpackungswerken besitzt ihr eigenes Logistikunternehmen Wellogistik. Die EGV Mahlmann GmbH vertreibt Lebensmittel, von der Firma Harry-Brot gibt es eine Vertriebsstelle.

Die Firmen Ahlers, Brax, Bugatti und Weinrich betreiben in Herford Lager- und Verteilzentren.

Weitere Unternehmen[Bearbeiten]

Weitere Unternehmen sind in alphabethischer Reihenfolge Audio Service (Hörgeräte), Bonitas (Pflegedienst), Brillux (Farben und Lacke), Eratex (Herstellung von textilen Schleifmittelträgern), Ferrocontrol Steuerungssysteme (Mess- und Regeltechnik), Glockenklang (PA-Geräte, Verstärker und Lautsprecher für Bassisten), HL-Technology GmbH (chemisch-technische Produkte), HTT energy Systems, imos AG (Software für die Holz- und Möbelbranche), Inometa (Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Bahnführungs- und Sensorwalzen aus Aluminium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff für die Druckindustrie und Folienherstellung), KFM Regelungstechnik, Ladage Media GmbH (Audio Marketing Agentur), Prekwinkel Strahl- und Beschichtungstechnik, Schöneberg-Verpackungen, T+A elektroakustik (Elektroakustik, Licht- und Tonanlagen, unter anderem hochwertige Lautsprecherboxen), Wellformat (Wellpappenwerk), Westfa-Werbung Modersohn GmbH & Co. KG, Westfalen Weser Netz AG, (Nachfolgeunternehmen des Energieversorgers E.ON Westfalen Weser, Hauptverwaltung in Herford). Wetzel GmbH & Co. KG (Leime und Klebstoffe), Xylem Water Solutions Deutschland GmbH (Umwelttechnologie unter dem Namen Wedeco).

Industrie- und Gewerbegebiete[Bearbeiten]

Eines der größten Gewerbegebiete der Stadt Herford ist das Gewerbegebiet Herringhausen im Osten der Stadt. Ebenso wie das Gewerbegebiet Herringhausen wurde das Gewerbegebiet Diebrock nach der Eingemeindung der beiden ehemaligen Gemeinden geschaffen. Es liegt beiderseits der Laarer Straße im Bereich der Zeppelinstraße.

Im Süden der Stadt gibt es die kleineren Gewerbegebiete Gaußstraße, Waterfuhr und Hohe Warth/Ahmser Straße. Das Gewerbegebiet Heidsiek [31] südlich der Umgehungsstraße, das immer noch erweitert wird, ist eines der größeren Industrie- und Gewerbegebiete der Stadt. An der Grenze der Städte Bielefeld, Bad Salzuflen und Herford in Elverdissen wurde ein interkommunales Gewerbegebiet mit dem Namen GewerbePark OWL[32] geschaffen. Seit Mitte 2014 wird nördlich davon das Gewerbegebiet Auf der Helle erschlossen.

Wirtschaftsverbände[Bearbeiten]

Im Museum MARTa sind folgende Fachverbände der Holz- und Möbelindustrie ansässig: der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie e. V., der Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie e. V., der Verband der Deutschen Wohnmöbelindustrie e. V., der Arbeitgeberverband Holzverarbeitung und Holzhandel in NRW e. V., der Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe e. V., der Fachverband Serienmöbelbetriebe des Handwerks, die Interessengemeinschaft Leichtbau e. V., die Initiative Pro Massivholz, der Deutsche Korkverband e. V. und das Daten Competence Center e. V.[33][34]

Seit 2004 befindet sich in dem Gebäude außerdem eine Prüflabor- und Beratungsstelle des Möbelprüfinstituts LGA QualiTest GmbH, einer Tochtergesellschaft der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) (Nürnberg).[35]

Handel[Bearbeiten]

Fußgängerzone[Bearbeiten]

Herford ist eine alte Handelsstadt. Aus diesem Grunde wurde das 1973 geschaffenen Stadtfest Hoekerfest (von hökern = handeln) genannt. Herford ist Einkaufsstadt für einen Einzugsbereich mit etwa 150.000 Einwohnern.

Nach dem fußgängergerechten Umbau einiger Innenstadtstraßen wurde am 15. November 1968 die Herforder Fußgängerzone eröffnet. Sie ist heute im Vergleich mit anderen Städten dieser Größenordnung besonders weitläufig und erstreckt sich vom Lübbertor über den Neuen Markt, den Alten Markt, die Bäckerstraße und den Gänsemarkt bis zum Steintor. Von der Lübberstraße bis zur Bäckerstraße ist sie rund 750 Meter lang. Allerdings schlossen viele Geschäfte wie zum Beispiel der Kaufhof im Herzen der Fußgängerzone. Seit 2005 ist der Neue Markt in einer Richtung befahrbar und es sind einige Parkbuchten für Kurzzeitparker eingerichtet worden.

Wochenmarkt[Bearbeiten]

Der Wochenmarkt, der dreimal wöchentlich stattfindet, wird in der Markthalle und teilweise auf dem davor liegenden Rathausplatz abgehalten. Er heißt seit einigen Jahren Ludwigsmarkt. Darüber hinaus wird die Markt- und Mehrzweckhalle mit zwei Sälen für diverse Veranstaltungen und Feierlichkeiten (Konzerte, Festveranstaltungen, Vorträge) genutzt.

Fabrikverkäufe[Bearbeiten]

Inzwischen ist Herford wegen der Fabrikverkäufe der drei Bekleidungsunternehmen Ahlers (Otto Kern – Jeans/Hemden/Sakkos, Pierre Cardin – Anzüge/Jeans/Hemden/Pullover, Pioneer Jeans, Pionier - Jeans/Arbeitskleidung, Jupiter - Hemden/Jacken), Bugatti und Leineweber (Brax) bekannt. Die Verkäufe finden mehrmals täglich innerhalb der Firmengelände statt. Die Schokoladenfabrik Weinrich betreibt am Gänsemarkt einen Laden mit dem Namen Bruchbude, in dem direkt ab Fabrik Bruchschokolade und Restposten verkauft werden. In Herford-Elverdissen gibt es in der Nähe der Autobahnabfahrt Ostwestfalen-Lippe ein Lufthansa WorldShop-Outlet.

Parkmöglichkeiten[Bearbeiten]

Das Parkhaus „Altstadt“ bietet Platz für 450 Pkw. Im Parkhaus „Neustadt“ sind 420 Parkplätze vorhanden. Das Parkhaus „Radewig“ am Bahnhof, das auch von Bahnreisenden genutzt werden kann, bietet 444 Parkplätze. Im Parkhaus MARTa-Areal stehen 456 Parkplätze zur Verfügung.

Weitere öffentliche Parkplätze befinden sich auf dem Rathausplatz, am Amtsgericht, am Technischen Rathaus, am „Faulen Steg“, am Wilhelmsplatz und vor dem Stadttheater sowie am Wochenende und nach Dienstschluss in der Tiefgarage der Sparkasse „Auf der Freiheit“, auf den Mitarbeiterparkplätzen am Rathaus, am technischen Rathaus, an der Sparkasse/Volksbank „Am Pulverturm“ und bei E.ON Westfalen Weser an der Bielefelder Straße.

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten]

In Herford gibt es die zwei Tageszeitungen Neue Westfälische und Herforder Kreisblatt. Letztere ist eine regionale Ausgabe des Westfalen-Blatts.

Das Herforder Kreisblatt erschien erstmals am 4. Juli 1846, zunächst nur wöchentlich jeden Sonntagabend. Die Zeitung war acht Seiten stark und kostete jährlich 20 Silbergroschen, was etwa zwei Tagelöhnen eines Landarbeiters entsprach. Damals hatte die Stadt Herford etwa 9000 Einwohner. 1880 erwarb der aus Minden stammende Buchhändler Ferdinand Eßmann das Herforder Kreisblatt, bei dem er bereits seit 1873 als Redaktionsleiter gearbeitet hatte. 1913 übergab er die Zeitung an Fritz Heidemann. Der neue Herausgeber siedelte 1918 von der Mönchstraße, wo das Kreisblatt bis dahin gedruckt wurde, in die Brüderstraße über. Wenige Jahre später wurde sie von einer Gruppe Industrieller erworben, die sie 1926 an die bis dahin mitbeteiligte Familie Busse veräußerte. 1936 wurde in der Brüderstraße das neue Verlagshaus errichtet, in dem sich bis heute die Redaktion und die Geschäftsstelle befinden. Zwischen Pfingsten 1941 und dem 1. November 1949 durfte das Herforder Kreisblatt nicht erscheinen. Nachdem Carl-Wilhelm Busse das Bielefelder Westfalen-Blatt 1949 übernommen hatte, erscheint das Herforder Kreisblatt heute als eines von 28 Lokalausgaben des Westfalen-Blatts. Die Zeitung gilt als bürgerlich-konservativ.

Wie im übrigen Verbreitungsgebiet entstand in Herford die Neue Westfälische am 3. Juli 1967 aus dem Zusammenschluss der sozialdemokratisch ausgerichteten Freien Presse und der Westfälischen Zeitung, die 1879 gegründet wurde. Die Freie Presse geht auf die 1890 gegründete Volkswacht zurück. Die Herforder Ausgabe mit dem Untertitel Herforder Kreisanzeiger ist eine von 19 Lokalausgaben der Neuen Westfälische, die als sozialdemokratisch-liberal gilt.

Der Herforder Wochenanzeiger erschien seit 1975 mittwochs als kostenloses Anzeigenblatt. Im Jahr 2012 wurde er von dem Wochenblatt Telegraf OWL abgelöst. Vom Herforder Kreisblatt beziehungsweise Westfalen-Blatt wird seit 1978 donnerstags die ebenfalls kostenlose Wochenzeitung Herford Extra herausgegeben. Sonntags erscheint das Wochenblatt OWL am Sonntag.

Rundfunk[Bearbeiten]

Herford ist Sitz des Lokalradios Radio Herford (Verbreitungsgebiet: Kreis Herford). Von Oktober 1990 bis Juli 2009 war die Zentrale des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service (BFBS) in Herford.

In Herford-Schwarzenmoor befand sich bis 1993 ein Mittelwellensender des WDR, siehe Sender Herford.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Justiz[Bearbeiten]

Das Amtsgericht Herford befindet sich an der Straße „Auf der Freiheit“, das Arbeitsgericht Herford an der Elverdisser Straße und die Justizvollzugsanstalt für Jugendliche an der Eimterstraße.

Von 1949 bis 1984 hatte das Oberste Rückerstattungsgericht seinen Sitz zunächst im Herforder Rathaus und danach an der Berliner Straße Ecke Petersilienstraße. Dieses internationale Gericht entschied als oberste Rechtsmittelinstanz über Streitigkeiten bei Anträgen auf Rückerstattung der zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 einem Eigentümer unter politischem Zwang entzogenen, identifizierbaren Vermögensobjekte. 1984 wurde der Sitz von Herford nach München verlegt und im Dezember 1990 wurde das Gericht aufgelöst.

Bundes- und Landesbehörden[Bearbeiten]

Agentur für Arbeit Herford

Der Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit an der Hansastraße erstreckt sich auf die Kreise Herford und Minden-Lübbecke. In dem Gebäude wurde Anfang 2014 auch ein Karriereberatungsbüro der Bundeswehr eingerichtet.

Ebenfalls an der Hansastraße hat die Kreispolizeibehörde Herford ihren Sitz. Daneben befindet sich die Verwaltung des Kirchenkreises Herford

Das Finanzamt in der Wittekindstraße ist zuständig für Herford, Hiddenhausen, Vlotho, Enger und Spenge. Im Bereich Wittekindstraße/Amtshaustraße/Borriesstraße ist die Kreisverwaltung Herford auf mehrere Gebäude verteilt.

Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks hat seinen Sitz an der Ackerstraße.

An der Mindener Straße befindet sich der Dienstort Herford des Hauptzollamtes Bielefeld mit dem Aufgabenbereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Klinikum Herford
  • Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen
Das Klinikum Herford ist ein vom Kreis Herford betriebenes Krankenhaus mit 718 Betten. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort gibt es eine Dialysestation.
Das Mathilden-Hospital mit 220 Betten ist in katholisches Trägerschaft.
In seiner Nähe befindet sich ein Screeningzentrum für Brustkrebs-Früherkennung und an der Hansastraße eine Praxisklinik mit mehreren Arztpraxen.
  • Krankenkassen
In Herford gibt es diese Krankenkassen: Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK Nordwest) an der Kurfürstenstraße, die Barmer GEK an der Schillerstraße, dazu die BKK Herford Minden Ravensberg an der Straße „Am Kleinbahnhof“, die DAK-Gesundheit an der Johannisstraße und die IKK classic an der Fürstenaustraße. In der Hochstraße ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Westfalen-Lippe zu finden.

Städtische Einrichtungen[Bearbeiten]

Außer den Einrichtungen, die unter den Abschnitten Kultur und Sehenswürdigkeiten, Natur und Freizeit, Sportanlagen und Veranstaltungsräume aufgeführt sind, gibt es noch folgende städtische Einrichtungen:

Die Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr befindet sich an der Werrestraße. Dort sind die hauptamtlichen Kräfte mit dem Rettungsdienst und der Löschzug Mitte stationiert. Weitere Löschgruppen gibt es in den Stadtteilen Diebrock, Elverdissen, und Schwarzenmoor.

An der Goebenstraße zwischen der Bahnstrecke, der Werre und der Umgehungsstraße liegt eine der modernsten Kläranlagen Deutschlands. Die Stadtwerke haben ihren Sitz an der Werrestraße.

Weitere Einrichtungen sind die Stadtbibliothek und die Tourist-Information am Linnenbauerplatz.

Kindertagesstätten und Kinderspielplätze[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es über 30 Kitas, davon sind die fünf Kindertagesstätten Bornbrede, Maiwiese, Zur Bleiche, Schobeke und Stedefreund in städtischer Hand. Weitere Träger von Kitas sind die evangelische und katholische Kirche, die Arbeiterwohlfahrt, der Verein für soziale Arbeit und Beratung und das Deutsche Rote Kreuz. Der im August 2013 eröffnete Waldkindergarten am Stuckenberg wird von einem Verein betrieben.

Von den 64 Spielplätzen befinden sich 40 in der Innenstadt und 24 in den Randbereichen.

Nachbarschaftsszentren[Bearbeiten]

Zehn Einrichtungen werden als Bürgertreffs, Nachbarschaftstreffs, Stadtteiltreffs, Begegnungszentren oder Bürgerzentren bezeichnet. Sie werden von der Stadt, der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Diakonie, dem evangelischen Johanneswerk und, wie das Mehrgenerationenhaus in der Ottelau, vom Deutschen Roten Kreuz getragen.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

Soziale Einrichtungen sind die Arbeiterwohlfahrt an der Schillerstraße, das Arbeitslosenzentrum am Münsterkirchplatz, der Caritasverband an der Renntormauer, der Deutsche Kinderschutzbund (Ortsverband), der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband an der Kurfürstenstraße, das Deutsche Rote Kreuz an der Wittekindstraße, das Diakonische Werk an der Hämelinger Straße, die Hospizbewegung Herford Auf der Freiheit und die Herforder Tafel am Benter Weg (mit Filiale in Spenge).

An der Hermannstraße gibt der Herforder Mittagstisch e. V. warmes Mittagessen an Bedürftige aus. Im selben Haus sind die Sozialberatungsstelle und die Fachstelle für Wohnungserhalt der Stadt untergebracht.

Seit 1980 existiert ein Frauenhaus.

Vereine und Vereinigungen[Bearbeiten]

Der Arbeitskreis Recycling befindet sich an der Heidestraße mit Verkauf in der Radewiger Straße. In der Höckerstraße hat die Mädchenberatungsstelle „Femina Vita, Mädchenhaus Herford e. V.“ ihren Sitz. Der Fachverband Glücksspielsucht, der sich bis 30. Juni 2012 in Herford befand, wurde nach Bielefeld verlegt.

Außerdem gibt es in der Stadt zwei Lions-Clubs und drei Rotary-Clubs.

Im 1906 und 1924 in zwei Bauabschnitten errichteten Logenhaus hat die 1899 gegründete Freimaurerloge „Zur Roten Erde“ ihren Sitz. Seit 1972 befindet sich dort auch die Loge „The Rose of Minden“ der britischen Freimaurer in Deutschland.

Militär[Bearbeiten]

Deutsches Heer[Bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg wurde Herford Garnisonsstadt für Teile des Deutschen Heeres. Im September 1914 wurde das Infanterie-Regiment „Graf Barfuß“ (4. Westfälisches) Nr. 17 stationiert und 1915 wurden Massenquartiere für Soldaten in Schulen, Fabriken, Gaststätten und im Stadttheater eingerichtet. Zeitweise waren bis zu 2400 Soldaten gleichzeitig in der Stadt.

Ab August 1914 gab es auch mehrere Lazarette in Waisenhäusern, im Schützenhof und in den Krankenhäusern.

Wehrmacht[Bearbeiten]

Im Oktober 1934 wurde mit dem Bau der drei heute noch bestehenden Kasernengelände begonnen. In die Estorff-Kaserne und Stobbe-Kaserne an der Vlothoer Straße (beide von der Wehrmacht nach Kommandeuren des ehemaligen Infanterie-Regiments 17 benannt) zog am 3. Oktober 1935 das Infanterie-Regiment 58 ein. In der Otto-Weddigen-Kaserne an der Mindener Straße war ab 16. Oktober 1935 die Panzer-Abwehrabteilung 6 stationiert. (siehe 6. Infanterie-Division)

Britische Rheinarmee[Bearbeiten]

Am 3. April 1945 erreichte die 5. US-amerikanische Panzerdivision auf ihrem Vormarsch die heutige Autobahn 2 auf der Höhe von Herford und setzte ihren Weg Richtung Weser fort. Damit endete im Ravensberger Land das nationalsozialistische Regime. Ihnen folgten die britischen Alliierten. Im Zuge der Aufteilung der Besatzungsgebiete wurde das Stadtgebiet von der Britischen Rheinarmee übernommen. Sie zog in die drei Kasernen ein, die anschließend zu Hammersmith- (vormals Estorff-), Wentworth- (vormals Stobbe-) und Harewood-Barracks (vormals Otto-Weddigen-Kaserne) umbenannt wurden. Der Stiftberg, in der Nähe der Kasernengelände an der Vlothoer Straße, wurde 1945 vom Stadtgebiet abgesperrt und sodann eine große Anzahl Privathäuser für die Familien der Soldaten und Offiziere beschlagnahmt. Sie wurden erst mehrere Jahre später (bis 1957) wieder zurückgegeben, nachdem in der Stadt mehrere Wohnsiedlungen für die Briten entstanden waren.

Das von der Britischen Rheinarmee mitten im Stuckenberger Wald (Stadtholz) neu gebaute vierte Kasernengelände an der Stadtholzstraße (Maresfield-Kaserne), auf dem zuletzt das 7. Fernmelderegiment (7th Signal Regiment) stationiert war, wurde 1994 zwar aufgegeben, nicht jedoch renaturiert. Dort befinden sich heute der Sportpark Waldfrieden sowie eine neue in den Wald geplante Wohnsiedlung.

1952 war Herford Garnison der 11. britischen Panzerdivision (11th (UK) Armoured Division). Ihr unterstanden die Life Guards in Wolfenbüttel, die 3rd Hussars in Bielefeld, das 2nd Field Regiment RHA in Hildesheim, das 5th Field Regiment RHA in Osnabrück, das 53rd LAA Regiment RA in Lippstadt, das 26 Engineer Regiment in Hameln, das 11 Armoured Divisional Signal Regiment, die 33 Armoured Brigade (33. Panzerbrigade), Paderborn (später in Bad Lippspringe), 9th Lancers in Detmold, das 1st Royal Tank Regiment in Detmold, das 8th Royal Tank Regiment in Paderborn, das 1st Bn King’s Royal Rifle Corps, die 91st Lorried Infantry Brigade in Hilden, das 1st Bn Royal Lincolnshire Regiment, das 1 Bn Sherwood Foresters und das 1 Bn Royal Irish Fusiliers.

Im Jahre 1972 waren die Royal Scots Dragoon Guards in Herford stationiert, die mit dem Musikstück „Amazing Grace“ am 15. April 1972, die Spitzenposition der Singles-Charts in Großbritannien (und auch in Australien) erreichten. Ihr offizieller Name auf der Single war „The Pipes and Drums and Military Band of the Royal Scots Dragoon Guards“.

Britische Streitkräfte in Deutschland[Bearbeiten]

Liegenschaften[Bearbeiten]

Im Jahre 1994 wurde die Britische Rheinarmee in Britische Streitkräfte in Deutschland umbenannt. Seitdem befindet sich in der Wentworth-Kaserne an der Liststraße (zwischen Vlothoer Straße und Stadtholzstraße) das Hauptquartier der 1st (UK) Armoured Division (1. Britische Panzerdivision) unter der Leitung eines Generalmajors. Von dort werden die britischen Einsatztruppen in Deutschland befehligt. Im großen Divisionskonferenzzentrum befindet sich ein britisches Kino. Auf dem Kasernengelände ist die Grundschule „Lister School“ angesiedelt. Von Oktober 1990 bis Juli 2009 befand sich dort die Deutschlandzentrale des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service. Auf dem Sportplatz innerhalb des Geländes finden neben Sportveranstaltungen auch Wettbewerbe und Volksfeste, wie zum Beispiel deutsch-englische Freundschaftsfeste statt.

In der Hammersmith-Kaserne an der Vlothoer Straße und in der Harewood-Kaserne an der Mindener Straße ist das „1st UK Armoured and Signal Regiment“ stationiert. Dort hat auch das deutschlandweit einzige Unternehmen seinen Sitz, das ehemaligen britischen Soldaten, die in Deutschland bleiben wollen, Arbeitsstellen in der Privatwirtschaft vermittelt. Es gibt dort auch einen Reitstall („Saddle Club“), der englischen Reitunterricht auch für deutsche Kinder anbietet.

An der Waltgeristraße gibt es einen NAAFI-Shop.

Auf einer Fläche von 53 Hektar werden in Herford 29 Liegenschaften verwaltet. Neben den drei Kasernen gehören dazu ein Sportplatz an der Werrestraße und Wohnsiedlungen. 452 Wohnungen werden von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet und 122 Wohnungen sind angemietet.

Personen[Bearbeiten]

Anfang 2011 leisteten etwa 850 Soldaten in Herford ihren Dienst. Mit Zivilpersonal und Familien lebten etwa 2000 Briten in der Stadt. 50 Zivilangestellte arbeiteten für die Streitkräfte.

Ursprünglich sollte sich die Zahl der Soldaten in Herford erhöhen, wenn bis 2014 die Standorte im Rheinland geschlossen werden sollten.[36] So sollte unter anderem das Hauptquartier des britischen Unterstützungskommandos (UKSC(G)) zwischen 2011 und 2013 von Mönchengladbach nach Herford verlegt werden.[37]

Im Oktober 2010 kündigte der britische Premierminister David Cameron im britischen Unterhaus an, dass die rund 20.000 britischen Soldaten bis 2020 vollständig aus Deutschland abgezogen werden sollen.[38]

Bundeswehr[Bearbeiten]

Als einzige Bundeswehreinrichtung in der Stadt befand sich von 1956 bis Ende 2013 zunächst in der Mindener Straße, dann in der Wittekindstraße das Kreiswehrersatzamt (KWEA) Herford. Der Einzugsbereich umfasste seit der Gründung der Bundeswehr die Kreise Herford und Minden-Lübbecke beziehungsweise vor den Kreisreformen 1969 und 1973 die Kreise Herford, Minden, Lübbecke und die kreisfreie Stadt Herford. Nachdem die Kreiswehrersätzämter in Bielefeld und Detmold aufgelöst worden waren, war es ab 2007 für die Erfassung der Wehrpflichtigen in der Stadt Bielefeld und den Kreisen Gütersloh, Herford und Lippe zuständig. Gemäß dem Stationierungskonzept 2011 wurde das Kreiswehrersatzamt mit seinen 60 Dienstposten Ende 2013 geschlossen. Stattdessen wurde Anfang 2014 im Haus der Agentur für Arbeit an der Hansastraße ein Karriereberatungsbüro mit sechs Dienstposten eingerichtet.

Bildung[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Die 20 städtischen Schulen besuchten im Schuljahr 2010/2011 etwa 8.600 Schülerinnen und Schüler, wovon fast 1300 nicht in Herford wohnten. Insgesamt verfügt die Stadt über folgende Schulen:

  • 11 Grundschulen: Neben den Grundschulen Altensenne (früher Grundschule Elverdisser Straße), Eickum, Elverdissen, Falkstraße, Herringhausen, Landsberger Straße, Mindener Straße, Oberingstraße, Radewig (früher Grundschule Diebrocker Straße) und Stiftberg gibt es am Wilhelmsplatz die einzige Konfessionsschule der Stadt, die Wilhelm-Oberhaus-Schule, eine städtische katholische Grundschule. Zum Schuljahresbeginn 2009 wurde im Ortsteil Diebrock die private Grundschule „Das Forscherhaus“eröffnet.
  • 1 Hauptschule: Auf dem Gelände der Hauptschule Meierfeld wird einer der wenigen deutschen Schulzoos betrieben. In Elverdissen gab es eine Außenstelle der Hauptschule. Diese wurde nach dem Schuljahr 2010/2011 endgültig geschlossen. In das leerstehende Gebäude wird das Anna-Siemsen-Berufskolleg einziehen. Allerdings erst provisorisch für die nächsten fünf Jahre. Danach soll ein Langzeitplan vorliegen.[39]
  • 1 Gesamtschule: Die Gesamtschule Friedenstal befindet sich an der Grenze zur Stadt Bad Salzuflen. Daher wird sie auch von vielen Schülern der Nachbarstadt besucht.
  • 3 Realschulen: Die 1914 als Mittelschule gegründete Otto-Hahn-Schule an der Uhlandstraße ist die älteste Realschule der Stadt. Die beiden anderen Realschulen wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Die Geschwister-Scholl-Schule wurde in den Jahren 1956 bis 1959 an der Wiesestraße als Entlastung für die bis dahin einzige Realschule gebaut. Die Ernst-Barlach-Schule an der Graf-Kanitz-Straße ist eine Realschule mit bilingualem Zweig.
  • 3 Gymnasien: Das um 800 gegründete, ursprünglich altsprachliche Friedrichs-Gymnasium ist die älteste existierende Institution der Stadt überhaupt (siehe Liste älteste Schulen). Seit 1972 befindet sich die Schule in den Werregärten, nicht weit entfernt vom ehemals neusprachlich/mathematischen Ravensberger Gymnasium (vorher Oberrealschule), das dort 1960 neu gebaut wurde. Das Königin-Mathilde-Gymnasium auf dem Stiftberg war ursprünglich ein Lyzeum für Mädchen. Seit 1974 werden dort auch Jungen unterrichtet.
  • 1 Schule für Lernbehinderte: Die Albert-Schweitzer-Schule ist eine Sonderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Das Gebäude am Wilhelmsplatz wurde 1966 bezogen.
  • Sonstige Schulen: Der Neubau der städtischen Musikschule befindet sich seit 2004 an der Goebenstraße. Daneben gibt es noch eine private Musikschule. Die Volkshochschule im Kreis Herford hat ihre Hauptstelle am Münsterkirchplatz, im früheren Gebäude des Ravensberger Gymnasiums. Am Klinikum Herford ist der Hauptsitz der Schule für Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH.
  • 7 Berufskollegs: Fachschule für Agrarwirtschaft, Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg des Kirchenkreises Herford, Berufskolleg am Wilhelmsplatz des Instituts für Weiterbildung in Wirtschaft und Gesellschaft e. V., Friedrich-List-Berufskolleg, Wilhelm-Normann-Berufskolleg des Kreises Herford, Anna-Siemsen-Berufskolleg des Kreises Herford sowie Berufskolleg der AWO für das Sozial- und Gesundheitswesen

Hochschulen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt mit einer Entfernung von 85 Kilometern. Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist 90 Kilometer von Herford entfernt. 1911 wurde in Herford auf dem Füllenbruch eine provisorische Landebahn für Notlandungen errichtet, sie wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört. In Herford wurden bis zum Zweiten Weltkrieg Flugsportschauen durchgeführt.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Herford mit Teil des Busbahnhofs links im Hintergrund

Der Herforder Bahnhof ist ein Kreuzungsbahnhof mit vier Bahnsteigen und sieben Bahnsteiggleisen. Er liegt an der elektrifizierten, viergleisigen Bahnstrecke Hamm–Minden, der Hauptverbindung aus dem Ruhrgebiet nach Hannover und Berlin, die 1847 von der historischen Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet wurde. Hier zweigen die Verbindungsstrecke Herford–Kirchlengern nach Osnabrück und Rahden sowie die Bahnstrecke Herford–Altenbeken (Lippische Bahn) ab. Im Schienenpersonennahverkehr ist Herford nach Bielefeld der zweitgrößte Eisenbahnknotenpunkt im Regionalverkehr Ostwestfalens mit stündlich neun ankommenden und abfahrenden Nahverkehrszügen sowie stündlich einem InterCity und einigen täglichen ICE in beziehungsweise aus Richtung Hannover.

Zugverbindungen im Fern- und Nahverkehr → Hauptartikel Bahnhof Herford.

Busverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr im Kreis Herford

Der zentrale Bus-Treffpunkt befindet sich am Alten Markt. Als zweiter wichtiger Umsteigepunkt im innerstädtischen Nahverkehr wird der Bahnhof von zwei Stadtbuslinien und Regionalbussen bedient. Das Herforder Stadtbusnetz besteht aus sechs Linien (S1 bis S6). Regionalbusse fahren unter anderem nach Bünde, Löhne, Vlotho, Bad Salzuflen, Spenge, Bielefeld-Milse (Stadtbahn) und Schildesche. An Wochenenden und vor Feiertagen verkehren Nachtbusse im Stadtgebiet und nach Bielefeld (Ringlokschuppen und Jahnplatz), Bünde, Enger sowie DiscoBusse nach Löhne und Bad Salzuflen.

Der Busverkehr in Herford und einem Teil des Kreises Herford wird seit Juni 2011 von den Busverkehr Ostwestfalen GmbH durchgeführt. Die Stadt gehört dem Verbund OWL Verkehr (OVLW) „Der Sechser“ an. Zum Verkehrsverbund gehören die Kreise Herford, Lippe, Minden-Lübbecke, Gütersloh, und die kreisfreie Stadt Bielefeld. Mit dem „Sechser-Ticket“ können alle Regionalzüge benutzt werden. Verbundtickets gelten jedoch nicht in Nacht- und DiscoBussen.

Straßen[Bearbeiten]

Autobahnen und Bundesstraßen[Bearbeiten]

Die Autobahn A 2, die von Oberhausen nach Berlin führt, streift seit 1938 das Stadtgebiet im Osten. Dort befinden sich die Anschlussstellen Herford Ost, Herford/Bad Salzuflen und Ostwestfalen-Lippe sowie die Autobahnraststätten Lipperland Nord und Lipperland Süd, die Ende 2013 die Raststätten Herford Nord und Herford Süd ersetzt haben.

Die Bundesstraßen 239 und 61 leiten den Fernverkehr über die Umgehungsstraße, die zwischen der Bünder Straße und der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen vierspurig ausgebaut ist, ins Umland. In Richtung Norden erreicht man über die Bundesstraße 239 nach etwa sieben Kilometern die Anschlussstelle Kirchlengern der Autobahn 30, die über Osnabrück in die Niederlande führt.

An der Vlothoer Straße in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich die Autobahnmeisterei Herford. An der Ahmser Straße in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen ist die Autobahnpolizei stationiert.

Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen[Bearbeiten]

Die Ausfallstraßen, bei denen es sich überwiegend um Landesstraßen handelt, führen in die Umgebung. Sie sind meistens nach den benachbarten Orten oder Ortsteilen benannt.

Das übrige Stadtgebiet wird durch Kreis- und Gemeindestraßen erschlossen. Detaillierte Informationen zu vielen Innenstadtstraßen und -plätzen sind in den beiden Artikeln Herforder Neustadt und Herforder Altstadt zu finden.

Im Herforder Stadtzentrum existiert ein Parkleitsystem entlang des Innenstadtrings – Berliner Straße, Auf der Freiheit, Wittekindstraße, Hermannstraße, Rennstraße, Johannisstraße, Bergertorstraße –, das die Autofahrer über vorhandene Parkplätze informiert. Herford ist für seine intensive „Parkraumbewirtschaftung“ bekannt. Einzelheiten siehe im Abschnitt Parkmöglichkeiten.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Am Bahnhof befinden sich eine Fahrradstation (Parkhaus und Rad-Center mit Werkstatt und Verkauf). In und um Herford gibt es ein ausgeschildertes Radwegenetz und mehrere lokale Fahrradrouten. Die BahnRadRoute Weser-Lippe verläuft durch die Stadt. Landschaftlich schöne Strecken sind die Fuß- und Radwege direkt an der Werre nach Bad Salzuflen und über die ehemalige Kleinbahntrasse nach Enger. Diese Strecken sind oft stark frequentiert. Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Brücken[Bearbeiten]

Hansabrücke
Werrebrücke mit Mindener Straße

Dadurch, dass durch Herford die Werre, die Aa und der Stadtgraben fließen, gibt es hier viele Brücken. Über diese drei Wasserläufe führen alleine 23 Straßen-, Eisenbahn- und Fußgängerbrücken. Hinzu kommen 15 Brücken der Bahnanlagen über Straßen und zahlreiche Straßenbrücken über andere Straßen.

Die Herforder Brücken haben keine offiziellen Namen. Einige werden von der Bevölkerung nach der Straße, die über die jeweilige Brücke führt, oder nach den ehemaligen Stadttoren benannt. So gibt es die Lübbertorbrücke, die zwei Bergertorbrücken über die Werre und eine der ältesten Herforder Brücken, die Steintorbrücke über den Stadtgraben.

Die Wiesestraßenbrücke überquert die Werre am Freizeitbad H2O, wo es noch eine Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Herford–Himmighausen über die Werre gibt. Diese Brücke können sowohl vom Fahrzeugverkehr als auch von Fußgänger benutzt werden. Weitere Fußgängerbrücken über die Werre sind die Herderbrücke an der Herderstraße in der Nähe der Kreispolizei sowie die beiden Brücken zwischen der Salzufler Straße und dem Weddigenufer und zwischen dem Lübbertorwall und dem Werrepark beim Friedrichs-Gymnasium. Eine der bekanntesten Brücken ist die Hansabrücke an der Hansastraße, über die einstmals die Herforder Kleinbahn die Werre überquerte. Die Umgehungsstraße kreuzt die Werre im Bereich der Kläranlage und die Aa in der Nähe der Anschlussstelle Bielefelder Straße.

Weitere Aa-Brücken befinden sich an der Hermannstraße, am Wall „Unter den Linden“, im Einmündungsbereich Radewiger Straße/Bäckerstraße/Elisabethstraße, an der Straße „Auf der Freiheit“ in der Nähe der Sparkasse Herford und des Amtsgerichts. Eine Fußgängerbrücke gibt es am Steintorwall, wo der Stadtgraben in die Aa fließt und die Bowerre ehemals in die Aa mündete. Auf dem letzten Abschnitt bis zur Mündung der Aa in die Werre überquert die Schillerbrücke an der Schillerstraße die Aa.

Am Stadtgraben gibt es außer der bereits erwähnten Steintorbrücke eine Brücke an der Bielefelder Straße, eine Fußgängerbrücke am Daniel-Pöppelmann-Haus und eine vierstreifige Brücke an der Bahnhofskreuzung, wo in der Nähe des Steintors die Straße Auf der Freiheit den Stadtgraben überquert.

Die beiden Eisenbahnbrücken, die im Bereich des Herforder Bahnhofs die Sophienstraße und die Straße Schleife überqueren, werden wegen ihrer Länge als Unterführungen bezeichnet.

Überregional bekannt wurde die im Jahr 2009 neugebaute Fußgängerbrücke zwischen dem Alten Friedhof an der Hermannstraße und der Elverdisser Straße über die Bahnstrecke Herford-Himmighausen, da sie vom Bund der Steuerzahler wegen der Kosten kritisiert wurde.

Die neuesten Brücken innerhalb des Stadtgebietes wurden im Zusammenhang mit dem vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße 239 (Umgehungsstraße) zwischen der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen und der Diebrocker Straße im Jahr 2008 fertiggestellt.

In den letzten Jahrzehnten wurden in der Stadt einige Brücken ersatzlos zurückgebaut beziehungsweise verfüllt. Das betrifft vor allem die Brücken über die Bowerre, die zwischen 1969 und 1976 zugeschüttet wurde. Es handelt sich um die Brücken am Weddigenufer, die Osterbrücke, die die Johannisstraße und die Bergertorstraße verband, die Mittelstädter Brücke am Linnenbauerplatz und die Brücke an der Arndtstraße.

Ebenfalls zurückgebaut wurde die Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke Hamm-Minden zwischen der Diebrocker Straße und der Wittekindstraße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

1610 wurde der Chemiker und Arzt Otto Tachenius in Herford geboren. Die bekannteste in Herford geborene Persönlichkeit ist der Architekt und Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann (1662–1736), der Erbauer des Dresdner Zwingers. Außerdem sind hier der U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg Otto Weddigen (1882–1915), der Reichsinnenminister und preußische Innenminister Carl Severing (1875–1952), die SPD-Politikerin und Mitgestalterin des Grundgesetzes Frieda Nadig (1897–1970), der erste Ministerpräsident (1946) Brandenburgs Karl Steinhoff (1882–1981), sowie der erste Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hermann Höpker-Aschoff (1883–1954) geboren.

In Herford ist Hermann Kunst beerdigt, der von 1949 bis 1977 der erste Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung war. Von 1956 bis 1972 war er gleichzeitig evangelischer Militärbischof. Zuvor war Hermann Kunst von 1932 bis 1956 Pfarrer der ev.-luth. Mariengemeinde Stift Berg und gleichzeitig bis 1945 Standortpfarrer, sowie von 1942 bis 1954 Superintendent des Kirchenkreises Herford.

1955 ist die deutsche Autorin Renate Ahrens in Herford geboren. Ahrens schreibt Romane, Theaterstücke und deutsch-englische Kinderbücher.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Dorn: Die Kirche des ehemaligen Damenstifts St. Marien und Pusinna in Herford. Architektur unter den Edelherren zur Lippe. Imhof-Verlag, Petersberg 2006, ISBN 3-86568-087-9.
  • F. B. Fahlbusch: Herford. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 4, Sp. 2152 f.
  • 1200 Jahre Herford. Spuren der Geschichte (Herforder Forschungen 2). Hrsg. von Thomas Schuler und Theodor Helmert-Corvey, Maximilian Verlag, Herford 1989, ISBN 3-7869-0249-6
  • Westfälischer Städteatlas. Band 1., 8 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht [Stadtmappe Herford von Heinz Stoob]. Dortmund-Altenbeken 1975, ISBN 3-89115-335-X
  • Norbert Sahrhage: Diktatur und Demokratie in einer protestantischen Region. Stadt und Landkreis Herford 1929 bis 1953. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-548-2.
  • Otto Gaul: Die Marienkirche in Herford, Große Baudenkmäler Heft 232, Deutscher Kunstverlag, München 1969, 16 Seiten
  • Otto Gaul: Das Münster zu Herford. Presbyterium der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, Herford 1982, 18 Seiten
  • Christoph Laue (Herausgeber): Archive im Kreis Herford. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1993, 244 Seiten, ISBN 3-927085-72-3
  • Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bussesche Verlagshandlung GmbH, Herford 1979, ISBN 3-87120-857-4
  • Rainer Pape: Das Städtische Museum Herford – Ein Führer durch seine Sammlungen. Maximilian Verlag, Herford 1979.
  • Eris Valentowicz: Herford zwischen 1900 und 1960. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-142-4
  • Mathias Polster, Sven Nieder, Björn Pollmeyer: Über Herford tpk-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-936359-44-2
  • Theodor Berndt: Herforder Pkutarch, Lebensbilder und Leistungen namhafter Männer der alten Abtei- und Hansestadt, Herford 1951

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herford – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Herford – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt – Gebietsänderungen vom 01.07. bis 30.09.2013
  3. Stadt Herford, Daten und Fakten, abgerufen 1. Januar 2013.
  4. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Herford
  5. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF-Datei; 360 kB)
  6. Geschichte der Stadt Herford, abgerufen am 3. Mai 2014.
  7.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  8.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 74.
  9. Zensusdatenbank
  10. Moscheen in Herford
  11. Landesdatenbank NRW
  12. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  13. Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/ Lippe Wahl des Rates 1999, webrachive, abgerufen am 7. April 2014
  14. § 2 Abs. 2 der Hauptsatzung der Stadt Herford
  15. Vorschau 33. Internationale Hansetage 2013
  16. Capitol
  17. Britisches Kino Globe
  18. a b Stadtführungen Herford:Münsterkriche in Herford abgerufen am 17. April 2014
  19. Stadtführungen Herford:Die Wolderuskapelle abgerufen am 14. April 2014
  20. Stadtführungen Herford: Die St. Jakobi Kirche abgerufen am 14. April 2014
  21. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Wallanlagen Herford in LWL-GeodatenKultur
  22. Enthüllung Safety Cones.
  23. Fünf Tore/Fünf Orte
  24. Persönliches Gespräch von Norbert Bangert, Hückeswagen mit einer Anwohnerin am 9. Juni 2007
  25. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Aawiesenpark in LWL-GeodatenKultur
  26. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Luttenberg und Schützenhofpark in LWL-GeodatenKultur
  27. stadtfuehrung-herford.de: Kriegerdenkmal
  28. Wirtschaftsstandort Herford
  29. 150 Jahre Serienmöbelfabrikation in Herford
  30. Christoph Laue; „Gustav Kopka geht in die Strafanstalt“, HF-Magazin Nr. 81, Hsg. Kreisheimatverein und Neue Westfälische, Juni 2012
  31. Gewerbegebiet Heidsiek
  32. GewerbepPark OWL
  33. Verbände der Holz- und Möbelindustrie
  34. Deutscher Korkverband
  35. Möbelprüfinstitut Herford
  36. Neue Westfälische, 7. Oktober 2009
  37. Briten stärken OWL – Herford neues Hauptquartier, Westfalen-Blatt. 16. März 2010. 
  38. Stern: Großbritannien zieht bis 2020 alle Soldaten aus Deutschland ab
  39. Neue Westfälische vom 7. Februar 2013: Das Anna-Siemsen-Berufskolleg geht nach Elverdissen