Herrliche Zeiten im Spessart

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Filmdaten
Originaltitel Herrliche Zeiten im Spessart
Herrliche Zeiten im Spessart Logo 001.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Günter Neumann
Produktion Heinz Angermeyer,
Artur Brauner,
Kurt Hoffmann
Musik Franz Grothe,
Oskar Sala
Kamera Richard Angst
Schnitt Gisela Haller
Besetzung

Herrliche Zeiten im Spessart ist eine deutsche Filmkomödie des Regisseurs Kurt Hoffmann aus dem Jahr 1967. Die Handlung knüpft lose an die Vorgängerfilme Das Wirtshaus im Spessart und Das Spukschloß im Spessart an, die ebenfalls unter Hoffmanns Regie in den Jahren 1958 und 1960 entstanden. Die Hauptrolle ist erneut mit Liselotte Pulver besetzt, der männliche Hauptpart wird von Harald Leipnitz gespielt.

Handlung[Bearbeiten]

Anneliese, eine Nachfahrin der Komtesse Franziska und der Gräfin Charlotte, ist die Tochter eines Hotelbesitzers im Spessart. Die junge Frau plant gerade ihre Hochzeit mit ihrem Verlobten Frank, einem amerikanischen Offizier deutscher Herkunft, als dieser überraschenderweise mitten in den Hochzeitsvorbereitungen wegen einer Spionageangelegenheit zurück in die USA beordert wird. Die Feier droht zu platzen.

Die zu Gespenstern mutierten Räuber aus dem „Wirtshaus im Spessart“, die schon über fünf Jahre im Weltraum in einer Landekapsel unterwegs sind, weil eine Düse verklemmt ist, finden heraus, dass sie diese reparieren können. Daraufhin landen sie auf dem Dach des Spessart-Hotels, wo sie Anneliese treffen. Sie zeigen sich hilfsbereit und wollen die junge Frau mit der Landekapsel nach Amerika zu ihrem Verlobten fliegen. Allerdings können sie die Steuerung nicht richtig bedienen und werden durch die Zeit geschleudert, was bedeutet, dass sie verschiedene Epochen der Vergangenheit und der Zukunft durchlaufen. Zuerst landen sie in der Vergangenheit bei den Germanen, den Minnesängern und auch im Dreißigjährigen Krieg. In jeder dieser Zeiten begegnet Anni dem Typus ihres Verlobten, verliert ihn aber jedesmal wieder an das Militär.

Später in der Zukunft, als die Reisegefährten einen Raketentechniker wegen der verklemmten Düse suchen, treffen sie auf das mittlerweile um viele Jahre gealterte Paar Anni und Frank, das entgegen aller Widrigkeiten die geplante Hochzeit durchführen konnte und mittlerweile drei Söhne hat. Bei einer Probereise in der Raumkapsel dreht sich die Zeit wieder zurück, der mitreisende Frank wird jünger und jünger, bis nach einem kurzen Umweg über Kinderzeit die termingerechte Landezeit erfolgt. Die Erinnerungen Franks sind ebenfalls zurückgelaufen, sodass er sich an sein langes Leben nach der Hochzeit nicht mehr erinnern kann: So meint er trocken, als Anni, deren Erinnerung Bestand hat, ihm freudig von den gemeinsamen drei Söhnen erzählt, sie sei ein nettes Mädchen, aber leider etwas verrückt. Die Gespenster aber haben das von ihnen geforderte gute Werk vollbracht und sind nun erlöst.

Kritik[Bearbeiten]

„Die Spessart-Gespenster vgl. ‚Das Wirtshaus im Spessart‘ und ‚Das Spukschloß im Spessart‘ verhelfen nach mehreren ‚Zeitreisen‘ in die Vergangenheit und die Zukunft, die die Kontinuität des Militarismus und die Kraft der Liebe belegen sollen, einer jungen Frau der Gegenwart zu der von militärischen Übungen unterbrochenen Hochzeit. Dritte Auflage der romantischen Geschichte nach Wilhelm Hauff, in der aus dem alten Wirtshaus im Spessart 100 Jahre später ein modernes Großhotel geworden ist. Nicht mehr als ein in mittelmäßigem Kabarettstil vorgetragener Ulk um Zeitauswüchse und menschliche Schwächen, nicht frei von geschmacklichen Ausrutschern.“

film-dienst[1]

„'Herrliche Zeiten in Spessart' ist eine sprachwitzreiche, selbstironische Militarismusparodie, die wohl in fünf bis zehn Jahren wegen Aussagen wie 'Es ist doch schade um die schönen Köpfe, denn die schweren Eisentöpfe drücken Birnen weich' oder 'der dumme Adam zieht in die Schlacht, der kluge Adam huldigt der Liebe' indiziert oder dessen Filmrollen auf mysteriöse Weise verschwunden und nimmer mehr gesehen sein dürften. 1967 entstanden, in einer Zeit also, in der aufgrund der Kriegserfahrungen Menschenrechten eine gewisse ernstgemeinte Gültigkeit zuteil geworden war, dürfte man den Film als ein Hochlicht deutscher TV-Produktion ansehen. […] Die im Film erzählte Geschichte ist teils klamaukhaft, teils nachdenklich stimmend, niemals langweilig und durchaus dazu angetan, mit Vernunft gepaarte sog. 'subversive' Energien à la 'Es ist Krieg und keiner geht hin' oder - moderner - 'es ist biometrische Überwachung, aber keiner beantragt einen Reisepass' freizusetzen. Sehenswerter und unterhaltsamer Film, der, mit etwas Umdenken, aktueller ist denn je.

Online Filmdatenbank[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Anders als in den beiden ersten Spessart-Filmen diente in der Eingangssequenz nicht der Miltenberger Marktplatz, sondern der Marktplatz in Heppenheim an der Bergstraße als Kulisse. Der Film wurde am 21. September 1967 in Würzburg uraufgeführt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Herrliche Zeiten im Spessart (1967) kabeleins.de
  2. Achanjati: Herrliche Zeiten im Spessart (1967) ofdb.de, 29. Januar 2008 (Zugriff am 27. August 2011)

Weblinks[Bearbeiten]