Hermann Delago

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Hermann Delago (* 2. April 1875 in Rietz; † 9. Dezember 1962 in Innsbruck[1]) war ein österreichischer Alpinist und Führerautor.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Delago stammt aus Pufels (lad. Bula, it. Bulla) bei St. Ulrich im äußeren Grödnertal. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wanderte Josef Delago nach Rietz im Oberinntal aus, wo sein Sohn Hermann geboren wurde.

1889 bis 1893 war Hermann Delago Buchdruckerlehrling in Innsbruck. Bereits in dieser Zeit war er zumeist als Alleingänger auf der Suche nach neuen Touren unterwegs und machte zahlreiche Erstbesteigungen, wie etwa die Sonnenwand im Sellrain (1894). 1895 übersiedelte er nach Brixen, wo er beim katholischen Pressverein eine Anstellung fand. Am 22. September 1895 bestieg Hermann Delago als erster und im Alleingang den schwierigsten der drei Vajolettürme im Rosengarten in den Dolomiten, welcher seither seinen Namen trägt. 1896 bestieg er ebenfalls im Alleingang den Murfreidturm. 1907 kletterte er gemeinsam mit Paul Mayr und A. Schmid am Langkofeleck, wo ein Kaminausstieg seinen Namen trägt. Von 1900 bis 1910 war er als Buchdrucker in München, Stuttgart und Passau tätig. 1911 kehrte er nach Innsbruck zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1940 beim Tyrolia-Verlag als Maschinensetzer arbeitete.

1956 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft des Österreichischen Alpenvereins, 1962 des Südtiroler Alpenvereins verliehen. Neben den zahlreichen alpinistischen Pionierleistungen ist Hermann Delago vor allem durch sein Dolomiten-Wanderbuch, welches bis 1983 in zahlreichen Auflagen erschienen ist, bekannt. Die Hermann-Delago-Straße in Bruneck ist nach ihm benannt.

Erstbegehungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Zillertaler Alpen, 1925.
  • Dolomiten-Wanderbuch, 1930.
  • Berge und Täler im Gau Tirol, 1939.
  • Stubai, Geschnitz- und Obernbergtal, 1957.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann Delago. In: Historisches Alpenarchiv. Abgerufen am 24. Juli 2010.
  2. Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1901, S. 299
  3. a b XXXVII. Jahresbericht des Innsbrucker Turnvereins, S. 29 und 30