Heřmanov u Křižanova

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Heřmanov
Wappen von Heřmanov u Křižanova
Heřmanov u Křižanova (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Kraj Vysočina
Bezirk: Žďár nad Sázavou
Fläche: 537 ha
Geographische Lage: 49° 23′ N, 16° 11′ O49.38166666666716.180833333333590Koordinaten: 49° 22′ 54″ N, 16° 10′ 51″ O
Höhe: 590 m n.m.
Einwohner: 216 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 594 58
Kfz-Kennzeichen: J
Verkehr
Straße: Křižanov - Žďárec
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Pavla Chadimová (Stand: 2009)
Adresse: Heřmanov 35
594 58 Heřmanov
Gemeindenummer: 595608
Website: hermanov.akr.cz

Heřmanov (deutsch Hermannschlag) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt 13 Kilometer östlich von Velké Meziříčí und gehört zum Okres Žďár nad Sázavou.

Geographie[Bearbeiten]

Heřmanov befindet sich in der zur Böhmisch-Mährischen Höhe gehörigen Křižanovská vrchovina (Krischanauer Bergland) auf einem Höhenrücken. Am nordöstlichen Ortsrand liegt der Teich Panský rybník. Nördlich erhebt sich der Křiblík (582 m), im Osten der Strážnice (583 m), südlich der Malý kamenný vrch (592 m) und im Südwesten die Svatá hora (679 m).

Nachbarorte sind Dolní Libochová im Norden, Nová Ves und Radňoves im Nordosten, Vidonín im Osten, Milešín im Südosten, Ondrušky und Skřinářov im Süden, Rohy und Ořechov im Südwesten, Kadolec und Křižanov im Westen sowie Bojanov und Kundratice im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Hermanschlag wurde im 13. Jahrhundert im Zuge der Besiedlung der Wälder des Böhmisch-Mährischen Höhe durch den Deutschritterorden und deutsche Kolonisten gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das um einem breiten Dorfanger angelegte Dorf im Jahre 1349 zusammen mit Březské und Březí als Teil der Heinrich von Ossowa gehörigen Herrschaft Ossowa. Seit 1428 ist die Existenz einer Pfarrkirche belegt. 1437 gehörte das Dorf zur Herrschaft Náměšť nad Oslavou und wurde durch die Brüder Wenzel und Georg von Krawarn in der Landtafel dem Matthias von Schwanberg zugeschrieben. Hermannschlag bildete seither eine Enklave der Herrschaft Namiescht, die innerhalb des Iglauer Kreises lag, jedoch zum Znaimer Kreis gehörte. Zum Ende des 18. Jahrhunderts erwarben die Grafen von Haugwitz die Herrschaft.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften wurde die Gemeinde Hermannschlag / Hermašlak mit den Ortsteilen Milešín, Vidonín und Neudorf 1849 der Bezirkshauptmannschaft Groß Meseritsch im Iglauer Kreis zugeordnet. In den 1870er Jahren entstand der tschechische Name Heřmanice, der wenig später in Heřmanov abgewandelt wurde. 1875 löste sich Vidonín, 1878 Milešín und 1882 Nová Ves los und bildeten eigene Gemeinden. Am 1. Jänner 1931 verzichtete Heinrich Graf von Haugwitz gegen eine Abfindung von 35.000 Kronen auf sein Patronat über Hermannschlag. Ab 1947 gehörte die Gemeinde Heřmanov zum Okres Velká Bíteš. Nach dessen Aufhebung zu Beginn des Jahres 1961 kam sie zum Okres Žďár nad Sázavou.

Die katholische Pfarre Heřmanov umfasst die Ortschaften Bojanov, Meziboří, Milešín, Nová Ves, Radňoves, Strážek und Vidonín.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Für die Gemeinde Heřmanov sind keine Ortsteile ausgewiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hermanover Kugel
  • barocke Pfarrkirche St. Nikolaus, errichtet 1731 anstelle eines gotischen Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert
  • Pfarrhaus, erbaut 1799
  • Sühnkreuz, an der Straße nach Křižanov
  • Naturschutzgebiet Heřmanov, südlich des Dorfes an der Straße nach Skřinářov. Das seit dem 19. Oktober 1979 bestehende 1,89 ha große Schutzgebiet ist eine bedeutende Mineralienfundstätte und bisher einziger Fundort der sogenannten Heřmanovské koule (deutsch: Hermanover Kugeln oder Hermanova-Kugeln), einem eiförmigen Aggregat aus Phlogopit-Kern und Anthophyllit-Kruste.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Mineralienatlas:Hermanover Kugel

Weblinks[Bearbeiten]