Hermann Knackfuß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hermann Joseph Wilhelm Knackfuß, (* 11. August 1848 in Wissen (Sieg); † 17. Mai 1915 in Kassel) war Akademielehrer, Kunstschriftsteller, Illustrator und Maler von Historien und Porträts. Er war der Bruder des Bauforschers und Archäologen Hubert Knackfuß.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Knackfuß studierte von 1869 bis 1874 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Er war Schüler von Eduard Bendemann und Eduard von Gebhardt. Als Freiwilliger nahm er 1870 am deutsch-französischen Krieg teil. 1874 erhielt für zwei Historienbilder den Großen Staatspreis nebst Stipendium für einen Aufenthalt in Rom von 1875 bis 1878. 1880 wurde er an die Kasseler Akademie berufen.

Knackfuß schuf zahlreiche Historiengemälde und Entwürfe zu Deckengemälden von öffentlichen Gebäuden, die insbesondere Ereignisse der Geschichte Preußens zum Thema hatten. Zunächst zeichneten sich seine Gemälde durch einen teilweise pedantisch wirkenden Realismus vor allem der kostümgeschichtlichen Details aus. Ab etwa 1890 nutzte er für seine Historiengemälde mehr und mehr die maltechnischen Errungenschaften des Impressionismus. Außerdem war er ein gesuchter Porträtist des preußischen Adels.

1895 übertrug ihm Kaiser Wilhelm II. die Ausarbeitung seiner allegorischen Zeichnungen „Völker Europas, wahrt eure heiligsten Güter“ und „Niemand zuliebe, niemand zuleide“.

Als Vertreter der akademischen Historienmalerei und Illustrator der borussischen Geschichte ist sein Werk nach 1945 weitgehend in Vergessenheit geraten, zumal viele seiner Gemälde während des Krieges oder auch danach zerstört wurden. Er ist oft nur noch als Verfasser zahlreicher Künstlerbiographien bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]