Hermann von Dechend

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Hermann von Dechend

Hermann Friedrich Alexander Dechend, ab 1865 von Dechend, (* 2. April 1814 in Marienwerder, Westpreußen; † 30. April 1890 in Berlin), war der erste Präsident der Reichsbank, kaiserlich deutscher Wirklicher Geheimrat und Mitglied des preußischen Staatsrats.

Familie[Bearbeiten]

Dechend war der Sohn des Rechtsanwalts Theodor Dechend in Marienwerder. Er heiratete Adelgunde Wilke (* 20. November 1823 in Berlin; † 1915). Seine Tochter Susanne (1859–1929) heiratete 1884 in Berlin den späteren General der Infanterie Hugo von Kathen (1855–1932).

Aufgrund seiner Verdienste wurde Dechend am 12. Juni 1865 in den preußischen Adelsstand erhoben.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Kameralwissenschaft an den Universitäten Berlin und Bonn arbeitete Dechend zunächst am Land- und Stadtgericht, dann am Oberlandesgericht in Marienwerder, ab 1837 als Regierungsreferendar. 1841 wurde er Regierungsassessor und machte 1844/45 eine technisch-gewerbliche Ausbildung in Berlin. 1846 war er in Westfalen bei der Regierung in Arnsberg und 1847 in Münster tätig. 1848 kam er an die Hauptbank, doch bald danach wurde ihm die Leitung der „Preußischen Darlehenskasse“ übertragen. 1849 wurde er Regierungsrat im Handelsministerium. Von 1851 an war er Mitglied im Hauptbankdirektorium der „Preußischen Bank“. 1853 wurde er Geheimer Oberfinanzrat. 1863 stieg er zum Vizepräsidenten und schließlich 1864 zum Präsidenten der Preußischen Bank auf. Das Präsidentenamt hatte er bis 1875 inne. Nach der Reichsgründung war Dechend in den Jahren von 1876 bis 1890 erster Präsident der neu gegründeten Deutschen Reichsbank, die die Organisation der Preußischen Bank zur Schaffung einer Zentralbank übernahm.

Die Preußische Bank verdankte Dechend im Wesentlichen ihre Entwicklung von einer einfachen Notenbank zu einer der führenden Zentralbanken Europas. Somit war Herrmann von Dechend wesentlich daran beteiligt, die organisatorischen Voraussetzungen für die später aus der Preußischen Bank entstandene Reichsbank zu schaffen. Die Banknoten der Preußischen Bank von 1867 bis 1874 sowie die deutschen Reichsbanknoten von 1876 bis 1884 tragen Dechends Unterschrift.

Von 1867 bis 1869 war Dechend als Abgeordneter der Reichs- und Freikonservativen Partei (RFKP) Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, und von 1872 bis zu seinem Tod (1890) war er Mitglied des Preußischen Herrenhauses. 1884 wurde er Mitglied des Staatsrats. Seit 1877 war er kaiserlicher Wirklicher Geheimrat.

Er war seit 1835 Mitglied des Corps Borussia Bonn.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 19, 107