Herpf
| Herpf
Stadt Meiningen
|
|
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 35′ N, 10° 20′ O50.58305555555610.333055555556320Koordinaten: 50° 34′ 59″ N, 10° 19′ 59″ O |
| Höhe: | 320 m ü. NN |
| Fläche: | 18,08 km² |
| Einwohner: | 918 (30. Juni 2010) |
| Eingemeindung: | 1. Dez. 2010 |
| Postleitzahl: | 98617 |
| Vorwahl: | 036943 |
Herpf ist ein Ortsteil der Kreisstadt Meiningen im Süden des Freistaates Thüringen mit 918 Einwohnern (2010)[1].
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografische Lage
Herpf liegt im Westen der Stadt in der Vorderrhön im Tal des gleichnamigen Flüsschen Herpf unweit des 751 Meter hohen Gebaberges. Der Ort befindet sich im Biosphärenreservat Rhön. Die Entfernung bis in das Stadtzentrum von Meiningen beträgt in Luftlinie rund sechs Kilometer (Straße = 10 km).
[Bearbeiten] Geschichte
Im Eichigt gibt es frühgeschichtliche Hügelgräber. 788 wurde Herpf als Heripfe urkundlich erwähnt und ist der älteste Ortsteil von Meiningen. Der Ortsname ist althochdeutschen Ursprungs und lässt sich etymologisch auf die Kompositionsglieder heri (groß, gewaltig) und kelt. affa bzw. norddt. *apa (Fließgewässer) zurückführen. Der Ort wurde im Mittelalter mit Graben, doppelter Mauer und zwei Toren umwehrt. Im Nordwesten lag eine Burg des Landesherrn, sie wurde vermutlich Ende des 15. Jahrhunderts in eine wehrhafte Kirchenanlage umgebaut. Herpf war von 1611 bis 1685 von Hexenverfolgungen betroffen. Als erstes Opfer starb Osanna Motz 1611 in der Folterkammer. Insgesamt acht Personen wurden in den Hexenprozessen angeklagt, mindestens drei hingerichtet. Von einigen Prozessen ist der Ausgang unbekannt.
Die Eingemeindung von Seeba am 1. Januar 1971[2] wurde am 1. August 1996 rückgängig gemacht, und Seeba wechselte in die Gemeinde Rhönblick.[3]
Am 11. März 2009 wurde zwischen der Gemeinde Herpf und der Stadt Meiningen ein Eingliederungsvertrag zur Eingemeindung von Herpf nach Meiningen unterzeichnet, die am 1. Dezember 2010 vollzogen wurde.[4]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
|
|
|
|
- Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
[Bearbeiten] Politik
Ortsteilbürgermeisterin von Herpf ist Petra Jungk. Sie wurde vor der Eingemeindung am 27. Juni 2004 als ehrenamtliche Bürgermeisterin gewählt und am 6. Juni 2010 wiedergewählt.
Der Ortsteilrat setzt sich aus acht Ratsfrauen und Ratsherren mit folgender Sitzverteilung zusammen:
- TBV 7 Sitze
- Einzelbewerber 1 Sitz
Mit Steffen Huber ist ein Mitglied des Ortsteilrates im Meininger Stadtrat vertreten.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Dorfbefestigung
- Kirchenburg
- Die evangelische Pfarrkirche St. Johannis ist eine Chorturmkirche mit einem rechteckigen Schiff und stammt aus den Jahren 1611–1620, Die Treppentüren wurden bereits 1497 gefertigt. Mit ihrer prächtigen Marmorierung und Vergoldung ist sie ein Beispiel für die Qualität des Bauernbarocks auf dem Lande.
- Im Ortskern befinden sich einige gut erhaltene Fachwerkhäuser, die zum großen Teil restauriert sind.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Durch Herpf führt die vielbefahrene Landesstraße 1124 von Meiningen nach Kaltensundheim (Richtung Fulda). Diese wird ab Mitte der 2010er Jahre zur Bundesstraße B87n ausgebaut und Herpf erhält eine Umgehungsstraße. Eine weitere Landesstraße ist die L2621 von Reichenhausen über Herpf und den Ortsteil Dreißigacker nach Meiningen.
[Bearbeiten] Einrichtungen
In Herpf sind eine Grundschule und die Kindertagesstätte Pusteblume ansässig.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Georg Wilhelm Keßler (1782–1846), preußischer Beamter (Regierungspräsident von Arnsberg) und Schriftsteller.
[Bearbeiten] Literatur
- Walter Höhn: Thüringische Rhön. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, ISBN 3-86568-060-7, S. 117
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010