Hermann Dorner

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Grabmal auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover

Hermann Dorner (* 27. Mai 1882 in Wittenberg; † 6. Februar 1963 in Hannover) gehörte zu den ersten deutschen Motorflugzeug-Konstrukteuren.[1]

Leben[Bearbeiten]

Er studierte in Berlin Schiffbau und wurde 1909 Diplom-Ingenieur. Im Sommer 1910 erwarb er die Flugzeugführererlaubnis Nr. 18 des Deutschen Luftfahrer-Verbandes.

1907 hatte er mit der Entwicklung eines Gleiter begonnen, an dessen Nase ein Motor angebracht werden konnte.[2] Im September 1909 nahm er als einziger Deutscher an der 1. Internationalen Flugwoche in Johannisthal teil. Er hatte sich mit seinem selbstkonstruierten Eindecker zum Wettbewerb gemeldet und stellte damit zum ersten Mal einen deutschen Motorflugapparat bei einer Großveranstaltung vor. Er konnte mit seinem Eindecker aber nur einige kurze Sprünge zeigen. Am 11. Juni 1910 erkämpfte er sich den dritten Lanz-Preis der Lüfte und im August gewann er einen weiteren Preis auf der Luftfahrtschau in Johannisthal.[3]

Mit dem Geld aus den Preisen eröffnete er 1910 seine Dorner Flugzeug GmbH. Nach 1912 war er mit seinen finanziellen Möglichkeiten jedoch am Ende, er ging als Fluglehrer an die Luftfahrerschule Adlershof. 1913 ging er als Technischer Leiter an die kurz zuvor gegründete Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL).

Mitte 1914 entwickelte er bei den Deutsche Flugzeug-Werken mit Heinrich Oelerich die DFW B.I und B.II. Ende 1915 wurde er Chefkonstrukteur der Riesenflugzeugabteilung der Deutschen Flugzeug-Werke (DFW) in Leipzig-Lindenthal, ab 1916 Chefkonstrukteur für die Flugmotorenentwicklung in der Hannoverschen Waggonfabrik, Abteilung Flugzeugbau, in Hannover-Linden (Hawa), wo er die Hannover CL-Typen entwarf.

Er war auch mit Hans Grade beruflich verbunden.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er an einem luftgekühlten Dieselmotor und gründete 1923 die Dorner Ölmotoren A.G. (DÖMAG) zur Produktion von Kleinautos mit 10-PS-Dieselmotoren,[4] die aber wegen der Inflation scheiterte. Den Dieselmotor prüfte Kurt Neumann 1927.[5] Dorner arbeitete anschließend in der Motorenindustrie, unter anderem in Detroit.

1954 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Flugmotoren. 1912, mit Walther Isendahl

Literatur[Bearbeiten]

  • Im Schatten von Hans Grade: Hermann Dorner, der Einzelkämpfer. In: Fliegermagazin, 2003, 5/96

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann-Dorner-Allee. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  2. Sonja Steiner-Welz: Schütte-Lanz-Luftfahrzeuge aus Mannheim. Band 1: Die Luftschiffe; S. 72
  3. Hirschel, Madelung: Aeronautical research in Germany: from Lilienthal until today, Band 147, S. 39
  4. Erik Eckermann: World history of the automobile; S. 137
  5. Erwähnt bei: v. Scherr-Thoss: Neumann, Kurt. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 158 f. (Digitalisat).
  6. Straßenbenennung 2006 (PDF; 559 kB) bei leipzig.de