Hermann Anton Bantle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hermann Anton Bantle (* 22. April 1872 in Straßberg; † 27. Juli 1930 in München)[1] war ein deutscher Freskomaler und Gebrauchsgrafiker und gilt als ein Meister der sakralen Monumentalmalerei.[2] Er gilt als Publizist „mit völkischen Tendenzen“.[3]

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn des Josef Anton Bantle (1846-??) und der Theresia Schilling. Bantle hat sein Handwerk im Kloster Beuron gelernt.[4] Während dieser Zeit in Beuron wurde er stark durch die Beuroner Kunstschule geprägt und trug unter anderem Stationsbilder zu einer Kreuzwegandacht bei.[5] Des Weiteren schuf er mit seinen kostbare Wandgemälden Zeichen hoher sakraler Kunst. Er wirkte unter anderem in Bietenhausen (Kirche), Vilsingen, Dettlingen, Öflingen (Gemäldetorso mit einem Kreuzgang in der katholischen Pfarrkirche St. Ulrich von 1914) und Kaiseringen (Wandgemälde in der Allerheiligenkirche von 1919).

Doch statt in der Region das geregelte Leben zu genießen, hat es Bantle nach Paris und Rom gezogen. „Im Kloster hat es ihn nicht gehalten, aber für draußen war er nicht gemacht“, so der Historiker Casimir Bumiller. Seine fruchtbarste und inspirierteste Zeit hat Bantle in Rom erlebt.[4] Zu seinen weniger bekannten Werken gehören Aquarelle und Kohlestiftzeichnungen wie das Mädchenportrait und das Halbportrait eines Jungen, die während seine Kunststudien 1906 in Rom entstanden, sowie das Frauenportrait (1908) und die Häuser-Vedute mit Baum-Allee in Monte Falcone (1910), die ebenfalls in seinen italienischen Jahren (1905-1914) entstanden sind.

Sein umfangreicher Künstlernachlass befindet sich im Eigentum der Stadt Gammertingen. Der Nachlass, bestehend aus 468 Bildern, die bis Oktober 2008 eher unsachgemäß im Dachgeschoss des Gammertinger Rathauses untergebracht und der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren, befindet sich zukünftig in der Ausstellung des städtischen Museums im alten Oberamt. Laut Aussage des Ausstellungsmachers Casimir Bumiller „gelte Bantle als der letzte Freskenmaler. Er habe vergleichsweise wenig Spuren hinterlassen, das hätten dann schon eher die Wilden, die Lauten, die Expressionisten getan, die zur gleichen Zeit wie Bantle wirkten“.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Anton Bantle. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 6, Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-22746-9, S. 594
  • Gerd Bantle: Straßberger Ausstellung bescherte völlig neue Einblicke. Hermann Anton Bantle war mehr als "nur" Maler religiöser Motive. In: Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte. Band 47, 1997, S. 40-41
  • Anton Pfeffer: Ein Prediger im Malerkittel. Dem Andenken von Hermann Anton Bantle zu seinem 80. Geburtstag. In: Hohenzollerische Jahreshefte des Vereins für Geschichte, Kultur und Landeskunde Hohenzollerns. Band 13, 1953, S. 91-107
  • Xaver Schilling: Hermann Anton Bantle. Zu seinem 80. Geburtstag am 22. April 1952. In: Hohenzollerische Heimat, Band 2 (1952) Nr.4, Seite 57—58.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben der Internet-Datei der Genealogischen Gesellschaft von Utah (www.familysearch.org).
  2. Stefanie Häußler: 'Kreativ: Die Gruppe strotzt vor Ideen, Arbeitskreis „Museum Alter Oberamt“ gewährt Blick hinter die Kulissen. In: Schwäbische Zeitung vom 29. Januar 2011
  3. Uwe Puschner, Walter Schmitz, Justus H. Ulbricht: Handbuch zur „völkischen Bewegung“ 1871-1918, Verlag Saur, 1999, ISBN 3598114214 bzw. ISBN 9783598114212 (Auszug)
  4. a b c Ignaz Stösser (ist): Eine Stadt feiert. Riesenfest lockt viele in die Gammertinger „City“. In: Schwäbische Zeitung vom 20. Oktober 2008
  5. Philipp Koll: Weg des Kreuzes. Eine Kreuzwegandacht mit Stationsbildern von Hermann Anton Bantle. Steyler Verlagsbuchhandlung Kaldenkirchen. Kaldenkirchen 1959

Weblinks[Bearbeiten]