Hermann Schäfer (Historiker)

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Hermann Schäfer (* 29. Dezember 1942 in Wittlich) ist ein deutscher Historiker und der Gründungspräsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Stiftung hatte Bundeskanzler Helmut Kohl 1982 in Bonn initiiert. [1] Das Museum zur deutschen Zeitgeschichte seit 1945 ist mit 850.000 Besuchern jährlich eines der meistbesuchten Museen in der Bundesrepublik. [2]

Leben[Bearbeiten]

Schäfer studierte u. a. Geschichte und Anglistik in Frankfurt, Bonn und Freiburg. Als Student wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindungen Westmark-Bonn und Germania-Hohentwiel in Freiburg, beide im KV. 1977 wurde er in Freiburg promoviert, 1986 habilitierte er sich mit einer wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Arbeit. Er ist außerplanmäßiger Professor an der Universität Freiburg und Honorarprofessor an der Universität Karlsruhe.

Schäfer übernahm 1987 das Amt des Gründungsdirektors der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In seine Amtszeit fielen die Eröffnung des Hauses der Geschichte 1994 in Bonn und die Eröffnung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig 1999. Das Haus der Geschichte erhielt bereits 1995 den Museumspreis des Europarats, zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten vor allem in seiner rund 20-jährigen Amtszeit. Schäfer ist seit 1. Februar 2006 als Ministerialdirektor Leiter der Abteilung Kultur und Medien im Bundeskanzleramt und damit Vize-Kulturstaatsminister. Zum Jahresende 2007 ging Schäfer in den Ruhestand. Seitdem ist er unabhängiger Berater für Museen, Kultur und Politik. Seit dem 19. Januar 2009 ist Schäfer Mitglied im Vorstand der Peter Tamm sen. Stiftung und in dieser Funktion wissenschaftlicher Leiter des Internationalen Maritimen Museums Hamburg. Wegen Differenzen über Sammlungspräsentation und inhaltliche Ausrichtung des Museums mit dem Stiftungsgründer wurde im August 2009 bekannt gegeben, dass Schäfer dieses Amt nur bis Ende 2009 bekleiden wird.[3]

Am 25. August 2006 hatte Schäfer zu Beginn des den Opfern des KZ Buchenwald gewidmeten Konzerts „Gedenken Buchenwald“ in Weimar vor allem über Vertreibung und Flucht der Deutschen gesprochen, ohne auf die Opfer des KZs einzugehen. Mit „Aufhören“-Rufen zwangen Zuhörer zum Abbruch seines Grußwortes. Mit seiner Rede habe er dem Ansehen Deutschlands geschadet, sagte der damalige Oppositionspolitiker Wolfgang Thierse (SPD). Schäfer entschuldigte sich für den Eklat. Er habe diesen allerdings „nicht zu vertreten“ und verwies auf das Einladungsschreiben, in dem er um „Reflexionen“ zu „Flucht und Vertreibung“ gebeten worden war.[4]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Regierungserklärung Helmut Kohl vom 13. Oktober 1982
  2. Pressemitteilung der Stiftung vom 15. Januar 2009, zitiert im Bonner General-Anzeiger, 16. Januar 2009, S. 14.
  3. Schäfer verlässt das Maritime Museum. In: Hamburger Abendblatt vom 12. August 2009.
  4. Schäfer-Affäre. NS-Gedenkstätten sollen zum Vertriebenentag flaggen. In: Spiegel Online vom 29. August 2006.

Weblinks[Bearbeiten]