Heribert Hellenbroich

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Heribert Hellenbroich (* 14. Mai 1937 in Köln; † 10. Juli 2014 in Köln-Roggendorf/Thenhoven[1]) war von 1983 bis 1985 Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz und im August 1985 Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Leben[Bearbeiten]

Hellenbroich wuchs in Köln auf, besuchte dort das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium[2] und studierte anschließend Jura und Staatswissenschaften. 1966 trat er ins Bundesamt für Verfassungsschutz ein. 1981 wurde er zum Vizepräsidenten ernannt und übernahm zwei Jahre später nach der Versetzung von Richard Meier in den einstweiligen Ruhestand die Leitung dieser Behörde. Hellenbroich wurde in Fach- und sogar in Unionskreisen zwar als zu jung für das Amt abgelehnt, war jedoch Mitglied der CDU.[3]

Am 1. August 1985 wechselte er als Präsident zum BND, sein Nachfolger als Leiter des Bundesverfassungsschutzes wurde Ludwig-Holger Pfahls.

Jedoch war Hellenbroichs Zeit als Spionagechef nur von kurzer Dauer. Nach der Flucht des Regierungsdirektors Hansjoachim Tiedge nach Ost-Berlin trat er am 27. August 1985 nach nur vier Wochen Amtszeit zurück. In einem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages musste Hellenbroich aussagen und wurde von Engelbert Rombach, dem Leiter der Spionageabwehr, diskreditiert. So sollen Hellenbroich „schwere sachliche Fehler“ bei der Telefonüberwachung der damaligen Präsidialamtssekretärin Margarete Höke unterlaufen sein und durch seine „voreilige, leichtfertige Art“ hätte Hellenbroich auch die Chance vertan, einen Spitzenmann „im Zentrum eines gegnerischen Nachrichtendienstes“ für die Mitarbeit zu gewinnen. Jeder der Führungsverantwortlichen schob vor dem Untersuchungsausschuss anderen die Schuld daran zu, über den bedenklichen Lebenswandel von Tiedge informiert oder nicht informiert gewesen zu sein.

Sein Bruder, Anno Hellenbroich, war 2. stellvertretender Bundesvorsitzender der Europäische Arbeiter-Partei Umkreis der sogenannten LaRouche-Bewegung und zugleich Geschäftsführer der Nachrichtenagentur ‚Executive Intelligence Review‘ (EIR).[4]

Nach dem Ende seiner Nachrichtendienstkarriere übernahm Hellenbroich die Leitung des Sicherheitsdienstleisters Industrie- und Handelsschutz GmbH (IHS) in Frankfurt am Main (heute Wisag).

Seine Frau Gisela Hellenbroich (geb. Engel, * 22. Mai 1937) verstarb am 4. Juli 2014. Heribert Hellenbroich wurde am 14. August 2014 nach einer Trauerfeier in der Ortskirche St. Johann Baptist in Köln-Roggendorf/Thenhoven auf dem Friedhof Köln-Thenhoven beigesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heribert Hellenbroich starb sechs Tage nach seiner Frau
  2. Biografie bei Munzinger Online. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  3. Panorama: Nachfolger für Meier, Der Spiegel 19/1983, Seite 22f
  4. Wahn-GmbH und Co. KG, Der Spiegel, 10/1984 vom 5. März 1984