Hermann Usener

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Fotografie von Hermann Usener (1901)
Grabmal Hermann Usener auf dem Alten Friedhof Bonn

Hermann Carl Usener (* 23. Oktober 1834 in Weilburg; † 21. Oktober 1905 in Bonn) war ein deutscher klassischer Philologe und Religionswissenschaftler.

Usener studierte seit 1853 in Heidelberg, München, Göttingen und Bonn, wo er 1857/58 mit einer Dissertation Analecta Theophrastea promoviert wurde. Von 1858 bis 1861 war er Lehrer am Joachimsthalschen Gymnasium zu Berlin. Am 7. Mai 1861 wurde Usener außerordentlicher Professor an der Universität und der Kantonsschule in Bern, zum Sommersemester 1863 ordentlicher Professor in Greifswald. Zum Sommersemester 1866 wechselte er als Nachfolger Friedrich Wilhelm Ritschls an die Universität Bonn, wo er bis zu seiner Emeritierung am 13. Juni 1902 blieb. Zusammen mit Franz Bücheler machte er die Universität Bonn zu einem Zentrum der damaligen klassischen Philologie. 1874/75 war er Dekan, 1882/83 Rektor.

Usener war seit 1866 mit Lily Dilthey verheiratet, einer Schwester des Philosophen Wilhelm Dilthey und des Archäologen Karl Dilthey. Sein Schwiegersohn war der Altphilologe Albrecht Dieterich.

Schriften [Bearbeiten]

  • Alexandri Aphrodisiensis problematorum lib. III. et IV. (Berlin 1859),
  • Scholia in Lucani bellum civile (Leipzig. 1869, Bd. 1),
  • Anecdoton Holderi (Bonn 1877),
  • Legenden der Pelagia (Bonn 1879),
  • De Stephano Alexandrino (Bonn 1880),
  • Acta S. Marinae et S. Christophori (Bonn 1886),
  • Altgriechischer Versbau (Bonn 1887),
  • Epicurea (Leipzig 1887) und zahlreiche Beiträge zum Rheinischen Museum.
  • Das Weihnachtsfest. Religionsgeschichtliche Untersuchungen. Erster Teil. Kapitel I bis III, 3. Auflage 1969, Bonn, Bouvier

Auch gab er Karl Ludwig Kaysers Homerische Abhandlungen (Leipzig 1881) heraus und Jakob BernaysGesammelte Abhandlungen.

Literatur [Bearbeiten]

  • Günter Bader: Hermann Usener (1834–1905). In: Reinhard Schmidt-Rost et al. (Hrsg.): Theologie als Vermittlung. Bonner evangelische Theologen des 19. Jahrhunderts im Portrait. CMZ, Rheinbach 2003, ISBN 3-87062-061-7, S. 148–158.
  • Michael Espagne, Pascale Rabault-Feuerhahn (Hrsg.): Hermann Usener und die Metamorphosen der Philologie (= Kultur- und sozialwissenschaftliche Studien. Bd. 7). Harrassowitz, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-447-06452-1
  • Roland Kany: Mnemosyne als Programm. Geschichte, Erinnerung und die Andacht zum Unbedeutenden im Werk von Usener, Warburg und Benjamin. Niemeyer, Tübingen 1987, ISBN 3-484-18093-5, S. 11–128.
  • Josef Niesen: Hermann Usener. In: Ders.: Bonner Personenlexikon. 2. Auflage. Bouvier, Bonn 2008, ISBN 978-3-416-03180-6.
  • Renate Schlesier: „Arbeiter in Useners Weinberg.“ Anthropologie und Antike Religionsgeschichte in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg. In: Hellmut Flashar (Hrsg.): Altertumswissenschaft in den 20er Jahren. Neue Fragen und Impulse. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-515-06569-5.
  • Eduard Schwartz: Rede auf Hermann Usener. Gehalten in der öffentlichen Sitzung der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen am 5. Mai 1906. Weidmann, Berlin 1906 (online).
  • Klaus-Gunther WesselingUsener, Hermann Carl. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 12, Bautz, Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9, Sp. 965–979.
  • Antje Wessels: Ursprungszauber : zur Rezeption von Hermann Useners Lehre von der religiösen Begriffsbildung. de Gruyter, Berlin - New York 2003, ISBN 3-11-017787-0

Weblinks [Bearbeiten]

 Wikisource: Hermann Usener – Quellen und Volltexte