Hermann Ebbinghaus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hermann Ebbinghaus (* 24. Januar 1850 in Barmen; † 26. Februar 1909 in Breslau) war ein deutscher Psychologe. Sein Sohn war der Philosoph Julius Ebbinghaus, sein Enkel der Germanist Ernst A. Ebbinghaus.
Ebbinghaus war Begründer der experimentellen Erforschung des Gedächtnisses und Entdecker der Lernkurve und der Vergessenskurve. Ebbinghaus war auch der Erfinder der heute noch gültigen psychologischen Messmethoden der Gedächtnisleistung: Wiedererkennungsmethode, Reproduktionsmethode und der Ersparnismethode. Neu war sein experimenteller Ansatz, mit dem Lernen von sinnfreien Silben zu operieren, um die Fehler, die sich aus Erfahrungen und Inhalten ergeben, zu minimieren.
1896 führte er eine Art Satzergänzungstest mit Schulkindern durch, um die Wirkung von Ermüdung auf die Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Er ließ die Lehrer die Begabung der Kinder einschätzen um danach die Ergebnisse einem unteren, mittleren und oberen Drittel zuzuordnen. Dabei stellte er eine bedeutende Beziehungen zwischen den Testergebnissen und dem Lehrerurteil fest, ohne mit den damaligen Mitteln eine Korrelation ermitteln zu können. Dies dürfte der erste Test verbaler Intelligenz in einer Gruppe gewesen sein.
[Bearbeiten] Ebbinghaus und die Geschichte der Psychologie
"Die Psychologie hat eine lange Vergangenheit, aber nur eine kurze Geschichte", schrieb 1908 der Pionier der Gedächtnisforschung. Dieser Satz mag erstaunen, hat sich doch die Menschheit bereits seit Urzeiten mit psychologischen Fragen befasst. Ebbinghaus spielt jedoch mit seiner Formulierung auf die kurze Zeit an, seit der Psychologie mit naturwissenschaftlichen Methoden betrieben wird.
Der Psychologe Hans Jürgen Eysenck zitiert in seinem Buch "Sigmund Freud - Niedergang und Ende der Psychoanalyse" (München, 1985) auf Seite 36 (ohne Quellenangabe) einen berühmten Ausspruch, den Ebbinghaus in Zusammenhang mit Sigmund Freuds Vorstellungen vom Unbewussten gemacht haben soll: "Was an diesen Theorien neu ist, ist nicht wahr, und was wahr ist, ist nicht neu." (Allerdings irrte sich Eysenck in seiner Polemik - der Satz stammt aus der Dissertation von Hermann Ebbinghaus, Bonn 1873, Seite 67, "Über die Hartmannsche Philosophie des Unbewußten", und es ist damit ausschließlich der Philosoph Eduard von Hartmann gemeint.)
[Bearbeiten] Literatur
- Hermann Ebbinghaus: Über das Gedächtnis: Untersuchungen zur experimentellen Psychologie. Neue, unveränd. und ungek. Ausgabe nach der 1. Aufl. 1885. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1992. ISBN 3-534-05255-2
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Hermann Ebbinghaus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Weitere Informationen (englisch)
- Kurzbiografie und Verweise auf digitale Quellen im Virtual Laboratory des Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (englisch)
- Eine Originalarbeit in englischer Übersetzung
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ebbinghaus, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Psychologe |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1850 |
| GEBURTSORT | Barmen |
| STERBEDATUM | 26. Februar 1909 |
| STERBEORT | Breslau |

