Hermann Schaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hermann Schaus (2013)

Hermann Schaus (* 28. Mai 1955 in Worms) ist ein deutscher Politiker (Die Linke) und Abgeordneter des Hessischen Landtags.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Schaus ist hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär für die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, zuletzt als Geschäftsführer im Bezirk Südhessen. Er ist gelernter Kfz-Mechaniker und studierter Diplom-Verwaltungswirt (FH). Schaus lebt in Neu-Anspach; er ist evangelischer Konfession, verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik[Bearbeiten]

Schaus war 1972 bis 1993 Mitglied der SPD und trat dort aufgrund des Asylkompromisses und des Großen Lauschangriffs aus. 2001 gründete er eine Regionalgruppe Hochtaunus von Attac. 2004 war er an der Gründung der WASG beteiligt, Mitglied im hessischen Landesvorstand der WASG-Hessen und dort bis Herbst 2006 Landespressesprecher. Heute ist er Mitglied des Landesvorstandes der Partei „Die Linke“.

Schaus war 2006 bis 2011 Kreistagsabgeordneter im Hochtaunuskreis. Bei den hessischen Landtagswahlen 2008, 2009 und 2013 wurde er jeweils über die Landesliste in den Landtag gewählt. In der 17. Wahlperiode, die nur von April bis November 2008 dauerte, war er Vizepräsident des Landtags. Im Hessischen Landtag ist er u.a. Mitglied im Ältestenrat und im Innenausschuss.

Schaus stellte für seine Fraktion die von der Fraktion in Auftrag gegebene Studie Braunes Erbe – NS-Vergangenheit Hessischer Landtagsabgeordneter der 1. bis 11. Legislaturperiode des Autors Hans-Peter Klausch vor.[1] Die große öffentliche Resonanz auf diese Veröffentlichung veranlasste den Landtag dazu, eine weitere Studie, unter Einbeziehung der Mitglieder der beiden hessischen Vorparlamente von 1946, bei der Historischen Kommission des Hessischen Landtags in Auftrag zu geben. Diese im Februar 2013 vorgelegte Studie bestätigte die Untersuchung von Dr. Klausch und fand insgesamt 92 NSDAP-Mitglieder unter den 403 ehemaligen Landtagsabgeordneten, sowie zahlreiche weitere Mitgliedschaften bei SA und SS.[2]

Über Hessen hinaus bekannt wurde Schaus durch Berichte, dass er über die vier SPD-Landtagsabgeordneten, die einen Tag vor der geplanten parlamentarischen Wahl zur Ministerpräsidentin Hessens am 4. November 2008, Andrea Ypsilanti die Unterstützung unter Mitwirkung von Abgeordneten der Linken verweigerten, in Anspielung an die gleichlautende Aussage des ehemaligen Frankfurter SPD-Oberbürgermeisters Andreas von Schoeler aus dem Jahre 1993[3], in einer Reaktion „Solche hinterlistigen Schweine“ äußerte, wofür er sich jedoch bei den vier Abgeordneten später entschuldigte.[4]

Bei der Landtagswahl in Hessen 2013 trat er im Wahlkreis Hochtaunus I an. Hier unterlag er gegen Holger Bellino. Ihm gelang jedoch der Wiedereinzug in den Landtag über ein Listenplatz der Partei.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hans-Peter Klausch, Fraktion Die Linke im hessischen Landtag (Hrsg.): Braunes Erbe. NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.–11. Wahlperiode (1946–1987). Oldenburg/Wiesbaden 2011 (PDF 4,02MB).
  2. Dr. Albrecht Kirschner / Hessischer Landtag: Abschlussbericht zur Vorstudie „NS-Vergangenheit ehemaliger hessischer Landtagsabgeordneter“ (PDF)
  3. Die Welt vom 7. Juni 1995, fr-online vom 6. November 2008
  4. dpa Linken-Abgeordneter Schaus entschuldigt sich für „Schweine“-Zitat, 4. November 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Schaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien