Herrin der toten Stadt

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Filmdaten
Deutscher Titel Herrin der toten Stadt
Originaltitel Yellow Sky
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1948
Länge 96 Minuten
Stab
Regie William A. Wellman
Drehbuch W. R. Burnett
Lamar Trotti
Produktion Lamar Trotti
Musik Alfred Newman
Kamera Joseph McDonald
Besetzung

Herrin der toten Stadt (Original: Yellow Sky) ist ein US-amerikanischer Westernfilm des Regisseurs William A. Wellman. Die Hauptrollen spielen Gregory Peck, Anne Baxter und Richard Widmark. Erstaufführungstag war der 1. Februar 1949. Der Film wurde auch unter dem Alternativtitel „Nevada“ veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

1867: Eine Gruppe von Outlaws rauben eine Bank in einer kleinen Stadt aus. Sie werden von Stretch und Dude angeführt. Auf ihrer Flucht vor der Kavallerie geraten sie in eine Salzwüste. Die ersten Differenzen stellen sich schon nach dem Teilen der kleinen Beute ein.

Am Ende der Salzwüste entdecken sie als letzte Rettung vor dem Verdursten eine tote Goldgräberstadt, die früher 'Yellow Sky' hieß. Hier leben nur noch ein alter Mann und seine Enkelin 'Mike'. Der Alte besitzt eine beträchtliche Menge Gold, die er irgendwo vergraben hat, was die Bande ziemlich schnell erfährt. Sie wollen dem Alten und seiner Enkelin die Beute streitig machen. Stretch, der sich in das Mädchen verliebt hat, vertritt den „fairen“ Standpunkt des Teilens. Der Anführer der Gegenpartei, Dude, will alles.

Zwischenzeitlich besetzen Apachen die verlassene Stadt, dem Alten gelingt es jedoch, die Indianer zum Abzug zu bewegen. Die Banditen teilen sich in zwei Lager, nachdem sie sich nicht einigen können und gehen schließlich aufeinander los. Dude entledigt sich seiner Gefährten, weil er das Gold für sich alleine haben will. Am Ende kommt es zu einem letzten Duell, das Stretch für sich entscheiden kann.

Stretch gibt schließlich das gestohlene Geld der Bank zurück und reitet mit 'Mike', dem alten Mann und zwei seiner Bandenmitglieder davon.

Kritiken[Bearbeiten]

Nach dem Lexikon des Internationalen Films verschmilzt der „meisterhaft inszenierte Film [...] die mythischen Elemente des Western mit sorgsamer psychologischer Zeichnung zu einer kraftvollen Fabel über den Konflikt zwischen Gut und Böse.[1]

Die Zeitschrift Variety lobte in ihrer Kritik die Regie von Wellman als „energisch“; er schaffe es so, die Suspense- und Action-Elemente der Handlung hervorzuheben. Gelobt wurde auch Peck, der in seiner Rolle glänze.[2]

Das Western-Lexikon lobt die sorgfältige Komposition jeder Einstellung. Die erfolgreichen Bemühungen um Schönheit legen eine poetischen Glanz über den Film. [...] Jeder Schlag und jedes Duell sind von einer mitleidlosen Gewalttätigkeit, von unmenschlicher Wut besessen, wie man das kaum je sah: der Schuss auf eine Eidechse wirkt wie der Auftakt zu einem allgemeinen Massaker, dem tödlich verwundeten Widmark läuft statt Blut Gold über den Körper, die Pferde brechen wieder und wieder auf einem Boden ein, der nicht einmal einen Menschen tragen kann. [...]

„Ein Abenteuerfilm voller Gier und Leidenschaft. Großartige Aufnahmen aus der Salzwüste. Und ein köstliches, versöhnendes Ende.“ (Illustrierte Filmbühne)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auf dem Internationalen Filmfestival von Locarno von 1949 wurde William A. Wellman als bester Regisseur ausgezeichnet. Ein Jahr später verlieh die Gewerkschaft der US-amerikanischen Drehbuchautoren (WGA) Lamar Trotti den Preis für das beste Drehbuch zu einem amerikanischen Western.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herrin der toten Stadt im Lexikon des Internationalen Films
  2. Kritik in Variety vom 1. Januar 1948, abgerufen am 21. Dezember 2007