Hermann Rietschel

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Hermann Rietschel (* 19. April 1847 in Dresden; † 18. Februar 1914 in Berlin; vollständiger Name Hermann Immanuel Rietschel) gilt als Begründer der Heizungs- und Klimatechnik. Er war ein Sohn des Bildhauers Ernst Rietschel und Bruder von Georg Rietschel.

Die Firma Rietschel & Henneberg (Spezialrohre für den Heizungsbau) wurde 1871 durch Rietschel gegründet. Rietschel gilt als Begründer einer neuen Fachrichtung im Maschinenbau, der „Heizungs- und Klimatechnik“. Er wurde am 13. Juli 1885 auf den weltweit ersten Lehrstuhl für „Ventilation und Heizung“ an der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin berufen.

Rietschel wurde 1893 Rektor der Technischen Hochschule Berlin und 1894 deren Prorektor.

Er entwickelte die Idee, die bei der Erzeugung von Energie anfallende Wärme (Abwärme) als Fernwärme für die Heizung von Gebäuden und Stadtteilen zu nutzen.

Außerdem entwickelte er den bekannten Rippenheizkörper und lieferte auch dessen Berechnungsgrundlagen. Er entwarf die Heizungs- und Lüftungsanlagen für das Reichstagsgebäude in Berlin, die Schauspielhäuser in Berlin, Münster, Ulm und Straßburg, für das Hamburger Rathaus, das Justizministerium in Tokio und das Bundeshaus in Bern. Rietschel gilt als einer der Wegbereiter des modernen Maschinenbaus.

Er war Mitglied der studentischen Verbindung Corps Altsachsen und wohnte in einer von Otto March gebauten Villa in Berlin-Grunewald[1].

Die nach ihm benannte „Hermann-Rietschel-Ehrenmedaille“ wird durch den VDI (Verein Deutscher Ingenieure) verliehen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Berliner Landesdenkmalliste: Bettinastraße 3