Hermann von Fischel

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Kapitän zur See Hermann von Fischel (1933)

Hermann von Fischel (* 13. Januar 1887 in Kiel; † 13. Mai 1950 bei Moskau) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Fischel war der Sohn des Admirals à la suite Max von Fischel und trat am 1. April 1905 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Nachdem er seine Schiffsausbildung auf der Kreuzerfregatte SMS Stosch absolviert hatte, kam er an die Marineschule. Dort wurde er am 7. April 1907 zum Fähnrich zur See ernannt und nach seinem erfolgreichen Abschluss dem Ostasiengeschwader zugeteilt. An Bord des Kleinen Kreuzers SMS Arcona erfolgte hier die Beförderung zum Leutnant zur See. Zurück in Deutschland kam Fischel am Oktober 1909 als Kompanieoffizier zur I. Torpedo-Division. Zunächst wurde er als Wachoffizier auf verschiedenen Torpedobooten eingesetzt und erhielt, nachdem er am 27. Januar 1911 Oberleutnant zur See geworden war, im April desselben Jahres mit SMS T 56 sein erstes eigenes Kommando. Vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1913 wurde er dann als Artillerieoffizier auf den Kleinen Kreuzern SMS Mainz und SMS Königsberg eingesetzt, bevor er anschließend auf das Linienschiff SMS Hannover kam und hier als Wachoffizier Dienst tat. Von Juli bis Ende November 1915 erfolgte seine Kommandierung zur U-Boot-Ausbildung. Von Dezember 1915 bis Ende März 1916 kommandierte er SM U 17, dann für einen Monat kurzfristig das Torpedoboot SM S 125, um im Anschluss bis August 1918 SM U 65 zu befehligen. Nachdem er das Kommando über das U-Boot abgegeben hatte, wurde Kapitänleutnant Fischel (seit 24. April 1916) als Zweiter Admiralstabsoffizier im Stab der U-Boot-Flottille Pola verwendet. Bei Kriegsende wurde Fischel zunächst zur Disposition gestellt und später in die Reichsmarine übernommen.

Zunächst versah er seinen Dienst als Kompaniechef bei der III. Marineartillerieabteilung in Swinemünde. Vom 4. Januar bis 30. September 1922 war er Dritter Admiralstabsoffizier im Stab des Chefs der Marinestation der Ostsee in Kiel, bevor er dann bis zum 25. September 1924 als Zweiter Artillerieoffizier an Bord des Linienschiffes Hannover kam. Fischel erhielt dann das Kommando über die I. Abteilung der Schiffsstammdivision der Ostsee und wurde am 1. Oktober 1924 zum Korvettenkapitän befördert. Vom 29. August 1925 bis 26. September 1927 fungierte Fischel als Erster Artillerieoffizier auf dem Linienschiff Elsass und war im Anschluss bis 22. September 1930 zunächst als Lehrer, dann als Stabsoffizier beim Stabe der Schiffsartillerieschule in Kiel tätig. In dieser Funktion war er am 1. Januar 1930 Fregattenkapitän geworden. Als Leiter der Ausbildungsabteilung (A III) wechselte er dann in das Marinekommandoamt. Hier erfolgte am 1. Oktober 1931 die Beförderung zum Kapitän zur See. Am 15. März 1933 übernahm Fischel den Besatzungsstamm des kurze Zeit darauf in Dienst gestellten Panzerschiffes Deutschland, dessen erster Kommandeur er wurde.

Reichspräsident von Hindenburg, von Fischel und Raeder beim Stapellauf der Deutschland (v.l.n.r.)

Am 29. September 1935 gab Fischel das Kommando über die Deutschland wieder ab und wurde unter gleichzeitiger Beförderung zum Konteradmiral am 1. Oktober 1935 zunächst zur Verfügung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine gestellt. Vom 25. November 1936 bis 8. Februar 1938 fungierte er als Befehlshaber der Panzerschiffe und zeitgleich mehrfach als Kommandeur der deutschen Seestreitkräfte vor der Iberischen Halbinsel während des Spanischen Bürgerkriegs. Nachdem man Fischel von seinem Posten als Befehlshaber der Panzerschiffe entbunden hatte, war er noch bis 13. März 1938 vor der Spanischen Küste tätig. Nach seiner Rückkehr in das Deutsche Reich erfolgte mit seiner Ernennung zum Chef des Allgemeinen Marineamtes auch die Beförderung zum Vizeadmiral am 1. April 1938. Diesen Posten hatte Fischel auch nach Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum 31. Dezember 1939 inne. Im Anschluss daran war Fischel bis 8. Januar 1941 Chef des Erprobungskommandos für Schiffsneubauten und zugleich von August bis Oktober 1940 designierter Führer der Transportflotte B im Rahmen des nicht realisierten Unternehmens Seelöwe.

Admiral von Fischel (Mitte, 1941)

Bis 16. Februar 1941 war er dann Befehlshaber der Sicherung West und darauf bis 31. Januar 1943 Marinebefehlshaber Kanalküste. Als solchen hatte man Fischel am 1. September 1941 zum Admiral befördert. Seine Dienststelle wurde am 1. Februar 1943 umgegliedert und Fischel fungierte nunmehr bis 10. Mai 1943 als Kommandierender Admiral Kanalküste. Dann kam er bis 18. Juni 1943 zur Einweisung zum Lehrstab für Luftwaffenfragen und bis 14. September 1944 war er Leiter des Luftwaffenlehrstabes. Fischel wurde anschließend zur Disposition gestellt und am 30. November 1944 ehrenvoll in den Ruhestand verabschiedet.

Russische Einheiten verschleppten Fischel bei Kriegsende in ein Lager nahe Moskau, wo er am 13. Mai 1950 verstarb.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dermot Bradley (Hrsg.): Deutschlands Generale und Admirale. Teil 1: Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 1: A–G. Biblio-Verlag, Osnabrück 1988, ISBN 3-7648-2480-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann von Fischel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Reichswehrministerium (Hrsg.): Rangliste der Deutschen Reichsmarine. Mittler & Sohn, Berlin 1929, ZDB-ID 348107-4, S. 42.