Herrmann Julius Meyer

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Herrmann Julius Meyer
Villa Herrmann Julius Meyer (erbaut 1885/86 von Max Pommer)
Grabstätte der Familie Herrmann Julius Meyer auf dem Südfriedhof in Leipzig

Herrmann Julius Meyer (* 4. April 1826 in Gotha; † 12. März 1909 in Leipzig) war ein deutscher Verleger.

Leben[Bearbeiten]

Herrmann Meyer wurde als Sohn des Verlagsbuchhändlers Joseph Meyer in der thüringischen Residenzstadt Gotha im Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg geboren. Nach einer Lehre zum Buchhändler arbeitete er im Verlag seines Vaters, der 1826 als Bibliographisches Institut in Gotha gegründet worden war und sich seit 1828 in Hildburghausen im Herzogtum Sachsen-Meiningen befand.

In der Folge der Märzrevolution flüchtete Herrmann in die USA. 1849 gründete Herrmann Meyer eine Zweigniederlassung in New York. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1856 den inzwischen wirtschaftlich angeschlagenen Verlag und konsolidierte ihn. Im Jahr 1874 verlegte er den Sitz des Bibliographischen Instituts von Hildburghausen in das Königreich Sachsen nach Leipzig.

Herrmann Meyer hatte sechs Söhne, darunter: Hans (Afrikaforscher und Erstbesteiger des Kilimandscharo, 1858–1929), Arndt (1859–1920), Carl (1861–1908) und Hermann (1871–1932, ebenfalls Forschungsreisender in Afrika).

1884 zog Herrmann Meyer sich aus dem Verlag zurück und übergab ihn seinen ältesten Söhnen Arndt und Hans.

1888 gründete er in Leipzig den Verein zur Erbauung billiger Wohnungen. Den Verein wandelte er am 3. April 1900 in die Stiftung zur Erbauung billiger Wohnungen, heute Stiftung Meyer’sche Häuser, um. Die Stiftung errichtete bis 1914 vier Wohnkolonien mit insgesamt rund 2700 Wohnungen in den Leipziger Stadtteilen Lindenau, Eutritzsch, Reudnitz und Kleinzschocher. Der Architekt Max Pommer (1847–1915), der in Meyer einen väterlichen Freund sah, wurde mit dem Erwerb, der Planung und Bebauung der Grundstücke beauftragt.[1]

Herrmann Meyer wurde auf dem Leipziger Südfriedhof (III. Abteilung) begraben.

Ehrungen[Bearbeiten]

In seinem Todesjahr stifteten ihm die Bewohner der Kolonie Reudnitz eine Gedenktafel und 1928 wurde eine Straße in der Kolonie Kleinzschocher nach ihm Herrmann-Meyer-Straße benannt. Im Volksmund wird er noch heute durch die Bezeichnung Meyersdorf für die Kolonie Kleinzschocher geehrt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Guth, Bernd Sikora: Jugendstil & Werkkunst. Architektur um 1900 in Leipzig. Edition Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-361-00590-6, S. 152.