Hermann von Siemens

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Hermann Werner von Siemens (* 9. August 1885 in Berlin; † 13. Oktober 1986 in München) war ein deutscher Industrieller aus der Familie Siemens. Er war ältester Enkel des Erfinders und Unternehmensgründers Werner von Siemens sowie Enkel des Physikers Hermann von Helmholtz.

Leben[Bearbeiten]

Hermann von Siemens war der älteste Sohn des Unternehmers Arnold von Siemens und seiner Ehefrau Ellen, geborene von Helmholtz. Die Industriellenfamilie entstammte dem alten Goslarer Stadtgeschlecht Siemens (1384 urkundlich erwähnt). Nach einem Chemiestudium und der Promotion zum Dr. phil. trat Hermann von Siemens 1918 als technischer Angestellter des physikalisch-chemischen Laboratorium von Siemens & Halske, Berlin in das Unternehmen ein. 1928 wurde er in den Vorstand der Siemens & Halske AG berufen, um ein Jahr später die Leitung des Zentral-Laboratoriums zu übernehmen. Dort leistete er bedeutende Beiträge für die Entwicklung der Fernschreibtechnik. Vor 1933 war Siemens Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei. Als Leiter der zentralen Technikabteilung wurde er 1935 Mitglied des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke AG und später als Aufsichtsratsvorsitzender der beiden Stammgesellschaften Siemens & Halske bzw. Siemens-Schuckertwerke „Chef des Hauses“.

Siemens saß bis 1945 im Aufsichtsrat der Vereinigten Stahlwerke, der Mannesmannröhren-Werke, bei Krupp und bei der Deutschen Bank. Am 5. Dezember 1945 wurde er festgenommen und im „Zivilen Internierungslager Nr. 91“ befragt, als Zeuge sei er „sehr unwillig und ausweichend“ gewesen[1].

In der Position, die er nach dem Tod seines Onkels Carl Friedrich von Siemens von 1941 bis 1956 innehatte, gab Hermann von Siemens dem Unternehmen wichtige Impulse für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Er engagierte sich besonders für die Förderung der naturwissenschaftlichen und technischen Forschung innerhalb und außerhalb des Unternehmens, so war er von 1955 bis 1964 Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Hermann von Siemens war verheiratet mit Charlotte von Maltzan, Freiin zu Wartenberg und Penzlin; das Paar hatte sechs Kinder.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann von Siemens. In: Wilfried Feldenkirchen / Eberhard Posner: Die Siemens-Unternehmer. Kontinuität und Wandel 1847–2005. Zehn Portraits, München 2005, S. 112-129.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzbiografie siehe die 1946/1947 von der US-Militärregierung erstellten Untersuchungsunterlagen zur Einleitung eines Kriegsverbrecherprozesses gegen die Deutsche Bank. Sie wurden 1985 übersetzt und herausgegeben: Hans Magnus Enzensberger (Hrsg.), Ermittlungen gegen die Deutsche Bank : 1946/1947 / Militärregierung d. Vereinigten Staaten für Deutschland, Finanzabt., Sekt. für Finanzielle Nachforschungen., Übers. u. bearb. von d. Dokumentationsstelle zur NS-Politik, Hamburg, Nördlingen : Greno 1985 ISBN 3-921568-66-8 , S. 338-352