Hermann Blankenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Relief Blankensteins vor dem Bezirksamt Prenzlauer Berg
Fassade Markthalle VII, 1888

Hermann Blankenstein (* 10. Januar 1829 in Grafenbrück bei Finowfurt, Landkreis Niederbarnim; † 6. März 1910 in Berlin; vollständiger Name: Hermann Wilhelm Albert Blankenstein) war ein deutscher Architekt und Baubeamter, der als Stadtbaurat in Berlin viele wichtige öffentliche Gebäude und unter anderem 120 Schulbauten geplant hat.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Blankenstein wurde am 10. Januar 1829 als Sohn eines Wasserbauinspektors geboren. Nach dem Militärdienst begann er 1849 das Studium an der Berliner Bauakademie. 1851 legte er die Prüfung als Bauführer ab und unterstützte 1851/1852 Wilhelm Salzenberg bei der zeichnerischen Aufbereitung seiner Bauaufnahme der Hagia Sofia. In den Jahren 1854–1856 setze er sein Studium an der Bauakademie fort und schloss es mit der Landbaumeisterprüfung ab. Anschließend arbeitete er zunächst an der Berliner Militär-Baukommission und wurde dann als Regierungsbaumeister nach Stettin versetzt.

Nach der Prüfung 1862 als Wasser-, Wege und Eisenbaumeister wurde er 1863 nach Stargard in Pommern versetzt. Auf Empfehlung von Friedrich Adler kam er in 1865 zurück an die Ministerial-Baukommission in Berlin. Zwischen 1866 und 1872 lehrte er im Nebenamt an der Bauakademie.

Von 1872 bis 1896 war Blankenstein als Stadtbaurat Leiter der Berliner Hochbauverwaltung. Sein erster Bau in Berlin war 1857 die Evangelisch-Lutherische Kirche Berlin, eine bis heute gottesdienstlich genutzte Kirche der Altlutheraner. Blankenstein renovierte im Auftrag der Stadt die Nikolaikirche und die Marienkirche und unter seiner maßgeblichen Mitwirkung und Leitung entstanden vor allem Schulen und Markthallen. Doch für eine Gesamtbausumme von 110 Millionen Mark wurden auch die folgenden städtischen Einrichtungen errichtet:

Diese Ziegelbauten in einer einfachen und strengen Art mit dem stereotypen Terrakottaschmuck waren durch die Bänderung von gelben und roten Ziegelsteinen gekennzeichnet. In einer Bauzeitung des Jahres 1900 heißt es dazu:[1]

„...sie trugen in ihrem starr durchgeführten Ziegelstil eine städtische Livree oder Uniform, die in den siebziger Jahren, im Epigonenzeitalter, dem herrschenden Geschmack entgegenkam. Architektonisch wurde an den Blankensteinschen Bauten wenig gewagt, dieselben Gedanken und Formen gingen von einem Bau zum andern über, es erscheint nichts aufdringlich und verletzend an ihnen, sie führen ein bescheidenes und still zurückhaltendes Dasein. Das Kunsthandwerk wurde dabei nur wenig gepflegt.“

Als Blankenstein 1896 aus dem Dienst schied, ehrte ihn Berlin mit dem Titel eines Stadtältesten. Das Familiengrab, mittlerweile städtisches Ehrengrab, befindet sich auf dem Jerusalems- und Neue Kirche Friedhof I in der Abteilung 2/2 an der Zossener Straße in Kreuzberg. Dort ruht unter anderem auch sein jüngster Sohn Paul Blankenstein, der als beigeordneter Bürgermeister a.D. von Schöneberg ebenfalls den Stadtältestentitel erhielt. Ein lebensgroßes Ölgemälde Hermann Blankensteins, geschaffen vom ältesten Sohn Otto Blankenstein, gelangte 1954 durch Schenkung in den Besitz des (West-) Berliner Senats.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts sind zwei Straßen nach Hermann Blankenstein benannt: der Blankensteinweg in Spandau und die Hermann-Blankenstein-Straße in Prenzlauer Berg auf dem Gelände des ehemaligen Zentralvieh- und Schlachthofes. Eine Gedenktafel für Blankenstein befindet sich vor dem von ihm entworfenen „Hospital und Siechenhaus“ in der Prenzlauer Allee, in dessen Gebäude seit den 2010er Jahren das Bezirksamt Pankow mit eininge Abteilungen und dem Archiv untergebracht ist.

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

Städtisches Arbeitshaus Rummelsburg im Sommer 2006

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Klinkott: Hermann Blankenstein. In: Wolfgang Ribbe, Wolfgang Schäche (Hrsg.): Baumeister. Architekten. Stadtplaner. Biographien zur baulichen Entwicklung Berlins. Stappverlag, Berlin 1987, ISBN 3-87776-210-7, S. 235–256.
  • Uwe Michas: Hermann Blankenstein, der vergessene Baumeister. In: Die Mark Brandenburg, Heft 76, Berlin 2010, ISBN 978-3-910134-10-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Blankenstein – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die neuen Hochbauten der Stadt Berlin. In:Berliner Architekturwelt 1900.