Hermann Balck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hermann Balck 1943

Georg Otto Hermann Balck (* 7. Dezember 1893 in Danzig; † 29. November 1982 in Eberbach-Rockenau) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Panzertruppe und Heeresgruppenbefehlshaber im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Balck war der Sohn des späteren preußischen Generalleutnants William Balck und dessen Ehefrau Mathilde. Er trat am 10. April 1913 als Fahnenjunker in das Hannoversche Jäger-Bataillon Nr. 10 in Goslar ein. Vom 12. Februar 1914 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges besuchte er die Kriegsschule Hannover. Er kehrte dann zu seinem Bataillon zurück und zog mit diesem als Zugführer an die Front, wo er am 10. August 1914 zum Leutnant befördert wurde. Zeitweise fungierte Balck vom 12. August bis 30. Oktober 1914 als Bataillonsadjutant. Durch eine Verwundung, die er am 30. Oktober 1914 erlitten hatte, war er in der Folgezeit bis 6. Februar 1915 dienstunfähig. Nach seiner Wiederherstellung diente er bis zu einer abermaligen Verwundung am 28. Juni 1915 im Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 22.

Im Januar 1922 trat er mit diesem Dienstgrad in die Reichswehr ein, wurde dem 18. Reiter-Regiment zugeteilt und dort am 1. Mai 1924 Oberleutnant. Anschließend nahm er an einem Generalstabslehrgang teil. Er war bei Beginn des Zweiten Weltkriegs Oberstleutnant und Sachbearbeiter im Oberkommando des Heeres. Als Kommandeur eines Schützenregiments nahm er am Westfeldzug (Mai/Juni 1940) teil und erhielt dafür das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, bevor er für ein Jahr ins Oberkommando des Heeres zurückkehrte. Im Sommer 1942 wurde er zum Generalmajor ernannt und befehligte die 11. Panzer-Division an der Ostfront.[1]

Dann folgte eine ungewöhnlich schnelle Karriere, in deren Verlauf Balck mehrfach vorzeitig befördert wurde; er erhielt zahlreiche hohe Auszeichnungen bis hin zum Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (das nur 27-mal verliehen wurde). Bereits Ende 1943 war er General der Panzertruppe und Kommandierender General des XXXX. Panzerkorps. Im August 1944 wurde Balck zum Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee ernannt, wechselte aber schon im September an die Westfront und wurde Nachfolger von Generaloberst Johannes Blaskowitz als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe G im Elsass. Da Balck den Vormarsch der Amerikaner unter George S. Patton zur Reichsgrenze nicht aufhalten konnte (siehe Kampf um Elsaß-Lothringen (1944)), wurde Blaskowitz im Dezember wieder in sein altes Kommando eingesetzt, und Balck kehrte an die Ostfront zurück, wo er bis zum Kriegsende die 6. Armee in Ungarn befehligte.

Von 1945 bis 1947 war Balck in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Dann wurde Balck Lagerarbeiter, 1948 aber verhaftet und von einem Stuttgarter Schwurgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er achtzehn Monate absaß. Balck hatte im November 1944 den Artilleriekommandeur Oberstleutnant Johann Schottke erschießen lassen. Dieser war völlig betrunken in seinem Bunker aufgefunden worden und konnte sich nicht mehr an die Stellungen seiner Geschütze erinnern. Die Erschießung hatte ohne Standgerichtsurteil stattgefunden und war deswegen rechtswidrig. 1950 wurde Balck in Abwesenheit zu 20 Jahren Zwangsarbeit durch das Pariser Militärgericht verurteilt, das ihn für die Zerstörung der französischen Stadt Gérardmer in den Vogesen verantwortlich machte.[2]

Balck gehörte zu den wenigen von den US-Truppen gefangen genommenen Kommandeuren, die sich weigerten, am „postwar historical debriefing program“ der US Army in den späten 40ern und frühen 50ern teilzunehmen. Ende der 1970er äußerte er sich dann doch öffentlich: er und Friedrich Wilhelm von Mellenthin nahmen an einigen Symposien – zusammen mit ehemaligen US-Generälen – am „U.S. Army War College“ teil.[3]

Er wurde 1982 auf dem Hasefriedhof in Osnabrück begraben.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Balck: Ordnung im Chaos / Erinnerungen 1893 – 1948. Biblio, Osnabrück 1981. ISBN 3-7648-1176-5.
  • F. W. von Mellenthin: Panzer Battles. New York, Ballantine Books, 1971, ISBN 0-345-32158-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. detailliert siehe [1]
  2. Biografie von Balck im Bundesarchiv (Version vom 28. März 2007 im Internet Archive) im Internet Archive, Stand: 28. März 2007, auf archive.org, gesehen 6. Mai 2010
  3. [2]
  4. a b c d e f g h i j k l m Daten nach Angaben im Nachlass und Biographischen Daten im Bestand des Bundesarchivs