Hermann Brockhaus

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Hermann Brockhaus

Hermann Brockhaus (* 28. Januar 1806 in Amsterdam; † 5. Januar 1877 in Leipzig) war ein deutscher Orientalist.

Leben[Bearbeiten]

Der dritte Sohn des Verlegers Friedrich Arnold Brockhaus studierte in Leipzig, Göttingen und Bonn orientalische Sprachen, insbesondere Sanskrit, lebte lange in Frankreich und England und ließ sich dann in Dresden nieder. Von dort siedelte er 1839 als Professor nach Jena und 1841 nach Leipzig über, wo er 1848 ordentlicher Professor der altindischen Sprache und Literatur wurde. Er starb dort am 5. Januar 1877. Brockhaus hatte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Leipziger Hochschule beteiligt und war im Jahr 1872/73 Rektor der Alma Mater.

Familie[Bearbeiten]

1836 heiratete er Ottilie Wagner, die Schwester des Komponisten Richard Wagner. Sein erster Sohn Clemens Brockhaus (1837–1877) war später Professor in Leipzig, der jüngere Sohn Friedrich Brockhaus (1838–1895) Professor in Basel, Kiel, Marburg und Jena.

Wirken[Bearbeiten]

Dem Gebiet des Altindischen gehören an seine Ausgaben des Prabodhachandrodaya, eines philosophischen Schauspiels von Krishnamicra[1], und des Kathâsarit-sâgara, einer Märchensammlung von Somadeva Bhatta.[2] Seine Ausgabe eines Teils des Zendavesta, des Vendidâd Sâde[3], trug sehr viel zur Erleichterung des Zendstudiums bei. Auch veröffentlichte er zwei persische Texte. eine kritische Ausgabe der Lieder des Hafis[4] und eine desgleichen der persischen Bearbeitung des Buches der sieben weisen Meister.[5] Seit 1853 redigierte er viele Jahre hindurch die Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, deren Gründer er war, und in der er verschiedene eigene Abhandlungen publizierte, sowie seit 1856 die Allgemeine Encyklopädie von Johann Samuel Ersch und Johann Gottfried Gruber.[6] Sein Vorschlag Über den Druck sanskritischer Werke mit lateinischen Buchstaben[7] hat fast allgemeine Annahme gefunden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Brockhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leipzig 1835
  2. sanskrit und deutsch, Leipzig 1839 bis 1866
  3. in lateinischer Schrift, mit Index und Glossar, Leipzig 1850
  4. Leipzig 1854–60, 3 Bände
  5. Leipzig 1845
  6. Teil 62 ff.
  7. Leipzig 1841