Hermann Muthesius

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Hermann Muthesius (* 20. April 1861 in Großneuhausen; † 26. Oktober 1927 in Berlin; vollständiger Name Adam Gottlieb Hermann Muthesius) war ein deutscher Architekt. Er war Autor, Geheimrat im Preußischen Handelsministerium, einflussreicher Theoretiker der „modernen“ Architektur und des „Industrial Designs“, Kritiker des Jugendstils und Mitbegründer des Deutschen Werkbundes.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Anna & Hermann Muthesius in ihrem Haus The Priory in Hammersmith, um 1900
Titelblatt des bekanntesten Werkes von Hermann Muthesius
Landhaus Leyes Wood von Norman Shaw, Abbildung aus Das englische Haus
Landhaus Leyes Wood von Norman Shaw, Abbildung aus Das englische Haus
Herrenhaus Schloss Wendgräben (1910-12), heute Konrad-Adenauer-Stiftung
Elena-Klinik in Harleshausen, einem Stadtteil von Kassel. Das Hauptgebäude wurde von Muthesius ursprünglich als Villa gebaut.
renovierte Villa in A-4600 Wels / Oberösterreich, heute Museum
Villa in der Podbielskiallee 42, heute Libysche Botschaft in Berlin
von Muthesius umgebautes Tuteur-Haus in Berlin Mitte
von Muthesius gebaute Villa Pielenz in Heilbronn
Villa Sonneck des Heinrich Irenaeus Quincke in Frankfurt Zeppelinallee

Hermann Muthesius wurde 1861 in Großneuhausen (Provinz Sachsen) als Sohn eines Maurermeisters und Bauunternehmers geboren. Er besuchte bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr die Volksschule, gleichzeitig erhielt er vom örtlichen Pfarrer Sprachenunterricht. Von seinem Vater erlernte Muthesius zunächst das Maurerhandwerk. Anschließend besuchte er nach einem einjährigen Vorbereitungskurs die vier obersten Klassen des Realgymnasiums in Leipzig. Nach Abschluss der Schule nahm er neben seinem einjährigen Militärdienst von 1882–1883 an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin ein Kunstgeschichts- und Philosophiestudium auf, wechselte dann jedoch an die Technische Hochschule, wo er bis 1887 Architektur studierte und dem AV Motiv beitrat. Nebenher arbeitete er bei Paul Wallot, dem Erbauer des Berliner Reichstagsgebäudes.

Nach seinem Studium ging Muthesius als Angestellter des Architekturbüros Ende & Böckmann für dreieinhalb Jahre nach Tokio. Dort entwarf er eine neugotische Kirche für die dortige evangelische Gemeinde. Nach der Rückkehr, die er mit einer viermonatigen Asienreise verband, legte er 1891 seine zweite Hauptprüfung für den Staatsdienst im Hochbau ab. Damit schlug er eine Beamtenlaufbahn ein und wurde zunächst als Regierungsbaumeister in einem ministeriellen Entwurfsbüro tätig – er entwarf dort unter anderem die Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Ein Jahr lang übernahm er stellvertretend die Redaktion bei den halbamtlichen preußischen Zeitschriften Zentralblatt der Bauverwaltung und Zeitschrift für Bauwesen. Nach einer siebenmonatigen Studienreise durch Italien und seiner Heirat mit der Sängerin Anna Trippenbach ging er von 1896 bis 1903 als Technischer- und Kulturattaché an die deutsche Botschaft in London. Dort verfasste er im amtlichen Auftrag zahllose Berichte über englische Architektur, Kunstgewerbeerziehung, Kunsterziehung, Ausstellungen und auch ingenieurtechnische Neuerungen, die überwiegend im Zentralblatt der Bauverwaltung veröffentlicht wurden.

Parallel dazu begann seine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit, die schließlich fast 500 Publikationen umfasste. Neben zahlreichen Artikeln in einschlägigen Kunstzeitschriften veröffentlichte er 1902 die berühmte Streitschrift Stilarchitektur und Baukunst. Dort propagierte er die Überwindung der akademischen (Stil-)Architektur des Historismus zugunsten einer sachlichen und in der Gestaltung an ihrer Funktion orientierten Bauweise. Die zweite Auflage 1903 ergänzte er um eine scharfe Kritik am sog. Jugendstil, den er, wie schon alle im 19. Jahrhundert vorausgegangenen Stile, in Deutschland zwangsläufig in einer vorübergehenden Modewelle enden sah. Muthesius erlangte als Kenner der englischen Reformbewegungen in Kunstgewerbe und Architektur ein besonderes Prestige und wurde in den Jahren zwischen 1904 und 1914 zu einem der gefragtesten Vortragsredner innerhalb der deutschen Bewegungen. Er schuf als Architekt ab 1904 über 100 Häuser und wurde dabei überwiegend durch seine von englischen Vorbildern inspirierten Landhäuser bekannt. Er gehörte damit in Deutschland zu den Initiatoren der sog. Landhausbewegung.

Muthesius wirkte an der Entstehung der nach englischem Vorbild geschaffenen ersten deutschen Gartenstadt Hellerau mit, wo er mehrere Einzelhäuser, aber auch komplette Straßenzüge entwarf. Es gilt als wahrscheinlich, dass sein Umgang mit dem Möbelfabrikanten (Deutsche Werkstätten für Gestaltungskunst Hellerau) und Sozialreformer Karl Schmidt-Hellerau, dem Gründer Helleraus und dem Hauptinitiator des Deutschen Werkbunds, einen wichtigen Einfluss auf die Gründung der Gartenstadt ausübte.

Sein schriftstellerisches Hauptwerk bilden drei in England entstandene Bücher über englische Baukunst, von denen Das englische Haus (1. Auflage 1904, dreibändig) am bekanntesten wurde. Er propagierte darin das (herrschaftliche) englische Wohnhaus als methodisches Vorbild einer sachlichen, aus den Funktionen und dem komfortablen Gebrauch bedingten Formgebung. Die englische Architektur erscheint so als ein Gegenleitbild zur sog. „Stilarchitektur“ in Deutschland, die sich nach Muthesius’ Auffassung allein vom Streben nach einem repräsentativen und „künstlerischen“ Erscheinungsbild leiten lasse und der damit insgesamt etwas Parvenühaftes wie Unechtes anhafte.

Nach seiner Rückkehr aus England erhielt Muthesius einen Ruf an die Technische Hochschule in Darmstadt als Professor für Kunstgeschichte, den er jedoch ablehnte, um als Geheimrat in das Preußische Handelsministerium (Landesgewerbeamt) zu wechseln, wo er bis zu seiner Pensionierung 1926 für die Reform der Kunstgewerbeschulen zuständig war.

Aus einem 1907 gehaltenen Vortrag an der Berliner Handelshochschule entwickelte sich ein Skandal, der als „Fall Muthesius“ berühmt wurde, und nach Protesten des wirtschaftlichen Interessenverbandes des Kunstgewerbes in einer mit Muthesius solidarischen Gegenbewegung die Gründung des Deutschen Werkbundes auslöste. Da Muthesius aus politischen Gründen und Rücksichten auf sein Ministerium der Gründungsversammlung zunächst fernbleiben musste, wurde er erst 1908 als Mitglied in den Vorstand gewählt. Er hatte von 1910 bis 1916 dort das Amt des zweiten Vorsitzenden inne und nahm in dieser Funktion maßgeblichen Einfluss auf die ideologische Ausrichtung des Werkbundes bis 1914. Mit seiner organisatorischen Einflussnahme auf die Kölner Werkbundausstellung von 1914, als auch seinem Vortrag auf der dortigen Werkbundtagung unter dem Titel Die Werkbundarbeit der Zukunft entfachte er einen Proteststurm der Künstler. Die später als sog. "Typenstreit" berühmt gewordene Debatte über diesen Vortrag brachte den Werkbund an den Rand einer Spaltung. Neben einer unmittelbaren Konfrontation mit Henry van de Velde gab es hinter den Kulissen auch Auseinandersetzungen mit dem späteren Begründer des Bauhauses, Walter Gropius, der sich vergeblich um die Absetzung von Muthesius bemühte.

Nach dem Krieg hat Muthesius zwar noch eine große Zahl von Häusern gebaut und einige Ratgeber zum Haus- und Siedlungsbau veröffentlicht, war aber in Anbetracht der neueren Entwicklungen der Architektur (Stichworte: Bauhaus, Weißenhofsiedlung, Neue Sachlichkeit) zum außenstehenden Beobachter geworden. Muthesius verunglückte im Oktober 1927 tödlich bei der Besichtigung einer Baustelle in Berlin Steglitz durch einen Straßenbahnunfall.

Theorie und Rezeption[Bearbeiten]

In der späteren Rezeptionsliteratur und zahlreichen Darstellungen zur Geschichte der sog. modernen Architektur (etwa bei Julius Posener) gilt Muthesius als Vater des sog. Funktionalismus. Diese, aus der Funktionalismusdebatte der 60er Jahre, inspirierte Sichtweise ist insofern problematisch, als dieser Begriff sich in Muthesius' Schriften an keiner Stelle findet.

Muthesius' Reformideen sind eher im Zusammenhang mit Begriffen wie Kultur, Stil und Sachlichkeit zu verstehen und aus einer Ablehnung der akademischen Stilüberlieferung wie auch jener zeitgenössischen Strömungen, die von ihm als Jugendstil bezeichnet werden.

„Kultur“ wird von Muthesius, im Sinne von Friedrich Nietzsches Kulturkritik, vor allem als „die Einheit des künstlerischen Stils in allen Lebensäußerungen eines Volkes“ aufgefasst. In solcher Perspektive erscheint das kunsthistorische „Stilphänomen“ bei Muthesius als eine besondere Form des kultivierten kollektiven Selbstausdrucks, womit zugleich das Fehlen einer solchen verbindlichen Form des Selbstausdrucks im seinerzeit herrschenden Stilpluralismus des Historismus als schwerwiegendes Defizit an eigener wie nationaler Kultiviertheit aufgefasst wird. Folglich wird jede Suche nach dem sog. „modernen Stil“ oder dem Stil „unserer eigenen Zeit“ gleichermaßen zum Auftrag einer nationalen kollektiven Selbstschöpfung wie auch Identitätsgebung.

Bei der damit verbundenen Suche nach der Geschlossenheit eines einheitlich geltenden Stils sah Muthesius keine Möglichkeit in der Fortsetzung der akademischen Stildebatten des 19. Jahrhunderts, etwa in einer Parteinahme für einen bestimmten historischen Stil, sondern erblickte die Lösung einzig in einem zu erneuernden Anspruch auf (kollektive) Authentizität und authentischen Selbstausdruck im Sinne der historischen Einmaligkeit eines jeden (echten) Epochenstils für die jeweilige „Kultur“ eines „Volkes“. Die wichtigste Ausgangsfrage für die Gewinnung des wahrhaft eigenen Stils war daher die Frage nach dem, was für die eigene Kultur besonders charakteristisch oder – in der Perspektive romantischer Ursprungsbezogenheit – wirklich wesenhaft sei.

Die programmatische Antwort, die Muthesius dazu gibt, lautet „Sachlichkeit“: Je mehr sich Kunstgewerbe und Architektur zur Sachlichkeit in ihren Gestaltungen durchringen werden, umso deutlicher werde sich in ihren Schöpfungen das kulturell Wesenstypische der eigenen, der modernen Zeit abbilden, und umso eher werde man auch eines Tages zu einem wahrhaft modernen Stil gelangen. Ein solcher (Sachlichkeits-)Stil werde auch – im Unterschied zu allen mehr oder weniger bloß individuellen oder bloß modisch-künstlerischen Innovation der zeitgenössischen Jugendstilkünstler – von wirklich epochaler Dauerhaftigkeit sein. Um die Sachlichkeit als alles übergreifendes Wesensmerkmal der eigenen Kultur zu begründen, verweist Muthesius auf den unaufhaltsam alle Lebensbereiche durchdringenden technischen Fortschritt, den er im Gegensatz zu den englischen Reformern William Morris und John Ruskin ausdrücklich begrüßt. Zu diesem Fortschritt rechnet Muthesius auch die das (Kunst-)Handwerk zunehmend verdrängende industrielle Produktionsweise, weshalb er die Zusammenarbeit von Künstlern mit der Industrie schließlich zur Gründungsidee des Deutschen Werkbundes macht.

Die Bedeutung von Muthesius für die sog. moderne Architektur des 20. Jahrhunderts wird bis heute unterschätzt, weil in zahlreichen Publikationen zur Geschichte der modernen Architektur allein das Bauhaus und die Reformbewegungen der 20er Jahre in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit gerückt wurden und dabei in vielen Fällen die ganz unmittelbare ideengeschichtliche Kontinuität etwa zum Werkbund vor dem Ersten Weltkrieg übersehen oder gar verschwiegen wurde. Die Ursache dafür ist nicht zuletzt darin zu suchen, dass Muthesius spätestens nach dem großen Werkbundstreit in Köln bei vielen Zeitgenossen und Protagonisten der sog. „modernen Architektur“ in der Rolle des autoritären preußischen Beamten gesehen wurde. Im Zuge des ideellen Aufbruchswillens nach dem Ersten Weltkrieg wurde er fast zu einer Art Persona non grata (etwa bei Walter Curt Behrendt oder Walter Gropius), weil er das in der Öffentlichkeit lancierte Bild der radikalen Erneuerung zu desavouieren drohte, weshalb man seinen Namen im Unterschied etwa zu Henry van de Velde oft ganz bewusst nicht mehr erwähnte.

Eine Ausnahme bildete der Architekturhistoriker Julius Posener, der sich zeitlebens in seinen emphatischen Darstellungen zur Architektur von Muthesius um eine Würdigung von dessen Werk bemühte. Auch die frühere Fachhochschule für Kunst und Gestaltung in Kiel nennt sich seit ihrer Erhebung zur Kunsthochschule 2005 in Würdigung seines Werkes Muthesius Kunsthochschule.

Haus Muthesius - Beispiel aus dem Werk des Architekten Muthesius[Bearbeiten]

Das „Haus Muthesius“ ist das Privathaus von Hermann Muthesius. Es wurde 1906 errichtet und 1909 mit einem Anbau erweitert. Es steht an der Potsdamer Chaussee 49. Der Hof wurde später teilweise abgerissen und auf dem Grundstück in den 60er Jahren ein sechsgeschossiger Miethausbau errichtet.

Muthesius hat sein Haus als „Landhaus“ bezeichnet. Es ist eine Art Übertragung dessen, was ihm am englischen (Herren-)Haus so sehr imponiert hat auf die (groß-)bürgerlichen deutschen Verhältnisse, wobei Muthesius das Wort „Verhältnisse“ lieber durch den bedeutungsvolleren Begriff „Kultur“ ersetzt hätte, so wie er auch stets von „Wohnkultur“ gesprochen hat. Wir würden das Haus umgangssprachlich heute als eine „Vorstadtvilla“ klassifizieren oder gar vom „vorstädtischen Wohnen im Grünen“ sprechen, da es in der unmittelbaren Umgebung der Großstadt Berlin steht. Das Haus ist ein typisches Beispiel von zahlreichen weiteren Häusern dieser Art, die der Architekt Muthesius für seine wohlhabenden Bauherrn entworfen hat.

Es demonstriert zugleich Muthesius’ Auffassung von einer „sachlichen“ Architektur, wie er sie bereits in seinen Schriften der „Stilmacherei“ des zeitgenössischen repräsentativen Berliner Historismus und der Baukunst des Jugendstils polemisch gegenübergestellt hatte. Besonderes wichtig war ihm die Entwicklung des Baukörpers aus dem Grundriss, insbesondere aus der mit der Grundrissgestaltung verknüpften Vorstellung des innenräumlichen Gebrauchs. Diese Vorgehensweise stellte Muthesius in einen programmatischen Gegensatz zum vorrangigen Streben seiner Zeitgenossen nach einer besonderen künstlerischen Wirkung und dadurch bedingten Abstrichen an Komfort und alltäglicher Brauchbarkeit. Diese Auffassung von Architektur wurde von den späteren Theoretikern und Protagonisten der sog. „modernen“ Architektur als Funktionalismus bezeichnet. Doch in Anbetracht dessen, was Muthesius eigentlich anstrebte, ist dieses Etikett für seine Häuser eine äußerst reduktionische Beschreibung. Muthesius verwendete in seinen emphatischen Baubeschreibungen englischer (Wohn-)Häuser Begriffe wie: Komfort, Bequemlichkeit, Sachlichkeit, Gediegenheit, Verfeinerung, vornehme Zurückhaltung, Wohnlichkeit und Gemütlichkeit und erstrebt derartige Qualitäten selbstredend auch für seine eigenen Bauten. Man kann zwar sagen, dass der Gebrauch für ihn das zentrale Thema seiner Architektur war. Doch unter Gebrauch verstand er weitaus mehr Qualitäten als einen primitiven Pragmatismus oder bloßen Utilitarismus, mit der entsprechend kruden Auffassung von den Funktionen eines Hauses, wie sie schließlich in den 60er Jahren, im Zeitalter des „real existierenden Funktionalismus“, zum Inbegriff modernen Bauens wurde.

Arbeiten und Entwürfe[Bearbeiten]

  • 1906–1907: Einfamilien-Landhaus für Ministerialdirektor Heinrich Jacob Neuhaus in Berlin-Dahlem, Bernadottestraße 56/58[1]
  • 1907–1908: Einfamilienhaus Haus Freudenberg in Berlin-Nikolassee, Potsdamer Chaussee 48 (Ausführung durch Joseph Fraenkel)[2]
  • 1910–1911: Einfamilien-Landhaus für Kommerzienrat Kurt Klamroth (heute Parkhotel Unter den Linden) in Halberstadt, Klamrothstraße 2 (1992/1993 nach den originalen Plänen restauriert)
  • 1911–1912: Villa Simson als Witwensitz der Jeanette Simson am Fuße des Suhler Domberges
  • 1912–1913: Einfamilien- und Landhaus für dem Getreidehändler Hans Cramer in Berlin-Dahlem, Pacelliallee 18 / Im Dol
Das Gebäude verfiel nach einer Gasexplosion in den 1950er Jahren zu einer Ruine und wurde durch den Einsatz des Architekturhistorikers Julius Posener vor dem Abbruch gerettet und in den 1970er Jahren in Teilen rekonstruiert, es wird seitdem von der Stanford University genutzt.[3]
  • 1913: Umbau des Damenmodehauses Kersten & Tuteur in Berlin-Mitte, Leipziger Straße 36 / Charlottenstraße 24[4]
  • 1914-1915: Mittelhof, Kirchweg 33, Berlin Dahlem, seit 1997 vom Zentrum Moderner Orient genutzt
  • 1917–1918: Garten zum Landhaus von Hans Bredow in Berlin-Dahlem, Miquelstraße 92 (gemeinsam mit dem Gartenarchitekten Willy Lange (1864-1941)[5])
  • 1921–1922: Erweiterungsbauten für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Faserstoffchemie in Berlin-Dahlem, Faradayweg 16[6]
  • 1927: Einfamilienhaus für Major Wolf Pabst von Ohain in Berlin-Dahlem, Im Gehege 9[7]

Schriften von Muthesius - Auswahl aus ca. 500 Publikationen[Bearbeiten]

  • Architektonische Zeitbetrachtungen: Ein Umblick an der Jahrhundertwende. Festrede, gehalten im Architekten-Verein zu Berlin zum Schinkelfest am 13. März 1900. Berlin 1900.
  •  »Kunst und Maschine«. Dekorative Kunst 1902. 141-147.
  • Stilarchitektur und Baukunst: Wandlungen der Architektur im 19. Jahrhundert und ihr heutiger Standpunkt. Mülheim-Ruhr 1902.Digitalisierte Ausgabe
  • Stilarchitektur und Baukunst: Wandlungen der Architektur und der gewerblichen Künste im 19. Jahrhundert und ihr heutiger Standpunkt. 2. stark vermehrte Aufl., Mülheim-Ruhr 1903.
  • Kultur und Kunst: Gesammelte Aufsätze über künstlerische Fragen der Gegenwart. Jena und Leipzig 1904.
  • Das englische Haus: Entwicklung, Bedingungen, Anlage, Aufbau, Einrichtung und Innenraum. in 3 Bdn., Berlin 1904-1905 Digitalisierte Ausgabe
  • Das englische Haus: Entwicklung, Bedingungen, Anlage, Aufbau, Einrichtung und Innenraum. Bd. 1-3. 1. Aufl. Berlin 1904-1905. (Nachdruck der 2. Auflage vom Gebr. Mann Verlag Berlin: 1999. ISBN 3786118531)
  •  »Die Bedeutung des Kunstgewerbes«. Eröffnungsrede zu den Vorlesungen über modernes Kunstgewerbe an der Handelshochschule in Berlin«. Dekorative Kunst 1907.177-192.
  • Landhaus und Garten: Beispiele neuzeitlicher Landhäuser nebst Grundrissen, Innenräumen und Gärten. 1 Aufl. München 1907. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (siehe zu diesem Thema auch die Neuausgabe des Gebr. Mann Verlages: Muthesius, Hermann. Landhäuser. Berlin: 2001. ISBN 3786122970 )
  • Kunstgewerbe und Architektur. Jena 1907.
  • Wirtschaftsformen und Kunstgewerbe: Vortrag, gehalten am 30. Januar 1908 in der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft in Berlin. Berlin 1908. Digitalisierte Ausgabe
  • Die Einheit der Architektur: Betrachtungen über Baukunst, Ingenieurbau und Kunstgewerbe. Vortrag, gehalten am 13. Februar 1908 im Verein für Kunst in Berlin. Berlin 1908.
  •  »Die ästhetische Ausbildung unserer Ingenieurbauten«. Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure. 1909. Bd. 53: 1211-1217.
  •  »Wo stehen wir?«, Vortrag, gehalten auf der Jahresversammlung des Deutschen Werkbundes in Dresden 1911. Die Durchgeistigung der deutschen Arbeit. Wege und Ziele in Zusammenhang von Industrie, Handwerk und Kunst. Jena 1912. 11-12.
  • Die Werkbundarbeit der Zukunft und Ansprache darüber v. Ferdinand Avenarius u.a.; Friedrich Naumann, Werkbund und Weltwirtschaft; Der Werkbund-Gedanke in den germanischen Ländern, Jena 1914. (Anmerkung: Hier findet sich die als "Typenstreit" berühmt gewordene Werkbunddebatte, unter anderem auch mit den Beiträgen von Henry van de Velde, Peter Behrens und Bruno Taut.)
  • Wie baue ich mein Haus? 1. Aufl. München 1915.
  • Kleinhaus und Kleinsiedlung. 1. Aufl. München 1918.
  •  »Die Suggestion der Form«. Dekorative Kunst 1924. 94-96.
  •  »Die letzten Worte eines Meisters: Die neue Bauweise«. Berliner Tageblatt 1927. Nr. 512. 1. Beiblatt.

Literatur[Bearbeiten]

Biographisches
Zu den Schriften von Muthesius
  •  Fedor Roth: Hermann Muthesius und die Idee der harmonischen Kultur. Kultur als Einheit des künstlerischen Stils in allen Lebensäußerungen eines Volkes. Gebr. Mann, Berlin 2001, ISBN 3-7861-2330-6 (Enthält ein umfängliches Verzeichnis der Schriften von Muthesius).
  •  Fedor Roth: Hermann Muthesius, die harmonische Kultur, der modernen Stil und die Sachlichkeit. In: Yuko Ikeda (Hrsg.): Vom Sofakissen zum Städtebau: Hermann Muthesius und der deutsche Werkbund. Modernes Design in Deutschland 1900-1927. ISBN 4-87642-165-X, S. 28–41 (Japanisch) u. 374–383 (Deutsch) (Katalogbeitrag zur Ausstellung Hermann Muthesius und Deutscher Werkbund: Modernes Design in Deutschland 1900-1927. 2. November 2002–23. Dezember 2002: The National Museum of Modern Art, Kyoto und Tokyo, 17. Januar - 2. März 2003).
  •  Frederic J. Schwartz: The Werkbund. Design and Theory & Mass Culture before the First Word War. Yale University Press, New Haven/London 1996 (Allgemein zu den Theoriedebatten im Umfeld des Werkbundes).
  •  Werkbund-Archiv (Hrsg.): Hermann Muthesius im Werkbundarchiv. Berlin 1990 (Ausstellungskatalog).
  •  Werkbundarchiv - Museum der Dinge, Renate Flagmeier, Fabian Ludovico (Hrsg.): Schreiben & Bauen. Der Nachlass von Hermann Muthesius im Werkbundarchiv - Museum der Dinge. Berlin 2012, ISBN 978-3-943773-01-9 (Schaukasten 2).
Zum architektonischen Werk von Muthesius
  •  Julius Posener: Berlin auf dem Weg zu einer neuen Architektur. Das Zeitalter Wilhelms II.. Prestel, München 1979, ISBN 3-7913-1476-9.
  •  Deutscher Werkbund, Akademie der Künste Berlin (Hrsg.): Hermann Muthesius 1861-1927. Ausstellung in der Akademie der Künste 11. Dez. 1977- 22. Jan. 1978. (Ausstellungskatalog. Enthält ein ausführliches illustriertes und kommentiertes Verzeichnis zu 105 Bauten von Muthesius und auch ein Verzeichnis seiner Schriften).
  •  Uwe Schneider: Hermann Muthesius und die Reformdiskussion in der Gartenarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts. Werner, Worms 2000, ISBN 3-88462-165-3 (Grüne Reihe; 21).
  •  Laurent Stalder: Hermann Muthesius (1861–1927). Das Landhaus als kulturgeschichtlicher Entwurf. gta Verlag, Zuerich 2008, ISBN 978-3-85676-219-3.
  •  Piergiacomo Bucciarelli: Le ville berlinesi di Hermann Muthesius. Gangemi Editore, Rom 2011, ISBN 978-88-492-2131-2.
  •  deutsche Ausgabe: Piergiacomo Bucciarelli: Die Berliner Villen von Hermann Muthesius. Vice Versa Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-932809-69-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Muthesius – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, abgerufen am 10. November 2012
  2. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, 1907–1908: Einfamilienhaus "Haus Freudenberg", abgerufen am 10. November 2012
  3. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, abgerufen am 10. November 2012
  4. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, 1913: Damenmodehaus Kersten & Tuteur, abgerufen am 10. November 2012
  5. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, abgerufen am 10. November 2012
  6. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, abgerufen am 10. November 2012
  7. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, abgerufen am 10. November 2012