Herta Heuwer
Herta Charlotte Heuwer, geborene Pöppel, (* 30. Juni 1913 in Königsberg; † 3. Juli 1999 in Berlin) ließ sich 1959 die Chillup-Sausse markenrechtlich schützen.
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Leben [Bearbeiten]
Sie wurde als sechstes Kind des Bauunternehmers und Zimmermanns Hermann Pöppel (1877–1963) und der Fabrikarbeiterin Minna Emilie Pöppel (geborene Petruschke, 1877–1949) in Königsberg geboren und wuchs dort in der Heidemannstraße 25 auf. Nach dem Umzug der Familie nach Berlin machte sie von 1929 bis 1932 eine kaufmännische Weiterbildung und anschließend eine Lehre als Schneiderin. Danach besuchte sie Haushalts- und Kochkurse und heiratete 1935 den bei Siemens & Halske beschäftigten Feinmechaniker Kurt Emil Heuwer. Zwischen 1936 und 1940 war sie Verkäuferin im KaDeWe. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie im Jahr 1946 Trümmerfrau in Berlin-Charlottenburg und freiwillige Mitarbeiterin bei der Berliner Küchenhilfe.[1]
Geschäft [Bearbeiten]
Zehn Jahre später, mit einem Vermerk vom 15. Januar 1959 wurde am 21. Januar 1959, die Bezeichnung „Chillup“ für eine Rezeptur für eine Spezial-Sosse durch das deutsche Patentamt unter der Nummer 721319 registriert[2] und 2006 markenrechtlich neu geschützt.[3]
An einem Gebäudeteil der Kantstraße 101 Ecke Kaiser-Friedrich-Straße 57, wo sich Herta Heuwers Schnellimbiss-Stube und später ihre Imbisshalle mit bis zu 19 Verkäuferinnen befunden hatte, wurde am Vortag ihres 90. Geburtstags im Jahr 2003 postum eine Gedenktafel enthüllt. Außer Herta Heuwers Nichte und Ziehtochter Brigitte Böhme waren viele ehemalige Stammgäste erschienen. Zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen und der Schauspielerin Brigitte Grothum wurden Currywürste mit Chillup-Sauce zubereitet und angeboten.
Herta Heuwer gilt wegen der Eintragung der Marke „Chillup“ häufig als die Erfinderin zur geschmacklichen Unterscheidung einer bisher oberflächlich ungewürzten, saucenmäßig drapierten Wurst. Andere sehen die Priorität bei der Hamburgerin Lena Brücker. Diese ist jedoch nur eine Erfindung aus Uwe Timms Roman Die Entdeckung der Currywurst. Einzig wahr daran ist laut Uwe Timm, dass er bereits 1947 eine Currywurst in Hamburg gegessen habe. Das hinderte den damaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill nicht daran, wenige Tage nach dem Festakt in Berlin am Haus Großneumarkt 10 eine Gedenktafel für Lena Brücker zu enthüllen. Über Herta Heuwers Markeneintrag wird in einem eigens dafür eingerichteten Raum im Berliner Currywurst Museum informiert.
Daten und Fakten um die Currywurst [Bearbeiten]
- 1949 Erfindung der Currywurst durch Herta Heuwer,
- 1959 Warenzeichen Chillup, Nr. 721319,
- 1982 Currywurst, Lied von Herbert Grönemeyer,
- 1993 Roman Die Entdeckung der Currywurst, Autor Uwe Timm,
- 1996 Herausgabe eines Hörbuches mit gleichem Titel, gelesen vom Autor,
- 1998 Bühnenfassung von Johannes Kaetzler und Gerhard Seidel,
- 2003 feierliche Anbringung der Gedenktafel am Gebäude in der Berliner Kantstraße 101, wo sich einst Herta Heuwers Imbiss-Stand befand,
- 2006 Roman bearbeitet als Unterrichtsstoff,
- 2008 Verfilmung mit Barbara Sukowa,
- 2009 Eröffnung des Curry-Wurst-Museums mit Herta Heuwer-Raum,
- 2011 Herausgabe einer Briefmarke der Deutschen Post mit Motiv u. a. Curry-Wurst.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ WeiberWirtschaft e. G Standort für Chefinnen, abgerufen am 19. April 2013
- ↑ Historie von den Freuden der Tafel, abgerufen am 20. April 2013
- ↑ Patenturkunde 2006, abgerufen am 20. April 2013
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heuwer, Herta |
| ALTERNATIVNAMEN | Pöppel, Herta Charlotte |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Erfinderin der pikanten Chillup-Sauce für die Currywurst |
| GEBURTSDATUM | 30. Juni 1913 |
| GEBURTSORT | Königsberg |
| STERBEDATUM | 3. Juli 1999 |
| STERBEORT | Berlin |